Internationales

Cycy, die futuristische Geisterjägerin

Postkoloniales Theater in München und Lomé
Koloniale Verbrechen und post-koloniale Verstrickungen, politische Patronage und wirtschaftliche Expansion: für all das stehen die deutsch-togolesischen Beziehungen. 1984 wurde dennoch 100 Jahre Freundschaft zwischen diesen Ländern gefeiert. Als Strippenzieher galt der damalige Ministerpräsident Franz-Josef Strauß. Als Holzmarionette bringen ihn die Münchener Kammerspiele nun auf die Bühne. Schauspieler*innen aus Deutschland und Togo arbeiten das gemeinsame Erbe auf und zeigen eine postkoloniale Utopie.
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Imperiale Monarchien

Europäischer Hochadel und Kolonialismus
Die Verstrickungen des Hochadels in den Kolonialismus sind vielfältig und reichen historisch weit zurück. Bereits in der Frühen Neuzeit waren die fürstlichen Höfe eine Triebkraft der kolonialen Expansion. Hier verschmolzen adlige Herrschaftsvorstellungen mit kolonialrassistischen Ideologien. Hochadlige in ganz Europa unterstützten die gewaltsame Eroberung und Aneignung außereuropäischer Gebiete – mit Folgen bis in die heutige Zeit.
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Abdankung in Raten

Themenschwerpunkteditorial iz3w 385 (Juli/August 2021): Monarchien
Es gibt weltweit an die hundert Monarchien. Eine der größten globalen Staatenverbindungen, das Commonwealth, umfasst weit voneinander entfernte Staaten von den Bahamas bis nach Kanada oder Neuseeland. Staatsoberhaupt ist jeweils die Queen of Canada, die Queen of The Bahamas oder die Queen of New Zealand. Gemeint ist Queen Elisabeth II. aus dem Hause Windsor, als Königin dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland dienend.
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Deutsche Sicherheit für Kunst aus Afrika

Hefteditorial iz3w 385 (Juni/Juli 2021)
Was sind die Benin-Bronzen genau? Faktisch Diebesgut. 1897 wurden sie aus dem Königshof des Oba in Benin, im heutigen Süden Nigerias, bei einer britischen Strafexpedition gestohlen. Schätzungsweise 3.000 bis 5.000 Gegenstände wurden nach London gebracht. 900 erhielt das Britische Museum, der Rest kam auf den Kunstmarkt. So gelangten über 500 Objekte nach Berlin, über 90 nach Köln und weitere Exponate in viele andere Städte wie Stuttgart oder Freiburg. Die neue Datenbank der Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland enthält eine Liste mit 1.127 Kunstgegenständen aus Benin. Ein Leitfaden soll Rückgabefragen klären – in Zusammenarbeit mit lokalen Expert*innen. Das geplante Edo Museum of West African Art in Nigeria will ab 2025 Kunstschätze ausstellen, die britische Soldaten 1897 aus dem Königspalast gestohlen hatten.
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Biden in Europa

Den G7-Gipfel in Großbritannien kommentierte der Journalist Matthias Koch vom sogenannten Redaktionsnetzwerk Deutschland unter der Überschrift „China und die sieben Zwerge“. Das war natürlich untertrieben, in Kaufkraftparität gerechnet sind die USA noch immer die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Die anderen sechs spielen allerdings durchaus in einer anderen Liga. Die Zeitung Die Welt mokierte sich derweil über eine chinesische Karikatur zum Gipfel, druckte sie in Farbe ab und interpretierte, wie man das früher im Kunstunterricht gelernt hatte.

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Zivilgesellschaft im Völkerrecht

Wenn die Anklage von »unten« kommt

Soziale Bewegungen haben sich immer wieder das Recht zu eigen gemacht und dafür genutzt, Veränderungen zu erkämpfen. Zwar spiegelt das Recht allzu häufig vergangene oder bestenfalls bereits erkämpfte gesellschaftliche Verhältnisse wider. Dennoch liegt in der Schaffung neuen Rechts sowie in der Auslegung und Anwendung des bestehenden Rechts auf im Wandel begriffene gesellschaftliche Verhältnisse ein Potential, das gesellschaftliche Akteur*innen für ihre Anliegen nutzbar machen können.

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Rekolonisierung des Sahel

Kapitalistische Akkumulation und westliche Militärinterventionen

Die Sahelregion wird in den Medien häufig als Pulverfass (»poudrière«) bezeichnet, ein im doppelten Sinne interessantes Sprachspiel: Es verweist einerseits auf die enorme Menge an Waffen und bewaffneten Akteuren in der Region und andererseits darauf, dass sich in diesem Risikogebiet jede Spannung schnell in einen allgemeinen Konflikt verwandeln kann (vgl. Chtatou 2019). Doch die Metapher vom Pulverfass sagt nichts darüber aus, wer das Pulverfass befüllt und wer an seiner Lunte zündelt.

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„Our World is not for Sale!“

Was hat die globale Protestbewegung der 1990er Jahre erreicht – und was nicht? Rückblick auf ein virtuelles Kamingespräch im September 2020
Im Rahmen der abschließenden Webinar-Reihe der durch die Hans-Böckler-Stiftung geförderten Nachwuchsforschergruppe Protest und Reform in der globalen politischen Ökonomie aus der Perspektive einer postkolonialen Politikforschung an der Universität Kassel wurde im September 2020 eine Podiumsdiskussion mit Aktivist:innen der globalisierungskritischen Bewegung organisiert. Sie diskutierten, wo sie erfolgreich war und wo nicht.
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