Demirovic, Alex

Alex Demirović ist Philosoph und Sozialwissenschaftler. Er lehrte unter anderem an den Universitäten in Frankfurt am Main und Berlin, ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Fellow am Institut für Gesellschaftsanalyse der Stiftung und Redakteur der Zeitschrift LuXemburg.

Aktuelle Beiträge der Autorin / des Autors

Gelockert in eine neue Normalität der Krise?

Überlegungen zu einer emanzipatorischen Pandemiebekämpfung, Teil 1

Die „allererste Phase“ der Corona-Pandemie sei vorbei, sagte Angela Merkel am 6.Mai, nachdem Bundesregierung und Länder weitreichende Lockerungen der Infektionsschutz-Maßnahmen und einen Fahrplan in eine „neue Normalität“ beschlossen hatten. Tatsächlich ist die akute Gefahr einer katastrophalen Überlastung der Krankenhäuser vorerst gebannt. Der Ansteckungswert R lag in den Tagen vor den Exit-Beschlüssen bei etwa 0,75, also deutlich unter der Grenze von 1, die den Kipppunkt zu exponenziellem Wachstum markiert. Derzeit liegt er mit Schwankungen rund um 1.

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Autoritärer Populismus als neoliberale Krisenbewältigungsstrategie

in (30.04.2018)

In vielen Staaten werden ein Aufschwung von Nationalismus, Autoritarismus und Rassismus und eine Gefährdung des Rechtsstaats und der Demokratie beobachtet. Maßgeblich werden diese teilweise weitreichenden Vorgänge von einem rechten und autoritären Populismus und seinen Vertretern betrieben und repräsentiert. Der autoritäre Populismus bestimmt vielfach die politische Agenda und propagiert national-konservative, ethnozentrisch-rassistische und autoritär-etatistische politische Ziele.

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Kritische Gesellschaftstheorie: Analyse der Kräfteverhältnisse oder Zeitdiagnose – mit einem Seitenblick auf die Beiträge von Slavoj Žižek

in (09.10.2013)

In der marxistischen Gesellschaftstheorie haben sich zwei Weisen entwickelt, zwischen der allgemeinen Theorie und den konkreten gesellschaftlichen Situationen eine theoretische und praktische Beziehung herzustellen: das ist einmal die Zeitdiagnose in der Form von Ideologie- und Kulturkritik, zum anderen die Analyse von Kräfteverhältnissen. Beide haben verschiedene Gegenstände und Argumentationsweisen, ihr Bezug auf die Marxsche Theorie unterscheidet sich, und beide haben wohl auch deswegen zu einem unterschiedlichen Verständnis eben der Bedeutung der Kritik der politischen Ökonomie und ihrer gesellschaftstheoretischen Implikationen beigetragen.

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Multiple Krise, autoritäre Demokratie und radikaldemokratische Erneuerung

in (28.06.2013)

Die Demokratie ist seit Jahren durch eine eher negative Entwicklung gekennzeichnet. Im Zusammenhang mit der Zurechenbarkeit von Entscheidungen und Verantwortlichkeit von demokratischen Instanzen, Korruption und Rechtsstaatlichkeit, Partizipation, Menschen- und Bürgerrechte oder Freiheit der Medien lassen sich Defizite und Erosionsprozesse feststellen. Diese Ansicht teilen viele Publizisten und Wissenschaftler, auch wenn es durchaus positive Bewertungen der Stabilität der parlamentarischen Institutionen und der Zunahme von Bürgerpartizipation gibt.

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Jenseits von Markt und Staat

das Projekt der Demokratisierung der Wirtschaft
in (26.08.2009)

Um die ernste Bedeutung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zu betonen, wird sie oft mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 verglichen. Trotz der Tiefe der gegenwärtigen Krise zeichnet sich bislang nicht ab, dass die Linke im Allgemeinen, die Linkspartei im Besonderen, die sozialen Bewegungen oder die Gewerkschaften darin erfolgreich gewesen wären, der Krise eine kritische Bedeutung zu geben.

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