Kunst und Populismus

in (18.05.2021)

Lucy Lippard unterschied 1984 zwischen politischer Kunst, die sich mit Themen auseinandersetzt, und aktivistischer Kunst, die sich in sie einmischt. Das bedeutet, die erste thematisiert Politik und die zweite macht Politik.[1] Wir können die aktivistische Kunst noch einmal in zwei Formen unterteilen: Den Agit-Prop und die partizipativ-kollaborative Kunst.

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Ein progressiver Populismus für Europa?

1. „Populist“ gilt in der politischen Landschaft Europas als Schimpfwort. Verständlicherweise, ist Populismus hierzulande doch in der Regel ein Reflex auf Entwicklungen des globalen Kapitalismus, der politisch von rechts kommt. Seit den 1990er Jahren fungiert der Rechtspopulismus in Europa, nicht zuletzt im deutschsprachigen Raum, als spätkapitalistische Krisenerzählung mit dem Ziel der chauvinistischen Abschottung vor wachsendem globalem Konkurrenzdruck und vor von geo- oder klimapolitischen Verheerungen ausgelösten Migrationsbewegungen.

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»Heute gibt es viele, die den Kampf auf sich nehmen«

Interview mit der LGBTIQ-Organisation Sarajevski Otvoreni Centar
Sarajevski Otvoreni Centar (Sarajevo Open Centre, SOC) ist eine feministische Organisation aus Sarajevo, die sich seit etwa zehn Jahren für die Rechte von LGBTIQ (lesbians, gays, bisexual, transgender, intersex)-Personen einsetzt und unter anderem die erste Pride-Parade in Sarajevo 2019 mitorganisiert hat.
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Do swidanija Europa

Der russische Mai kam traditionell einher mit patriotischen Georgsbändchen. Denn „Russland ist anders“, wie ein vielleicht gar nicht so plattes Schlagwort seit langer Zeit kündet. Freiwillige verteilten die orange-schwarz gestreifte symbolische Erinnerung an den Sieg der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Bis zu dessen Feiertag am 9. Mai waren Millionen davon in allen Landesteilen und auch im „nahen und fernen Ausland“ auszugeben. Das meint mit den Nachfolgern der Sowjetunion insgesamt rund 80 Staaten.

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Die autoritäre Pionierin

Hefteditorial iz3w 384 (Mai/Juni 2021)
»Treibt die Türkei in die Diktatur?«, fragte der Romanautor Doğan Akhanlı bei einer Lesung 2018 in Freiburg. Die Frage steht im Untertitel seines Romans »Verhaftung in Granada« und es ist eine rhetorische Frage. 2018 war wieder ein Jahr zahlreicher politischer Inhaftierungen von Gegner*innen des türkischen AKP-Regimes unter Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan gewesen.
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Geschichte von unten erlebbar gemacht

„Ich lehre euch Gedächtnis.“ Paul Wulf: NS-Opfer – Antifaschist – Aufklärer

Paul Wulf war kein bedeutsamer Theoretiker des Anarchismus, kein hervorragender Künstler und er ist auch nicht durch besondere Taten hervorgetreten. Aber es hat gute Gründe, weshalb der Freundeskreis Paul Wulf anlässlich seines 100. Geburtstages im Unrast Verlag ein 304 Seiten starkes Werk über das Leben und Nachleben von Paul Wulf herausgebracht hat. Paul Wulf, Arbeiterkind aus dem Ruhrgebiet, wurde 1938 als 16-Jähriger wegen vermeintlich „angeborenen Schwachsinns“ Opfer der NS-Eugenik.

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Konzert der Großmächte

Die Tatsache, dass es uns gibt,
als Hinweis zu nehmen,
dass es uns auch in Zukunft geben wird,
ist ein gravierender Denkfehler.
Vermutlich der gravierendste.

Rolf Dobelli,
über die Gefahr
induktiven Denkens

Die tägliche Interaktion
ist einem episodischen Engagement
bei weitem vorzuziehen.

Richard N. Haass / Charles A. Kupchan

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Elfriede M.

Wie ein NS-Opfer zur Täterin gemacht wurde

In ihrem Buch „ ‚Gerne will ich wieder ins Bordell gehen...‘ Maria K.s ‚freiwillige‘ Meldung für ein Wehrmachtsbordell“ widerlegt die Historikerin und GWR-Autorin Anne S. Respondek den Mythos der „Freiwilligkeit“ der Frauen in den deutschen Wehrmachtsbordellen, der sich bis heute in der fehlenden Anerkennung der Opfer manifestiert. Basierend auf ihrer Archiv-Arbeit beschreibt Anne S. Respondek in ihrem neuen Artikel für die GWR einen weiteren erschütternden Fall. Die Geschichte von Elfriede M. zeigt wie ein Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs im Nationalsozialismus nach Auschwitz kam.

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Auswandern auf den Mars – wie realistisch ist das?

Elon Musk, der sich neuerdings offiziell „Technoking of Tesla“ nennt, wird nicht müde, als das eigentliche Ziel seiner Raumfahrtpläne die Besiedelung des Mars durch Millionen von Menschen zu verkünden. Er ist fest davon überzeugt, dass die Zukunft der Menschheit nicht auf den Heimatplaneten Erde beschränkt bleiben wird. Eine kühne Vision, aber keine neue.

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