Bildung & Wissenschaft
Professorale Freiheit oder reaktionärer Kulturkampf?
Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit
Seit 2021 existiert mit dem Netzwerk Wissenschaftsfreiheit ein professoral dominierter Zusammenschluss von Wissenschaftler*innen, die in den Medien lautstark die Gefährdung der Wissenschaftsfreiheit durch linken Aktivismus beklagen. Christiane Fuchs wirft in ihrem Beitrag einen genaueren Blick auf das Personal und die Tätigkeiten des Netzwerks.
„Das jeweils relevante gemeinsame Dritte finden…“ Rassismuskritik und/oder Antirassismus? Nachdenken über ein erkenntnispolitisches Feld
Widersprüche, Heft 169, 43. Jg. 2023, Nr.3, 45-62
Proprietarismus*: Eine neue Form von Faschismus?
Es gibt keinen „Anarchokapitalismus“ oder Rechts„libertarismus“
Es kann keinen „Anarchokapitalismus“ geben, weil dies ein Widerspruch in sich wäre. „Anarchismus“, An-Archos, heißt Herrschaftslosigkeit oder Herrschaftsfreiheit und Kapitalismus kann nicht herrschaftsfrei sein.
Zweite Wissenschaftskultur
Der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik und die nachfolgende Transformation der ostdeutschen Gesellschaft, ihre Integration und Subordination in die Bundesrepublik, betraf auch die Wissenschaft. Dies hatte insbesondere für die Gesellschaftswissenschaften in der DDR einschneidende Folgen. Diese lassen sich für die Institutionen mit den Begriffen Abwicklung, Schließung, Auflösung, Auslöschung und Umstrukturierung beschreiben.
Arbeitsrechte für alle
Darf der Blick aus 2023 auf die Streiks von 1973 ein nostalgischer sein? Das Kapital hat daraus gelernt...
Im Oktober 2023 erinnerte Thorsten Bewernitz in der GWR 482 an die „wilden“ Streiks 1973. Der folgende Artikel von Mag Wompel zeigt auf, dass diese Streiks auch deshalb so bedeutend waren, weil damals in vielen Betrieben erstmals internationale und geschlechterübergreifende Solidarität geübt wurde. Diese gelte es wieder zum Leben zu erwecken. (GWR-Red.)
Handlungsfeld duales Studium
Ist das duale Studium - also ein akademischer Qualifizierungsweg, der das Studium an einer Hochschule mit einer Berufsausbildung bzw. umfangreichen Praxisphasen in einem Unternehmen bezeichnet - mehr als eine süddeutsche Besonderheit im deutschen Hochschulsystem? Isabella Albert gibt einen Einblick.
Status und Aufgabe von Hochschulen
Eine Skizze aus hochschulrechtlicher Sicht
Der Hochschultyp "Fachhochschule" (FH) ist etwas älter als 50 Jahre. Lange Zeit war ihr Status ungeklärt; bisweilen galten Fachhochschulen gar als Hochschulen zweiter Klasse. Doch mittlerweile hat sich die deutsche Hochschullandschaft verändert und weiterentwickelt. Dies hat auch hochschul- und wissenschaftsrechtliche Folgen, wie Lukas C. Gundling erläutert.
Nachgefragt: Wie ist das mit den Zivilklauseln?
Interview mit Falk Bornmüller (Universität Jena)
Die Zivilklauselbewegung hat an deutschen Hochschulen einiges bewirkt – an über 60 Hochschulen gibt es Zivilklauselbeschlüsse. Doch vielfach versauern diese Beschlüsse unwirksam durch mangelnde Institutionalisierung, hochschulpolitische Interessen einer Vielzahl an Akteur*innen und zu geringer Normbegründung. In seinem Buch »Zivile Wissenschaft« hat Falk Bornmüller den Prozess der nachhaltigen Umsetzung einer Zivilklausel analysiert und spezifische Bedingungen für die Hochschullandschaft identifiziert.
Koloniale Amnesie
Deutschland und die Schmusedecke des Halb-Erinnerns
Der deutsche Kolonialismus und seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurden lange verdrängt oder geleugnet. Dabei war das deutsche Kolonialreich 1914 das an Fläche drittgrößte nach dem britischen und französischen. In den deutschen Kolonien wurde Widerstand brutal niedergeschlagen. In „Deutsch-Südwestafrika“, dem heutigen Namibia, wurden an den Herero und Nama der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts verübt. In dieser GWR beleuchten wir mit einem Schwerpunkt die deutsche Politik des Verdrängens und des Neo-Kolonialismus in Zeiten der „Energiekrise“. (GWR-Red.)


