Gesellschaft
Hoffnung und Widerstand
Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.
Hölderlin
»Wenn es Mitternacht wird im Jahrhundert« war der Titel eines Romans des Freigeists, Revolutionärs und sowjetischen Dissidenten Victor Serge, den er 1939, in einem der düstersten Momente des Jahrhunderts, verfasst hat. Der Roman, der die Exzesse des Stalinismus zum Gegenstand hat, erschien zum Zeitpunkt des Hitler-Stalin-Pakts, als der von den Nazis ausgelöste Weltkrieg bereits unmittelbar bevorstand.
Scheitern als politischer Vorgang
Eine kurze Diskussion zentraler Konzeptionen
Scheitern als Zäsur und Notwendigkeit. Der Umgang mit Scheitern als Privileg, das aus feministisch-kritischer Sicht zu hinterfragen ist, wenn der neoliberalen Individualisierung begegnet werden soll.
Von der negativen Seite
Das Scheitern Linken war stets mit ihren Erfolgen verknüpft. Mal entstand es aus dem Inneren der Emanzipationsansprüche heraus, mal war es der Stärke des Gegners geschuldet. Endgültig ist es nie.
Ignorierte Opfer
Sinti und Roma kämpfen weiter um die Erinnerung an den NS-Völkermord
Hunderttausende - die genaue Zahl ist unbekannt - europäische Sinti und Roma fielen dem Porajmos ("Das Verschlingen" - Bezeichnung der Roma für den nationalsozialistischen Völkermord, Sinti sprechen von Baro Marepen, "Das große Sterben") zum Opfer. Der zugrundeliegende Antiziganismus war bereits vor der Nazizeit flächendeckend verbreitet, entsprechende Vorurteile leben bis heute in weiten Teilen der Bevölkerung fort. Das trägt dazu bei, dass das Gedenken an den Porajmos zwar notwendig ist, zugleich aber auf starke Widerstände stößt.
Erinnerungspolitische 180°-Wende?
Geschichtsbild und Geschichtspolitik der AfD
Im von der AfD betriebenen Kulturkampf spielt die Umbewertung der deutschen Geschichte eine zentrale Rolle. Bereits 2017 forderte Björn Höcke eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad". Angestrebt ist eine Verharmlosung und Relativierung der Verbrechen des deutschen Faschismus. Dabei ist mittlerweile sowohl eine Radikalisierung des Geschichtsrevisionismus festzustellen, als auch eine wachsende Reichweite bei Teilen der Bevölkerung.
Racial Capitalism heute: Überlegungen aus Südafrika
Der Menschenfischer von Marseille
Varian Fry und die Rettung von Flüchtlingen 1940/41
Wenn rechte Parteien erst einmal an der Macht sind, setzen sie bald ihr politisches Programm um. Dies zeigte die NS-Diktatur ab dem 30. Januar 1933. Personen, die dieses Regime ablehnten, mussten um ihr Leben fürchten - und einige flüchteten, soweit dies noch möglich war. Flucht, aber wohin? In manchen Fällen halfen engagierte Unterstützer. Karlheinz Lipp erinnert an die Aktivitäten von Varian Fry.
Neoaristokratischer Antifeminismus
Ungefähr einhundert weitgehend verwandte „Adelige“ dominieren im deutschsprachigen Raum den familienbezogenen Antifeminismus
Unter „familienbezogenen Antifeminismus“ oder kürzer: „Familismus“ wird hier die Agitation für stärkere Bestrafung von Schwangerschaftsabbrüchen, gegen die Gleichstellung von Schwulen, Lesben und Transpersonen, Sexualaufklärung an Schulen, aber auch die Reform der Katholischen Kirche, die sie gerne, wie die Gesamtgesellschaft noch patriarchaler hätten, verstanden.
Nachgefragt: Syrien nach der Diktatur?
Interview mit Sophie Bischoff, Adopt a Revolution
Im Dezember 2024 fiel das Regime al-Assad. Eine über 50 Jahre währende Diktatur in Syrien wurde damit beendet. Zum ersten Mal seit vielen Jahren können Syrer*innen weltweit aufatmen. Viele kehren nun aus dem Exil in ihre Heimat zurück, und sei es nur für einen ersten Besuch. Aber auch solidarische Aktivist*innen, die seit über einem Jahrzehnt versuchen, die Arbeit der syrischen Zivilgesellschaft trotz Diktatur und Krieg aus dem Ausland zu unterstützen, konnten erstmals einreisen.


