Politik

Jenseits von Suttner und Nobel

Anarchistischer Antimilitarismus – Teil 1

Zur Frankfurter Buchmesse im Oktober 2026 erscheint der 600-seitige Sammelband „Anarchistische Aufbrüche. Soziale Transformationen in eine herrschaftsfrei(er)e Welt“ im Unrast Verlag in Münster (ISBN: 978-3-89771-664-3). Als Vorabdruck bringen wir in zwei Teilen eine gekürzte Version des Buchbeitrags von Bernd Drücke. Bei diesem Text handelt es sich um eine redigierte Abschrift eines vom A-Radio Berlin aufgezeichneten und veröffentlichten Vortrags (1) zum Thema „Anarchistischer Antimilitarismus“, den der GWR-Redakteur am 5.

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Vor dem Herbst. Sozialabbau, Militarisierung, Proteste

Im September steht vieles auf dem Spiel. Am ersten Wochenende des Monats versucht bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt die AfD an die Regierungsmacht zu gelangen. Die Entwicklung eines Diskurses der tausend Gefahren, in der alle vor allem ständig auf der Hut sein müssen, spielt ihr in die Hände. Es ist ein Diskurs, der in der aktuellen Politik hegemonial ist, und dessen Grundlagen die Militarisierung des Alltags, das Paradigma des endlosen Krieges und der Angriff auf die Lebensbedingungen der Arbeiter:innenklassen sind.

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Anarchie bleibt unser Ziel

Editorial Graswurzelrevolution Nr. 510, Sommer 2026

Liebe Leser*innen,

 

als Graswurzelrevolution-Redakteur habe ich das Glück, Menschen kennenzulernen, die von einer freiheitlich-sozialistischen Gesellschaft jenseits von Herrschaft und Gewalt träumen. Zu meinen eindrücklichsten Begegnungen zählten die Treffen und intensiven Gespräche mit den Anarchosyndikalisten Helmut Kirschey (1913–2003) (1) und Abel Paz (1921-2009) (2), die die Soziale Revolution in Spanien 1936 erlebt und mitgestaltet haben.

 

„Anarchie ist nur gewaltfrei denkbar, sie bleibt das Fernziel der Menschheit.“
 

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Klimaaktivismus ist notwendig, nicht kriminell!

Ein Interview mit Lea Bonasera, die als Mitgründerin der Letzten Generation kriminalisiert wird

Lea Bonasera, geboren 1997, hat Internationale Beziehungen in Oxford studiert und schreibt dort gerade ihre Doktorarbeit zum Thema „Scheitern der Klimagerechtigkeitsbewegung“. Sie ist Autorin von „Die Zeit für Mut ist jetzt!“ (1) und betreibt mit Dalilah Shemia den Podcast „Tee & Taktik“ (2). 2021 hat Lea die Letzte Generation mitgegründet. Sie hat auf der Straße, vor Ministerien und im Hungerstreik Zivilen Widerstand geleistet.

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Kriegsdienstpflicht und Repression? Ohne uns!

Editorial, Graswurzelrevolution Nr. 509, Mai 2026

Liebe Leser*innen,

unter dem Motto „Stell dir vor, es ist Krieg – und keiner geht hin!“ rufen zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung rund um den 15. Mai 2026 die Graswurzelrevolution, die DFG-VK, Connection e.V., die Internationale der Kriegsdienstgegner*innen und andere antimilitaristische Organisationen zum Protest gegen den „neuen Wehrdienst“ und alle Kriegsdienste in Deutschland und weltweit auf. (1) Wir wollen nicht, dass Menschen zum Töten anderer Menschen ausgebildet werden. Wir wollen keine Zwangsdienste und keine Militarisierung.

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Kidfluencing als digitale Kinderarbeit?

Zur Kommodifizierung und Kommerzialisierung von Kindheit im Internet
Der Begriff „Kidfluencer“ bezieht sich auf Kinder und Jugendliche, die durch das Erstellen und Teilen von Inhalten auf Social-Media-Plattformen an Popularität gewonnen haben. Kidfluencing kann stark kommerzialisiert sein und verschiedene Markenkooperationen, Sponsoring und andere kommerzielle Unternehmungen umfassen. Basierend auf einem theoretischen Rahmen, der die Perspektive von Kindern als sozialen Akteuren im digitalen Bereich mit soziologischen Ansätzen zu akzeptabler bzw. potenziell ermächtigender child work und zu schädlicher und ausbeutender child labour verbindet, analysiert dieser Beitrag das Phänomen Kidfluencing anhand von Fernseh- und Online-Dokumentationen über deutschsprachige Kidfluencer und ihre Eltern sowie einer netnografischen Analyse ihrer Social-Media-Konten. Die Analyse zeigt, dass beim Kidfluencing altersspezifische Praktiken von Freundschaften und Freizeitgestaltung digital kommerzialisiert werden, um Traffic in sozialen Medien zu generieren und Werbekontexte für Produktplatzierungen zu schaffen. Kidfluencer sind ein wichtiger Bestandteil digitaler Lieferketten und führen oft alle Aufgaben der Inhaltserstellung selbst aus. Aspekte der Kommerzialisierung werden jedoch in der Regel zwischen Eltern und Fachleuten ausgehandelt, was zu einem Risiko der Ausbeutung von Kindern führen kann.
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Was bleibt von Rojava?

Diktatfrieden versus Emanzipation und Selbstverwaltung?

Im Januar und Februar 2026 berichteten Maria Blauwig und Robert Krieg mit mehreren Artikeln in GWR 506 und GWR 507 über die dramatischen Entwicklungen in Syrien und das drohende Ende der autonomen Selbstverwaltung in Rojava (Westkurdistan/Nordsyrien). Daran knüpft der folgende Beitrag von Dr. med. Michael Wilk an. Der Notarzt und Psychotherapeut reist seit 2014 nach Rojava und ist Herausgeber von „‚Erfahrung Rojava‘ Berichte aus der Solidaritätsarbeit in Nord-Ostsyrien“ (Edition AV 2022).

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Ruth Weiss (1924-2025)

Nachruf
in (04.03.2026)

Am 5. September 2025 verstarb Ruth Weiss, sie wurde 101 Jahre alt. In ihrem langen und bewegten Leben zwischen dem südlichen Afrika und Westeuropa wirkte sie als aufmerksame Beobachterin und kluge politische Kommentatorin der Ereignisse und Umbrüche in ihrer Heimat in Franken, ihrem Exil in Johannesburg, in Salisbury (dem heutigen Harare) und Lusaka. Als Kind der jüdischen Familie Löwenthal in Fürth geboren, floh sie wegen der antisemitischen Verfolgung in der NS-Zeit mit ihrer Mutter und Schwester 1936 nach Südafrika. Dorthin war ihr Vater bereits drei Jahre zuvor emigriert.

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