Gesellschaft

Geschichte von unten erlebbar gemacht

„Ich lehre euch Gedächtnis.“ Paul Wulf: NS-Opfer – Antifaschist – Aufklärer

Paul Wulf war kein bedeutsamer Theoretiker des Anarchismus, kein hervorragender Künstler und er ist auch nicht durch besondere Taten hervorgetreten. Aber es hat gute Gründe, weshalb der Freundeskreis Paul Wulf anlässlich seines 100. Geburtstages im Unrast Verlag ein 304 Seiten starkes Werk über das Leben und Nachleben von Paul Wulf herausgebracht hat. Paul Wulf, Arbeiterkind aus dem Ruhrgebiet, wurde 1938 als 16-Jähriger wegen vermeintlich „angeborenen Schwachsinns“ Opfer der NS-Eugenik.

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Elfriede M.

Wie ein NS-Opfer zur Täterin gemacht wurde

In ihrem Buch „ ‚Gerne will ich wieder ins Bordell gehen...‘ Maria K.s ‚freiwillige‘ Meldung für ein Wehrmachtsbordell“ widerlegt die Historikerin und GWR-Autorin Anne S. Respondek den Mythos der „Freiwilligkeit“ der Frauen in den deutschen Wehrmachtsbordellen, der sich bis heute in der fehlenden Anerkennung der Opfer manifestiert. Basierend auf ihrer Archiv-Arbeit beschreibt Anne S. Respondek in ihrem neuen Artikel für die GWR einen weiteren erschütternden Fall. Die Geschichte von Elfriede M. zeigt wie ein Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs im Nationalsozialismus nach Auschwitz kam.

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Klassismus und Wissenschaft

Es geht um Diskriminierung

Seit einigen Monaten hat die öffentliche Debatte über "Klassismus" an Breite und Dynamik gewonnen. Das liegt nicht zuletzt an verschiedenen Buchpublikationen, die zu diesem Themenfeld im Herbst 2020 erschienen sind. Auch der BdWi-Verlag trug mit dem Sammelband "Klassismus und Wissenschaft" (dessen zweite Auflage gerade im Erscheinen ist) dazu bei. Die Herausgeber dieses Bandes, Riccardo Altieri und Bernd Hüttner, resümieren die Hintergründe.

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Geländegewinne in der Krise?

Corona-Politik der extremen Rechten

Bei den Aktivitäten der sog. Querdenken-Bewegung treten extreme Rechte massiv in Erscheinung, im parlamentarischen Raum inszeniert sich die AfD als entschiedene Kritikerin der vorherrschenden Corona-Politik. Profitiert die extreme Rechte also von einer klaren Positionierung an der Seite der Unzufriedenen? So eindeutig lässt sich das nicht sagen, stellen Gudrun Hentges und Gerd Wiegel fest. Vielmehr sei die Politik der AfD seit Beginn der Pandemie sehr wechselhaft und von Strömungskämpfen und Positionsänderungen geprägt.1

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»Pack Deinen schlaffen Stock weg«

Protest und Polemik in der belarusischen Diktatur
Zehntausende Festnahmen und tödliche Gewalt: Das sind die Folgen der versuchten Niederschlagung des Protestes in Belarus gegen das autoritäre Lukašenko-Regime. Beide Seiten polemisieren nicht zuletzt mit Faschismusvergleichen. Auch die Protestseite spielt so gefährlich mit Symbolen, dass eine Instrumentalisierung der Shoah naheliegt.
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Lockdown im Schuldturm?

in (10.03.2021)

Läuft Ausbeutung heute über Verschuldung statt über Arbeit? Spätestens seit der Krise 2008 gelten Schulden Vielen als eine Art finsteres Kerngeheimnis des Kapitalismus, das es zu enthüllen und skandalisieren gilt. Weil der Corona-bedingt stockende Wirtschaftsmotor eine Pleitewelle befürchten lässt, erhält diese Sicht derzeit neuen Auftrieb – unter anderem im Dokumentarfilm Oeconomia von Carmen Losmann.

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Die ganz normale Gewalt

Polizeigewalt ist keine Ausnahme
Im Lauf der letzten Jahren hat es vermehrt Debatten um (rassistische) Polizeigewalt gegeben. Während in den USA im Zuge der Black Lives Matter Bewegung zumindest die Forderung »Defund the Police« aufkam, bleibt es hierzulande meist bei der Rede vom »Einzelfall«. Dass die Polizei Ausdruck eines gesamtgesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisses ist, wird wenig beachtet.
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Wie Achille Mbembe des Antisemitismus bezichtigt wurde

Transatlantische Überlegungen über deutsche Farbenblindheit zu Zeiten von #BlackLivesMatter (Zur Diskussion)
in (03.03.2021)
Achille Mbembe war überrascht und schockiert, als er Anfang 2020 erfuhr, er werde des Antisemitismus bezichtigt. Dieser Vorwurf kam ausgerechnet aus Deutschland, wo er zu vielen Anlässen einen überaus freundlichen Empfang bekommen hatte.
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Man kann nicht sicher sein

Themenschwerpunkteditorial iz3w 383 (März/April 2021): Polizeigewalt
Was macht die Polizei, wenn jemand nicht ins Bild passt? Gewalt ist eine Option. Salman Rushdie beschreibt das im Roman »Die satanischen Verse« am Beispiel Großbritannien so: »Sie müssen mir glauben, ich bin Engländer, sagte er, mit Aufenthaltsberechtigung, aber als er keinen Paß und auch kein anderes Dokument zur Identifikation vorzeigen konnte, begannen sie, vor lauter Freude zu heulen, Tränen strömten sogar über die ausdruckslosen Gesichter der Männer in Zivil von der Einwanderungsbehörde. Ja, sagen Sie bloß, kicherten sie, die Papiere sind Ihnen bei Ihrem Sturz wohl aus der Tasche gefallen, oder haben die Meerjungfrauen Ihnen die Taschen im Meer ausgeräumt? In der vor Lachen wogenden Brandung von Männern und Hunden konnte Rosa nicht sehen, ob ein paar der uniformierten Arme vielleicht etwas mit Chamchas Armen machten oder ihre Fäuste mit seinem Bauch oder ihre Stiefel mit seinen Schienbeinen; und sie konnte auch nicht sicher sein, ob es seine Stimme war, die aufschrie, oder ein Hund jaulte.«
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