Geschichte

Humanität und Schrecken

Das moderne Individuum unter der Guillotine

Die Französische Revolution von 1789 gilt als entscheidende Wegmarke der europäischen Geschichte. Vorstellungen von Gleichheit, Demokratie und Menschenrechten wurden zur Grundlage der modernen bürgerlichen Gesellschaft. Auch das Strafrecht sollte nach Grundsätzen der Humanität neu geordnet werden. Zum bekanntesten Symbol dieses neuen juristischen Systems wurde die vereinheitlichte Methode der Hinrichtung von zum Tode Verurteilten: Die Guillotine. Ben Seel betrachtet die Ambivalenz der Guillotine zwischen Humanität und Schrecken.

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Geborgenheit und Frauenpower

Interview mit Helga, Katja und Clara Tempel über generationsübergreifende Solidarität, Utopien und Gewaltfreien Widerstand

„Geborgenheit spielt eine wichtige Rolle in emanzipatorischen sozialen Bewegungen und trägt dazu bei, dass Menschen langfristig aktiv und widerständig sein können“, schreibt Clara Tempel in ihrem im Oktober 2025 im Verlag Graswurzelrevolution erschienenen Buch „Politische Geborgenheit. vor*ankommen in sozialen Bewegungen“ (1). Die Autorin wurde 1995 in eine anarchistisch-widerständige Familie im Wendland geboren und ist mit der Anti-Atomkraft-Sonne aufgewachsen. 

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Heldentod und Massenmord

Vom Sterben im Krieg

Die Herstellung gesamtgesellschaftlicher "Kriegstüchtigkeit" ist seit der "Zeitenwende" ein zentrales Ziel der herrschenden deutschen Politik. Zur gesteigerten Bereitschaft, Krieg zu führen gehört auch eine gesteigerte Akzeptanz des eigenen Todes im Krieg. "Für das Vaterland" zu sterben ist aber keinesfalls eine neue Idee. Die Geschichte, insbesondere des 20. Jahrhunderts, ist überfüllt mit Gräbern meist junger Männer, die, als "Heldentod" verklärt, auf den Schlachtfeldern ihr Leben ließen.

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Juventud global, futuros globales

La era actual se encuentra en un campo de tensión que surge de la ambivalencia de la aceleración como fenómeno de las sociedades supuestamente modernas. En este contexto, el futuro no aparece como un desarrollo uniforme y lineal, sino como un campo de batalla de expectativas y prácticas contradictorias. El futuro genera tanto restricciones como espacios de posibilidad que las personas deben navegar de forma individual y colectiva.
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Global Youth, Global Futures

The present age finds itself caught in a field of tension resulting from the ambivalence of acceleration as a phenomenon of supposedly modern societies. In this context, the future does not appear as a uniform, linear development, but rather as a contested arena of contradictory expectations and practices. The future brings both limitations and opportunities that people must navigate individually and collectively.
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Globale Jugend, globale Zukünfte

Das gegenwärtige Zeitalter befindet sich in einem Spannungsfeld, das sich aus der Ambivalenz von Beschleunigung als Phänomen vermeintlich moderner Gesellschaften ergibt. In diesem erscheint Zukunft nicht als einheitliche, lineare Entwicklung, sondern als umkämpfte Arena widersprüchlicher Erwartungen und Praktiken. Die Zukunft bringt sowohl Einschränkungen als auch Möglichkeitsräume hervor, die Menschen individuell und kollektiv navigieren müssen.
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Der lange Schatten des deutschen Kolonialismus

Ein Gespräch mit dem deutsch-namibischen Politikwissenschaftler Henning Melber

Den meisten Menschen dürfte kaum bekannt sein, dass das Deutsche Kaiserreich von 1884 bis 1914 das viertgrößte überseeische Kolonialreich der Welt war. Henning Melbers Buch „Der lange Schatten des deutschen Kolonialismus“ kann dazu beitragen, die Wissenslücken zu schließen. Es ist im Oktober 2025 in deutscher Übersetzung im Unrast Verlag erschienen.

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Im Schatten Francos

Spaniens Geschichte vom Bürgerkrieg bis heute

Am 20. November 1975, vor genau 50 Jahren, starb Spaniens Diktator Francisco Franco. Seit seinem militärischen Sieg über die Zweite Republik 1939, in dessen Folge auch die von einer anarchosyndikalistischen Massenbewegung getragene soziale Revolution zerschlagen wurde, hat er das Land über fast vier Jahrzehnte hinweg mit eiserner Hand regiert. Die Historiker Walther L. Bernecker und Sören Brinkmann werfen einen Blick auf die Franco-Diktatur und die Entwicklungen seit dem Spanischen Bürgerkrieg bis heute. (GWR-Red.)  
 

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Die Utopie lebt!

Plädoyer für eine Blickerweiterung der soziologischen Zeitdiagnose und Gesellschaftstheorie
Häufig wird die Gegenwart in gesellschaftstheoretischen und zeitdiagnostischen Debatten als utopielos beschrieben. Furchtbilder, Niedergangserwartungen sowie apokalyptische und rückwärtsgewandte Erzählungen dominierten die Imaginationen von Zukunft. Wir nehmen diese zeitdiagnostische Beschreibung zum Ausgangspunkt, um zu zeigen, dass es trotz dieser Tendenzen falsch ist, die Gegenwart als ein utopieloses Zeitalter zu bestimmen. Diese, aber auch andere verbreitete (Fehl-)Annahmen zur Utopie unterziehen wir einer kritischen Prüfung. Gegen die These vom Ende der Utopie sowie gegen die Fassung von Utopien als ein spezifisches Genre fiktionaler Literatur, als fortschrittlich-emanzipatorische Projekte und als europäisches Phänomen argumentieren wir für einen mehrdimensionalen, elastischen Utopie-Begriff und die Aufwertung der Utopie als Gegenstandsbereich soziologischer Forschung. Eine Soziologie der Utopie hat zum Ziel, als wünschenswert imaginierte Sozialverhältnisse und variierende Vorstellungen des guten Lebens differenziert zu analysieren sowie ihre Verankerung in der sozialen Praxis und Bedeutung für Veränderungsprozesse in Gegenwartsgesellschaften auszuloten.
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