Theorie

Theologie und Revolution

Der Bauernkrieg bei Ernst Bloch

Ein wichtiger Protagonist des mitteldeutschen Bauernkriegs war Thomas Müntzer: ein Theologe. Zufall? Oder war gerade die Theologie für die Revolution unverzichtbar? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Philosoph Ernst Bloch in seinem 1921 veröffentlichten Buch "Thomas Münzer als Theologe der Revolution". Mitten hinein in ein Deutschland der Nachkriegswirren und politischen Neuorientierung fragt der frische Marxist nach der Bedeutung religiöser Utopien und Träume für die Gesellschaft - und findet Antworten im Bauernkrieg des 16. Jahrhunderts.

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Erinnerungspolitische 180°-Wende?

Geschichtsbild und Geschichtspolitik der AfD

Im von der AfD betriebenen Kulturkampf spielt die Umbewertung der deutschen Geschichte eine zentrale Rolle. Bereits 2017 forderte Björn Höcke eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad". Angestrebt ist eine Verharmlosung und Relativierung der Verbrechen des deutschen Faschismus. Dabei ist mittlerweile sowohl eine Radikalisierung des Geschichtsrevisionismus festzustellen, als auch eine wachsende Reichweite bei Teilen der Bevölkerung.

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Racial Capitalism heute: Überlegungen aus Südafrika

Wie Michael Walzer (2020) bemerkt hat, verweist der Terminus "racial capitalism" logisch darauf, dass es so etwas wie "non-racial capitalism" gibt. Er hält das für möglich und argumentiert, dass Kapitalismen etwa in China und Russland Arbeiter:innenklassen ausbeuten, ohne dass diese nach Kriterien von race von ihren Ausbeutenden unterschieden wären; freilich kann es anders begründete Unterschiede geben, etwa aufgrund von Religion. Daraus folgt, dass "racial capitalism" ein Untertypus des allgemeinen Kapitalismus ist, in dem die Ausbeutenden race, Ethnizität, Klasse, Kaste, Religion und andere derartige Markierungen bei der Jagd nach Profit einsetzen – selbst wenn wir vielleicht sagen würden, dass "racial capitalism" zum vorherrschenden Untertypus das Kapitalismus geworden ist und die globale Ausbreitung des Kapitalismus seit dem 17. Jahrhundert geprägt hat.
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Der Menschenfischer von Marseille

Varian Fry und die Rettung von Flüchtlingen 1940/41

Wenn rechte Parteien erst einmal an der Macht sind, setzen sie bald ihr politisches Programm um. Dies zeigte die NS-Diktatur ab dem 30. Januar 1933. Personen, die dieses Regime ablehnten, mussten um ihr Leben fürchten - und einige flüchteten, soweit dies noch möglich war. Flucht, aber wohin? In manchen Fällen halfen engagierte Unterstützer. Karlheinz Lipp erinnert an die Aktivitäten von Varian Fry.

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Forest

As a result of the worsening ecological crisis, the diverse relationships between our societies and their supposedly ‘natural’ environments are increasingly being put to the test and demand a reorientation of our relationship with non-human living beings and the habitats we share. In this special issue, we would like to focus on one of these habitats, the forest.

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Call for Papers "Wald"; PERIPHERIE, Ausgabe 180 (erscheint im Winter 2025)

Infolge der sich zuspitzenden ökologischen Krise stehen die vielfältigen Beziehungen unserer Gesellschaften mit ihrer vermeintlich „natürlichen“ Umwelt zunehmend auf dem Prüfstand und verlangen eine Neuorientierung unseres Verhältnisses zu nicht-menschlichen Lebewesen sowie zu den gemeinsam genutzten Lebensräumen. Mit diesem Schwerpunktheft möchten wir einen dieser Lebensräume, den Wald, in den Blick nehmen.

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75 Jahre Grundgesetz - 75 Jahre NATO

Eine Zeitreise

2009 wagte der marxistische Historiker Eric J. Hobsbawm (1917-2012) in seinem letzten deutschen Interview eine Zukunftsprognose, die unseren Autor Gerhard Schäfer seit seiner ersten Lektüre beschäftigt: "Meine geschichtliche Erfahrung sagt mir, dass wir uns […[ auf eine Tragödie zubewegen. Es wird Blut fließen, mehr als das, viel Blut, das Leid der Menschen wird zunehmen, auch die Zahl der Flüchtlinge.

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