Bildung & Wissenschaft

Kidfluencing als digitale Kinderarbeit?

Zur Kommodifizierung und Kommerzialisierung von Kindheit im Internet
Der Begriff „Kidfluencer“ bezieht sich auf Kinder und Jugendliche, die durch das Erstellen und Teilen von Inhalten auf Social-Media-Plattformen an Popularität gewonnen haben. Kidfluencing kann stark kommerzialisiert sein und verschiedene Markenkooperationen, Sponsoring und andere kommerzielle Unternehmungen umfassen. Basierend auf einem theoretischen Rahmen, der die Perspektive von Kindern als sozialen Akteuren im digitalen Bereich mit soziologischen Ansätzen zu akzeptabler bzw. potenziell ermächtigender child work und zu schädlicher und ausbeutender child labour verbindet, analysiert dieser Beitrag das Phänomen Kidfluencing anhand von Fernseh- und Online-Dokumentationen über deutschsprachige Kidfluencer und ihre Eltern sowie einer netnografischen Analyse ihrer Social-Media-Konten. Die Analyse zeigt, dass beim Kidfluencing altersspezifische Praktiken von Freundschaften und Freizeitgestaltung digital kommerzialisiert werden, um Traffic in sozialen Medien zu generieren und Werbekontexte für Produktplatzierungen zu schaffen. Kidfluencer sind ein wichtiger Bestandteil digitaler Lieferketten und führen oft alle Aufgaben der Inhaltserstellung selbst aus. Aspekte der Kommerzialisierung werden jedoch in der Regel zwischen Eltern und Fachleuten ausgehandelt, was zu einem Risiko der Ausbeutung von Kindern führen kann.
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Die Französische Revolution und die Kriegsdienstpflicht

Deutschland will „kriegsfähig“ werden, deshalb steht auch die Wiedereinführung der Militärdienstpflicht auf dem Programm. Der Bürger (und immer mehr auch die Bürgerin) soll den Staat, „unsere Freiheit“, „unseren Wohlstand“ im Prinzip weltweit verteidigen. Für diesen Zweck werden viele Freiheiten eingeschränkt, und vom Wohlstand bleibt auch nicht mehr viel übrig, wenn immer mehr Geld in die Aufrüstung fließt. Eine „Freiheit“ gibt es zumindest für die Soldatinnen und Soldaten nicht.

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Gewalt neu denken?

Konferenz, Leibniz Zentrum Moderner Orient, Berlin, 29.-30. Oktober 2025

Die Konferenz »Rethinking the Past, Present and Future of Violence« am Leibniz Zentrum Moderner Orient brachte Ende Oktober 2025 die Arbeitsgruppen »Gewaltordnungen« und »Soziologie der internationalen Beziehungen« (IPS) der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) zusammen. Die Arbeitsgruppen näherten sich ähnlichen Themen aus unterschiedlichen Forschungsperspektiven, was zu einem fruchtbaren Austausch über die aktuelle Dynamik der internationalen Beziehungen und Gewaltordnungen führte.

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Wessen Schätze?

Globale Konflikte um genetische Ressourcen

Mithilfe von Biotechnologien wird das genetische Material von Pflanzen und anderen Organismen zunehmend nutzbar gemacht. Vieles davon stammt aus dem Globalen Süden, doch die Gewinne sichern sich meist Konzerne aus dem Globalen Norden. Internationale Abkommen zielen auf eine gerechtere Verteilung ab. Was sind die aktuellen Herausforderungen?

Alle Artikel im Schwerpunkt unter: https://www.gen-ethisches-netzwerk.de/publikationen/gid/276

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Which Side Are You On?

Über die Schwierigkeit einer linken Position zur Sterbehilfe

Die Sterbehilfe stellt ein umstrittenes Thema in der politischen und wissenschaftlichen Debatte dar. Meike Gerber und Robin Iltzsche schreiben in ihrem Beitrag über Hintergründe der oftmals dualistisch geführten Aushandlung und skizzieren zwei dominante und widersprüchliche Positionen.

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Juventud global, futuros globales

La era actual se encuentra en un campo de tensión que surge de la ambivalencia de la aceleración como fenómeno de las sociedades supuestamente modernas. En este contexto, el futuro no aparece como un desarrollo uniforme y lineal, sino como un campo de batalla de expectativas y prácticas contradictorias. El futuro genera tanto restricciones como espacios de posibilidad que las personas deben navegar de forma individual y colectiva.
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Global Youth, Global Futures

The present age finds itself caught in a field of tension resulting from the ambivalence of acceleration as a phenomenon of supposedly modern societies. In this context, the future does not appear as a uniform, linear development, but rather as a contested arena of contradictory expectations and practices. The future brings both limitations and opportunities that people must navigate individually and collectively.
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Globale Jugend, globale Zukünfte

Das gegenwärtige Zeitalter befindet sich in einem Spannungsfeld, das sich aus der Ambivalenz von Beschleunigung als Phänomen vermeintlich moderner Gesellschaften ergibt. In diesem erscheint Zukunft nicht als einheitliche, lineare Entwicklung, sondern als umkämpfte Arena widersprüchlicher Erwartungen und Praktiken. Die Zukunft bringt sowohl Einschränkungen als auch Möglichkeitsräume hervor, die Menschen individuell und kollektiv navigieren müssen.
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„Halte durch, Genosse!“

Ein Rückblick auf die 30. Linke Literaturmesse Nürnberg, 31.10. bis 2.11.2025

Die Linke Literaturmesse Nürnberg findet seit 1996 einmal im Jahr Ende Oktober/Anfang November im städtischen Kulturzentrum Künstlerhaus (K4) statt. Sie gilt als größte linke Buchmesse in Deutschland. Das dreitägige Event kombiniert eine Buchausstellung von rund 80 linken Verlagen mit Lesungen und einem umfangreichem Veranstaltungsprogramm.

 

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