„Pressure from without“ – Soziale und politische Proteste und Bewegungen 2008-2018
Es fehlt nicht an sozialen und politischen Bewegungen in der Bundesrepublik.
Es fehlt nicht an sozialen und politischen Bewegungen in der Bundesrepublik.
Anne Niezgodka ist Mitarbeiterin des Archiv für alternatives Schrifttum (afas) in Duisburg. Sie hat in der Graswurzelrevolution Nr. 424 mit ihrem Artikel „Die Vermehrung der Drückeberger“ an die Geschichte der Selbstorganisation der Zivildienstleistenden erinnert. Dr. Jürgen Bacia ist Mitherausgeber unter anderem von „Bewegung bewahren. Freie Archive und die Geschichte von unten“ (1). Er hat 1985 das afas mitgegründet.
Das Drama um die katalanische Unabhängigkeit – Tragödie oder Komödie, je nach Geschmack und Perspektive – geht in seinen nächsten Akt. Bei Drucklegung dieses Artikels war noch nicht klar, ob es dem unappetitlichen Rechtsbündnis aus konservativer Volkspartei Partido Popular, der rechtsliberalen Ciudadanos und der rechtextremen Partei Vox gelungen ist, Ministerpräsident Pedro Sánchez (PSOE) zu Neuwahlen zu zwingen.
Ausgehend von dem Aufstieg populistischer politischer Bewegungen in Europa, den USA und Lateinamerika in den letzten 20 Jahren hat sich eine lebhafte und kontroverse Debatte um die Bestimmung des Populismus-Begriffes, auch in der Zeitschrift Forum Wissenschaft, entwickelt. An frühere Debattenbeiträge knüpft Kai Mosebach an und skizziert einige kritische Bemerkungen zu der Hoffnung, Populismus per definitionem auszutreiben. Nach dem ersten Teil seines Beitrags in Forum Wissenschaft 4/2018 folgt hier der zweite Teil.
Nun ist es zwanzig Jahre her, dass das ganze künstlerische Feld einem schlimmen Verdacht, ja einer Anschuldigung ausgesetzt wurde: War vorher dank kunstsoziologischer Studien schon klar, dass wir es beim ganzen Kunstbetrieb mit einem sehr bürgerlichen, sehr distinktiven und sehr elitären Feld zu tun haben, kam 1999 ein weiterer Vorwurf hinzu. Luc Boltanski und Ève Chiapello bezichtigten in ihrem 2003 auf Deutsch erschienenen Werk Der neue Geist des Kapitalismusdie sogenannte „Künstlerkritik“, eben jenen titelgebenden Esprit erneuert zu haben.
Sicherheit im öffentlichen Raum? Ja, sicher. So einfach sich das sagen lässt, so sehr muss differenziert werden, was wir unter öffentlichem Raum und unter Sicherheit verstehen.
Öffentlichen Raum sicherstellen
Die repressiven Maßnahmen gegen kritische Wissenschaftler*innen in der Türkei haben mit der Verurteilung mehrerer Kolleg*innen im Dezember 2018 eine neue Dynamik erreicht. Der BdWi unterstützt die Aktivitäten der türkischen und kurdischen Kolleg*innen mit einem offenen Brief 1, aber auch mit Möglichkeiten zur Publikation. Asli Telli Aydemir stellt im Folgenden (in englischer Sprache) die Tätigkeit der Academics for peace vor.
Bewertungen der Digitalisierung sind nicht einheitlich, sondern vom jeweiligen Standpunkt abhängig. Dies gilt auch für die Frage, wie sie Wissenschaft und Forschung, Studium und Lehre beeinflusst. Sie bietet Möglichkeiten zur Erfassung, Speicherung und Verarbeitung gigantischer Datenmengen - fordert aber zugleich Kriterien der Einordnung und Strukturierung. Daraus ergeben sich große Herausforderungen an Studium und Lehre, meint Ines Langemeyer und plädiert für eine Neuerfindung derselben.
Seit der Anfang der Zehnerjahre kontrovers geführten Grundsatzdebatte um die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland ist das Thema weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden. Eine Tagung am Zentrum für Gesundheitsethik an der Evangelischen Akademie Loccum in Hannover vom 29. bis 30. Oktober 2018 wandte sich nun explizit jenen Fragen zu, die durch das Präimplantationsdiagnostikgesetz von 2011 und die PID-Verordnung von 2014 in der Praxis aufgeworfen werden.
pf: Ihr kommt gerade aus Paris, wo ihr ein Konzert gespielt habt. Am Tag Eures Konzerts gab es auch in Frankreich wieder Proteste der gilets jaunes, wie habt ihr das erlebt?
Yana Milev, Künstlerin, Kulturphilosophin, Soziologin, Ethnografin und Publizistin aus Leipzig, forscht und lehrt an der Universität St. Gallen auf dem Gebiet der Kultursoziologie. Seit 2017 leitet sie ein vielversprechendes Forschungsprojekt mit dem Titel: „Entkoppelte Gesellschaft. Liberalisierung und Widerstand in Ostdeutschland seit 1989/90. Ein soziologisches Laboratorium“. Im Rahmen dieses ehrgeizigen Unternehmens werden die Verwerfungen in Gesellschaft, Recht, Wirtschaft und Kultur in der Ex-DDR beleuchtet.