Geschichte

Mosambikanische Vertragsarbeiter*innen in der DDR

Interview mit Madgermanes in Maputo
Die Madgermanes sind wohl die letzte vergessene „Opfergruppe“ im Prozess der viel beschworenen deutschen Einheit und ihrer Aufarbeitung. Erst seit kurzem sind die Madgermanes – für die es weitere Bezeichnungen gibt, wie: mosambikanische Werktätige in sozialistischen Betrieben, Staatsgäste an der Werkbank, Vertragsarbeiter*innen, Gastarbeiter*innen des Ostens, Arbeitsemigrant*innen oder unnötige Fremde – in eine etwas größere Öffentlichkeit gerückt... Vom Vergessen Betroffene kommen in dem Gruppeninterview zu Wort... Das Interview haben Maria Backhouse, Theo Mutter und Miriam Friz Trzeciak für die Peripherie im Mai 2021 online auf Portugiesisch geführt und anschließend ins Deutsche übersetzt. Für die Vermittlung der Kontakte nach Mosambik sowie weitere hilfreiche Unterstützung danken wir Julia Oelkers.
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Die Grenzen des Wachstums

Was bleibt nach 50 Jahren von der legendären MIT-Studie?

Vor 50 Jahren schlug eine Studie wie eine Bombe ein. Im März 1972 erschien die Untersuchung "The Limits to Growth". Die deutsche Fassung "Die Grenzen des Wachstums" kam zwei Monate später auf den Markt. Das Buch verkaufte sich weltweit mehr als 30 Millionen Mal. Es wurde, wie Der Spiegel süffisant bemerkte, zum "erfolgreichsten und einflussreichsten Umwelt-Buch nach der biblischen Schöpfungsgeschichte".1 Norbert Nicoll blickt zurück und fragt, wie die Studie 50 Jahre später zu bewerten ist.

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Mythos Vaterlandsverteidigung

Die letzte Sitzung des Büros der II. Internationale fand am 29. und 30. Juli 1914 in Brüssel statt. Aus Deutschland hatten Hugo Haase, neben Friedrich Ebert gleichberechtigter Vorsitzender der SPD und mit Philipp Scheidemann Vorsitzender der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, der Parteitheoretiker Karl Kautsky und Rosa Luxemburg teilgenommen, sie allerdings als Vertreterin der Sozialdemokratie Polens und Litauens. Thema der Sitzung war der drohende Krieg in Europa. Sie beschloss einen Aufruf an die Arbeiter der vom Krieg bedrohten Länder, den Kampf für den Frieden fortzusetzen.

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Vom Putsch zum Bürgerkrieg

In Myanmar radikalisiert sich der Widerstand
Ein Jahr nach dem Militärputsch in Myanmar ist es der Junta trotz brutaler Gewaltanwendung nicht gelungen, die Proteste zu beenden. Im Gegenteil: Die Reputation des Militärs im Land befindet sich im vollständigen Niedergang. Weiter hat der ein Jahr andauernde Konflikt die gesamte politische Landschaft verändert.
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»Streichen Sie auch Häuser an?«

Themeneditorial iz3w 389 (März/April 2022): Rackets & Bandenherrschaft
Manchmal hilft das Kino dabei, die Absurdität der realen Politik zu fassen. Etwa als Nancy Pelosi 2020 während der Debatte um Donald Trumps Impeachment den Gangsterfilm »The Irishman« zitierte: »Streichen Sie auch Häuser an?« Das Telefonat, in dem Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski mit den Worten »Ich möchte, dass Sie uns einen Gefallen tun« unter Druck gesetzt hatte, erinnerte die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses offenbar an eine Szene aus dem Film. Mit der codierten Begrüßung »Ich hörte Sie streichen Häuser an?« rekrutiert dort der korrupte Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa den Mafia-Killer Frank Sheeran.
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Muss das wirklich sein?

Hefteditorial iz3w 389 (März/April 2022)
Sie sind wieder erreichbar, die tropischen Strände, opulenten Königspaläste, stattlichen Buddha-Figuren und reich verzierten Tempel. Thailand öffnet sich wieder dem Tourismus. Ein harter Lockdown im letzten Corona-Sommer hatte der Branche noch einmal heftig zugesetzt. Aber seit dem 1. Februar ist eine Registrierung für die Einreise wieder möglich – für vollständig Geimpfte und gemäß einem Test & Go-Programm. Bei allem Covid-19-Frust und bei aller Anteilnahme für die Beschäftigten in der thailändischen Tourismusbranche fragen wir uns: Muss das wirklich sein? Neben den vielen Problematiken, die gerade auch deutscher Tourismus nach Thailand mit sich bringt, kommen 2022 politische hinzu.
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Nicht nur koloniales Erbe

Rassismus gegen Schwarze in Marokko
Die Proteste der Black Lives Matter-Bewegung 2020 fanden auch in Marokko Resonanz, vor allem in den Sozialen Medien. Kommt Rassismus in der marokkanischen Öffentlichkeit zur Sprache, so sprechen Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft in der Regel selbst als Opfer von europäischem Rassismus. In den letzten Jahren begann jedoch eine Auseinandersetzung mit eigenen rassistischen Strukturen, Kontinuitäten und Alltagspraktiken.
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Paul Wulf bleibt. Punkt.

Ein Lehrstück in Sachen Erinnerungskultur

Paul Wulf wurde von den Nazis verfolgt und zwangssterilisiert – ein Erlebnis, das ihn zum engagierten antifaschistischen Aufklärer machte. Dieses Vermächtnis führte nach seinem Tod der Freundeskreis Paul Wulf fort, oftmals gegen den Widerstand reaktionärer Kreise. Bernd Drücke schildert in seinem Beitrag für die GWR den Kampf für das Projekt „Münsters Geschichte von unten“ und die Umbenennung des Jöttenwegs. (GWR-Red.)

 

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Der Fall Oury Jalloh

Über die Notwendigkeit selbstorganisierter Ermittlungen
Rassistische Polizeigewalt ist auch in Deutschland tödlich. Einer der bekanntesten Fälle hierzulande ist der Tod von Oury Jalloh in einer Polizeizelle 2005. Bis heute wurde der Fall nicht aufgearbeitet. Doch auf eben diese Aufarbeitung beharrt die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh. Chronologie eines Kampfes gegen institutionelle – rassistische – Windmühlen. die iz3w-redaktion
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