Bildung & Wissenschaft

Von der Staatsableitung zum Europäischen Staatsapparate-Ensemble

Grundzüge und Debatten der materialistischen Staatstheorie
Die klassische Kernfrage der historisch-materialistischen Diskussion um den modernen, bürgerlichen Staat wurde 1923 vom sowjetischen Staatsrechtler Eugen Paschukanis formuliert. Jener fragte: „Warum bleibt Klassenherrschaft nicht das, was sie ist, d.h. die faktische Unterwerfung eines Teiles der Bevölkerung unter die andere? Warum nimmt sie die Form einer offiziellen staatlichen Herrschaft an, oder – was dasselbe ist – warum wird der Apparat des staatlichen Zwangs nicht als privater Apparat der herrschenden Klasse geschaffen, warum spaltet er sich von der letzteren ab und nimmt die Form eines unpersönlichen, von der Gesellschaft losgelösten Apparats der öffentlichen Macht an?“ (1970: 119f.).
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»Verwalter oder Spalter«

Wie weit können Gewerkschaften an der Uni gehen?

Am 27. Oktober letzten Jahres fand in Frankfurt am Main eine gut besuchte Veranstaltung des »unter_bau« zur Frage statt, welche hochschul- und wissenschaftspolitischen Probleme am meisten drängen, mit welcher Organisationsform sie effektiv anzugehen wären und ob und inwiefern ein neue, kämpferische Alternativgewerkschaft dafür ein sinnvolles Instrument sein kann. Bringt der unter_bau Schwung in die Gewerkschaftslandschaft und kann so die Position der Beschäftigten gegenüber dem »Arbeitgeber« stärken?

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Über Staatsverhinderung, Chorsingen und den erbärmlichen Zustand der Gegenwart

Ein Gespräch mit Rüdiger Haude

Dr. phil. Rüdiger Haude ist Kultursoziologe und Historiker. Er lehrt „Historisch orientierte Kulturwissenschaften“ am Historischen Institut der RWTH Aachen. Die Leserinnen und Leser der Graswurzelrevolution kennen ihn durch viele Artikel, die er in den letzten Jahren für die GWR geschrieben hat. Am 10. Februar 2017 wurde er im Studio des Medienforums Münster von GWR-Redakteur Bernd Drücke interviewt. Die einstündige Radio Graswurzelrevolution-Sendung wurde kurz darauf im Bürgerfunk auf Antenne Münster (95,4 MHz) ausgestrahlt.

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Wege zur Neuerfindung der Stadt im Nahen und Mittleren Osten?

Editorial

Baustellen. Wer immer sich in den letzten zehn Jahren in den Großstädten und regionalen Zentren des Nahen und Mittleren Osten einschließlich Nordafrikas und Zentralasiens bewegt hat, konnte ihnen kaum entgehen. Fast schien es, als wäre ein wahres Baufieber in der Region ausgebrochen. Von Dubai bis Doha, von Mekka bis Muscat und von Kairo bis Casablanca scheinen Baukräne die Skyline zu beherrschen – selbst nach Finanzkrise und „arabischem Frühling“. Städtebauliche Megaprojekte dominieren nicht nur in Dubai die Schlagzeilen.

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Frausein in Aserbaidschan

Eine soziokulturelle Analyse einer patriarchalischen Diktatur

In der letzten Silvesternacht sind bei einem Terroranschlag auf den Nachtclub „Reina“ in Istanbul 39 Menschen auf grausame Weise getötet worden. Darunter war eine Aserbaidschanerin, Nurana. Der Anschlag erschütterte die Welt, viele Menschen haben in sozialen Netzwerken auf unterschiedliche Art ihr Beileid kundgetan, Empathie gezeigt und den Terror verurteilt. Wegen den unschuldigen Opfern waren viele auf Anhieb fassungslos. Aber in Asberaidschan interessierten sich die meisten Aserbaidschaner*innen für eine ganz andere Angelegenheit, nämlich die Anwesenheit einer aserbaidschanischen Frau allein in einem Nachtclub.

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