Gesellschaft

Anarchie bleibt unser Ziel

Editorial Graswurzelrevolution Nr. 510, Sommer 2026

Liebe Leser*innen,

 

als Graswurzelrevolution-Redakteur habe ich das Glück, Menschen kennenzulernen, die von einer freiheitlich-sozialistischen Gesellschaft jenseits von Herrschaft und Gewalt träumen. Zu meinen eindrücklichsten Begegnungen zählten die Treffen und intensiven Gespräche mit den Anarchosyndikalisten Helmut Kirschey (1913–2003) (1) und Abel Paz (1921-2009) (2), die die Soziale Revolution in Spanien 1936 erlebt und mitgestaltet haben.

 

„Anarchie ist nur gewaltfrei denkbar, sie bleibt das Fernziel der Menschheit.“
 

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Klimaaktivismus ist notwendig, nicht kriminell!

Ein Interview mit Lea Bonasera, die als Mitgründerin der Letzten Generation kriminalisiert wird

Lea Bonasera, geboren 1997, hat Internationale Beziehungen in Oxford studiert und schreibt dort gerade ihre Doktorarbeit zum Thema „Scheitern der Klimagerechtigkeitsbewegung“. Sie ist Autorin von „Die Zeit für Mut ist jetzt!“ (1) und betreibt mit Dalilah Shemia den Podcast „Tee & Taktik“ (2). 2021 hat Lea die Letzte Generation mitgegründet. Sie hat auf der Straße, vor Ministerien und im Hungerstreik Zivilen Widerstand geleistet.

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Kidfluencing als digitale Kinderarbeit?

Zur Kommodifizierung und Kommerzialisierung von Kindheit im Internet
Der Begriff „Kidfluencer“ bezieht sich auf Kinder und Jugendliche, die durch das Erstellen und Teilen von Inhalten auf Social-Media-Plattformen an Popularität gewonnen haben. Kidfluencing kann stark kommerzialisiert sein und verschiedene Markenkooperationen, Sponsoring und andere kommerzielle Unternehmungen umfassen. Basierend auf einem theoretischen Rahmen, der die Perspektive von Kindern als sozialen Akteuren im digitalen Bereich mit soziologischen Ansätzen zu akzeptabler bzw. potenziell ermächtigender child work und zu schädlicher und ausbeutender child labour verbindet, analysiert dieser Beitrag das Phänomen Kidfluencing anhand von Fernseh- und Online-Dokumentationen über deutschsprachige Kidfluencer und ihre Eltern sowie einer netnografischen Analyse ihrer Social-Media-Konten. Die Analyse zeigt, dass beim Kidfluencing altersspezifische Praktiken von Freundschaften und Freizeitgestaltung digital kommerzialisiert werden, um Traffic in sozialen Medien zu generieren und Werbekontexte für Produktplatzierungen zu schaffen. Kidfluencer sind ein wichtiger Bestandteil digitaler Lieferketten und führen oft alle Aufgaben der Inhaltserstellung selbst aus. Aspekte der Kommerzialisierung werden jedoch in der Regel zwischen Eltern und Fachleuten ausgehandelt, was zu einem Risiko der Ausbeutung von Kindern führen kann.
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Interdisziplinäre Perspektiven auf schleichende Gewalt

4. Jahrestagung, TraCe Netzwerk, Philipps-Universität Marburg, 19.-21. November 2025

Gewalt wird häufig als plötzliches, sichtbares Ereignis wahrgenommen. Viele Formen manifestieren sich jedoch allmählich, über lange Zeiträume und jenseits medialer Aufmerksamkeit. Unter dem von Rob Nixon (2011) geprägten Begriff der »slow violence« werden genau jene Arten von Schädigung verstanden, die sich schleichend entfalten und daher leicht übersehen werden.

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Ein »Ozean des Friedens«?

Die Staaten Ozeaniens zwischen Klimawandel und Geopolitik

Der Klimawandel stellt für die pazifischen Inselstaaten die
größte Gefahr dar. Doch auch wenn sie sich gemeinsam für mehr
Klimaschutz einsetzen, wäre es verkehrt, sie als einen geeinten
Block zu betrachten. Vielmehr ist die Region von großer Vielseitigkeit
geprägt und ringt um regionalen Zusammenhalt. Dieser
wird noch wichtiger, aber auch brüchiger, weil Ozeanien zunehmend
in einen Machtkampf zwischen den USA und China gerät.

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Ruth Weiss (1924-2025)

Nachruf
in (04.03.2026)

Am 5. September 2025 verstarb Ruth Weiss, sie wurde 101 Jahre alt. In ihrem langen und bewegten Leben zwischen dem südlichen Afrika und Westeuropa wirkte sie als aufmerksame Beobachterin und kluge politische Kommentatorin der Ereignisse und Umbrüche in ihrer Heimat in Franken, ihrem Exil in Johannesburg, in Salisbury (dem heutigen Harare) und Lusaka. Als Kind der jüdischen Familie Löwenthal in Fürth geboren, floh sie wegen der antisemitischen Verfolgung in der NS-Zeit mit ihrer Mutter und Schwester 1936 nach Südafrika. Dorthin war ihr Vater bereits drei Jahre zuvor emigriert.

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Gerechtigkeit wird erkämpft!

Globale soziale Rechte als Rahmen für internationalistische Forderungen
in (24.02.2026)

Aus mindestens sechs Gründen ist der Begriff der globalen sozialen Rechte nützlich für linke politische Perspektiven. Ihr Adressat sind weniger staatliche Institutionen als die Akteur*innen, die sie einfordern.

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