Medien & Internet

„Anarchopazifistisch. Schon das Wort sprengt mir den Kopf“

Der andere Blick, die Medien und 50 Jahre Graswurzelrevolution

Im Sommer 1972 hat Wolfgang Hertle in Augsburg die Nullnummer der Graswurzelrevolution (GWR) herausgebracht. 50 Jahre später ist die Monatszeitung für eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft immer noch quicklebendig. Doch wie sieht die mediale Öffentlichkeit die GWR? Die Presseschau von Mitherausgeber Bernd Drücke geht auf einige der jüngsten Veröffentlichungen ein. (GWR-Red.)

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Eine glorreiche Wirklichkeit

Kunst in sowjetischen Lesebüchern

Die Generation der aktuellen russischen politischen Elite - so auch Präsident Putin - wurde geprägt vom sowjetischen Schulwesen. Ziel der damaligen Schulbildung war die Erziehung der Sowjetbürger*innen zum Heldentum und dem Glauben an die Sowjetunion. Die zugrundeliegenden Schulbücher genießen bis heute große Popularität und werden gar im Internet als Nachdruck angeboten. Victoria Storozenko beleuchtet die Nachwirkung von Traditionen der Kunsterziehung in der Sowjetunion im heutigen Russland.

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Systemkritik und Utopie

Die graswurzelrevolution auf der VI. Anarchistischen Buchmesse Mannheim

Nach coronabedingter Zwangspause konnte die Anarchistische Buchmesse Mannheim dieses Jahr endlich wieder stattfinden – wie gewohnt wunderbar organisiert durch die Anarchistische Gruppe Mannheim und sogar einen Tag länger als sonst: Vom 26. bis 29. Mai 2022 trafen sich Libertäre, Bücherfreund*innen und Interessierte im forum Mannheim, um an Büchertischen zu stöbern, Vorträge zu hören, mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen, alte Bekannte zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Für die graswurzelrevolution (GWR) war dies der ideale Rahmen, ihr fünfzigjähriges Bestehen zu feiern.

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»Streichen Sie auch Häuser an?«

Themeneditorial iz3w 389 (März/April 2022): Rackets & Bandenherrschaft
Manchmal hilft das Kino dabei, die Absurdität der realen Politik zu fassen. Etwa als Nancy Pelosi 2020 während der Debatte um Donald Trumps Impeachment den Gangsterfilm »The Irishman« zitierte: »Streichen Sie auch Häuser an?« Das Telefonat, in dem Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski mit den Worten »Ich möchte, dass Sie uns einen Gefallen tun« unter Druck gesetzt hatte, erinnerte die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses offenbar an eine Szene aus dem Film. Mit der codierten Begrüßung »Ich hörte Sie streichen Häuser an?« rekrutiert dort der korrupte Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa den Mafia-Killer Frank Sheeran.
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Die vielen Leben der Graswurzelrevolution

Ein kommunikationswissenschaftlicher, aber nicht nur wissenschaftlicher Beitrag zum 50. Geburtstag

Seit ihrer Gründung vor 50 Jahren ist die Graswurzelrevolution (GWR) ein zentrales Medium der gewaltfrei-anarchistischen Szene 
und vieler befreundeter Bewegungen. In seinem Beitrag zum Jubiläum betrachtet der Kommunikationswissenschaftler Armin Scholl die GWR, ihre Rolle in der Zeitungslandschaft und ihre diversen Funktionen für Aktivist*innen und den Diskurs. (GWR-Red.)

 

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Warum vergleicht man Hautfarben?

Themeneditorial iz3w 388 (Januar/Februar 2022): Rassismus und Widerstand
»I can’t breathe.« Das ist hier kein Zitat von George Floyd oder vom 2014 in New York polizeilich ermordeten Eric Garner, sondern von David Dungay. Er starb am 29. Dezember 2015 im Long Bay-Gefängnis in Sydney, nachdem Wärter in seine Zelle gestürmt waren, um ihn am Verzehr von Keksen zu hindern. Sie hielten sein Gesicht nach unten und injizierten ihm ein Beruhigungsmittel. Bevor er starb sagte er zwölfmal, dass er nicht atmen könne. Es ist einer der 450 Todesfälle in staatlichem Gewahrsam, die sich in den letzten dreißig Jahren in Australien ereignet haben. 60 Prozent aller verurteilten jugendlichen Straftäter*innen stammen aus Aborigine-Familien, so auch David Dungay. Aber sie wehren sich. Nicht zuletzt erinnerten Demonstrant*innen auf den Black Lives Matter-Demonstrationen in Australien an David Dungay.
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Freaks, Anarchisten und Riot Grrrls

Comics als Medium sozialer Bewegungen

In seinem Beitrag gibt Maurice Schuhmann eine Übersicht über verschiedene Comicwelten. Außer auf Underground-Comix der 1960er sowie auf Raubkopien und Parodien bekannter Serien wirft er insbesondere einen Blick auf Themen, die aus sozialen Bewegungen kommen und zumindest ansatzweise in Mainstream-Comics Eingang gefunden haben. (GWR-Red.)

 

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»Die weiße puritanische Gesellschaft braucht ihren Sündenbock«

Interview mit Brontez Purnell
Rassismus ist keine geschlechtslose Ideologie. Was bedeutet das aber für die gelebten Realitäten Schwarzer Männer in den USA? Wo stehen homosexuelle Männer in dieser Gleichung? Und was hat das alles mit Punk zu tun? Brontez Purnell kennt all das aus erster Hand. Er ist Musiker bei der Band The Younger Lovers, Tänzer, Filmemacher und Autor mehrerer Romane. Er lebt in Oakland, Kalifornien und gibt das Zine Fag School heraus.
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Fotografieren gegen Rechts

„Theooo, wir war‘n in Hamm.“ Bernd Drücke im Gespräch mit dem Fotografen Theo Heimann

Die Fotos von Theo Heimann dokumentieren Zeitgeschichte aus einer anderen Perspektive. Seit den 1980er Jahren begleitet der Fotograf und Anti-Atom-Aktivist Demonstrationen der sozialen Bewegungen. Die Fotografien des 62-Jährigen sind nicht nur in der Antifa-, Anti-Atom- und Klimagerechtigkeitsbewegung bekannt. Theo Heimann hat als Fotograf für taz und GWR auch die „Querdenken“-Aufmärsche in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen dokumentiert. Mit dem telefonisch aus Berlin zugeschalteten Szenefotografen sprach im Studio des medienforum münster GWR-Redakteur Bernd Drücke.

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