Europa

Kidfluencing als digitale Kinderarbeit?

Zur Kommodifizierung und Kommerzialisierung von Kindheit im Internet
Der Begriff „Kidfluencer“ bezieht sich auf Kinder und Jugendliche, die durch das Erstellen und Teilen von Inhalten auf Social-Media-Plattformen an Popularität gewonnen haben. Kidfluencing kann stark kommerzialisiert sein und verschiedene Markenkooperationen, Sponsoring und andere kommerzielle Unternehmungen umfassen. Basierend auf einem theoretischen Rahmen, der die Perspektive von Kindern als sozialen Akteuren im digitalen Bereich mit soziologischen Ansätzen zu akzeptabler bzw. potenziell ermächtigender child work und zu schädlicher und ausbeutender child labour verbindet, analysiert dieser Beitrag das Phänomen Kidfluencing anhand von Fernseh- und Online-Dokumentationen über deutschsprachige Kidfluencer und ihre Eltern sowie einer netnografischen Analyse ihrer Social-Media-Konten. Die Analyse zeigt, dass beim Kidfluencing altersspezifische Praktiken von Freundschaften und Freizeitgestaltung digital kommerzialisiert werden, um Traffic in sozialen Medien zu generieren und Werbekontexte für Produktplatzierungen zu schaffen. Kidfluencer sind ein wichtiger Bestandteil digitaler Lieferketten und führen oft alle Aufgaben der Inhaltserstellung selbst aus. Aspekte der Kommerzialisierung werden jedoch in der Regel zwischen Eltern und Fachleuten ausgehandelt, was zu einem Risiko der Ausbeutung von Kindern führen kann.
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Migration – das Ende der Freizügigkeit?

Reisen stößt - in vielerlei Hinsicht - immer wieder an Grenzen, auch an solche zwischen Staaten. Welche Reisenden unter welchen Bedingungen staatliche Grenzen passieren dürfen, ist dabei sehr unterschiedlich. Freier Reiseverkehr innerhalb des sogenannten Schengenraums gilt als eine der größten Errungenschaften der EU. Doch schon immer war dieses Privileg nicht allen Reisenden vergönnt und die Wiedereinführung von Grenzkontrollen schränkt in jüngster Zeit auch die freie Mobilität der EU-Bürger*innen ein.

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Umkämpfte Festung

Dossiereditorial iz3w 409 (Juli/August 2025)

Sie bestehen aus feuerverzinktem Stahl, aus Beton oder Stein, sind mit Klingen oder doppeltem Stacheldraht versehen oder stehen unter Strom. In den letzten 30 Jahren haben sie sich global verfünffacht: Grenzzäune und -anlagen. In Europa haben sie mittlerweile eine Gesamtlänge von über 2.000 Kilometern.

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Spiegel historischer Epochen und sozialer Entwicklungen

Eine kurze Geschichte des touristischen Reisens

"Tourismus" ist eine Spielart freiwilliger, geplanter und zudem zeitlich begrenzter "Migration". Im Unterschied zu anderen Formen der Migration wird Tourismus nicht durch soziales Elend, nicht durch ökonomisch erzwungene oder karrierestrategisch "notwendige" Mobilität erzwungen und ebenso wenig durch die Stigmatisierung sowie Vertreibung ethnischer, politischer oder kulturell-konfessioneller Minderheiten ausgelöst.

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Gesellschaftliche Volksfront von unten?

Vor gut einem Jahr gründete sich das Bündnis Nouveau Front Populaire und verhinderte damit den Sieg des Rassemblement National bei den Europarlamentswahlen. Dennoch sind die Rechten in Frankreich und Europa auf dem Vormarsch. Was es für ein gegenpopulistisches Projekt braucht
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Der Menschenfischer von Marseille

Varian Fry und die Rettung von Flüchtlingen 1940/41

Wenn rechte Parteien erst einmal an der Macht sind, setzen sie bald ihr politisches Programm um. Dies zeigte die NS-Diktatur ab dem 30. Januar 1933. Personen, die dieses Regime ablehnten, mussten um ihr Leben fürchten - und einige flüchteten, soweit dies noch möglich war. Flucht, aber wohin? In manchen Fällen halfen engagierte Unterstützer. Karlheinz Lipp erinnert an die Aktivitäten von Varian Fry.

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75 Jahre Grundgesetz - 75 Jahre NATO

Eine Zeitreise

2009 wagte der marxistische Historiker Eric J. Hobsbawm (1917-2012) in seinem letzten deutschen Interview eine Zukunftsprognose, die unseren Autor Gerhard Schäfer seit seiner ersten Lektüre beschäftigt: "Meine geschichtliche Erfahrung sagt mir, dass wir uns […[ auf eine Tragödie zubewegen. Es wird Blut fließen, mehr als das, viel Blut, das Leid der Menschen wird zunehmen, auch die Zahl der Flüchtlinge.

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