Freie Frauen in der Spanischen Revolution
Im Sommer 2026 feiern wir das 90-jährige Jubiläum der Sozialen Revolution in Spanien, die auf einzigartige Weise durch die Stärke der Arbeiter*innen begonnen und knapp drei Jahre fortgeführt wurde, bis sie durch den Sieg des Faschismus zerschlagen wurde. In der Spanischen Revolution ergriffen nicht nur Männer, sondern auch Frauen die Chance, gegen den faschistischen Putsch und für eine freie Gesellschaft zu kämpfen.
Als die faschistischen Truppen unter der Führung von General Francisco Franco in ganz Spanien am 18. Juli 1936 putschten, war es von Vorteil, dass große Teile der spanischen Arbeiter*innen bereits organisiert waren – vor allem in anarchistischen Organisationen. Mehr als 1,5 Millionen Arbeiter*innen waren bereits Mitglieder in der 1910 gegründeten anarchosyndikalistischen Gewerkschaft CNT (Confederación Nacional del Trabajo, Nationale Konföderation der Arbeit), andere auch in sozialistischen, marxistischen und kommunistischen Organisationen. So konnten sie in knapp der Hälfte des Landes den Putsch niederschlagen und in den republikanischen Gebieten eine Soziale Revolution beginnen.
Vor allem in der anarchistischen Bewegung waren bereits in den 1930ern viele Arbeiterinnen organisiert, aber einige von ihnen fühlten sich von ihren männlichen Genossen nicht als gleichwertiges Mitglied akzeptiert. Daher gründeten Anarchistinnen in Barcelona 1934 eine eigene Frauengruppe: die Kulturelle Frauengruppe CNT (Grupo Cultural Femenino CNT). Durch den Zusatz CNT im Gruppennamen drückten sie ihre Zugehörigkeit zur gemischtgeschlechtlichen Gewerkschaft aus, schufen sich jedoch parallel dazu einen politischen Raum nur für Frauen. Unabhängig von der Kulturellen Frauengruppe CNT in Barcelona gründeten auch in Madrid Anarchistinnen eine Frauengruppe, die dann im April 1936 manifestiert wurde durch die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift: der ersten Ausgabe der „Mujeres Libres“ (Freie Frauen). Die beiden anarchistischen Frauengruppen erfuhren erst im Sommer 1936 voneinander und schlossen sich im September 1936 unter dem Namen „Mujeres Libres“ zu einer nationalen Föderation zusammen. Während des Spanischen Bürgerkriegs (18.7.1936 – 1.4.1939) traten in der republikanischen Zone über 20.000 Frauen der Organisation bei und engagierten sich in über 160 Ortsgruppen. (1)
Parallele Organisierung als Frauen
Die Anarchistinnen, die sich in den Mujeres Libres-Gruppen engagierten, waren zu einem großen Teil auch weiterhin in den gemischtgeschlechtlichen anarchistischen Organisationen aktiv: neben der CNT vor allem bei der 1932 gegründeten Jugendorganisation Juventudes Libertarias (Federación Ibérica de Juventudes Libertarias, JJLL) und in der 1927 gegründeten FAI (Federación Anarquista Ibérica, Iberische Anarchistische Föderation).
„Wir verstanden die Befreiung der Frau nicht als eine Beziehung des Kampfes oder der Konkurrenz mit dem Mann, sondern eher als eine sich ergänzende Beziehung; nicht als ein Wettkampf oder Kräftemessen […].“ (2)
Die Mujeres Libres sahen sich als einen Teil der anarchistischen Arbeiter*innenbewegung, die für die Abschaffung des Kapitalismus und für eine freie Gesellschaft für alle Menschen kämpfte. Im September 1937 legten die Mitglieder in der Satzung fest, dass die Mujeres Libres „als politische Organisation auftreten [wird], die sich mit den allgemeinen Zielen der CNT und der FAI identifiziert“. (3)
Allerdings sahen sich einige der aktiven Anarchistinnen in ihrem Engagement eingeschränkt, da sie patriarchales und sexistisches Verhalten durch anarchistische Genossen wahrnahmen. Zwei Vorfälle von offenem Sexismus sind zum Beispiel, als ein Anarchist behauptete, Frauen gehörten nicht in die anarchistische Bewegung, sondern an den Herd, sowie die Weigerung anarchistischer Arbeiter, von einer Frau unterrichtet zu werden. (4)
Patriarchales Verhalten prangert z. B. Lucía Sánchez Saornil, eine der Gründerinnen der Madrider Mujeres Libres, in der anarchosyndikalistischen Zeitschrift „Solidaridad Obrera“ (Arbeitersolidarität) an: Anarchistische Männer würden ihre Frauen daran hindern, abends zu politischen Veranstaltungen zu gehen, mit der Begründung, diese müssten sich um den Haushalt, die Kinder und das Wohlergehen des Mannes kümmern.
Aber auch wenn Frauen zu den gemischtgeschlechtlichen Veranstaltungen gingen, beteiligten sie sich selten aktiv und blieben schnell wieder fern. Die Gründerinnen der beiden anarchistischen Frauengruppen nahmen an, dass dies sowohl an dem mangelnden Vorwissen der Anarchistinnen lag als auch an der Diskussionsatmosphäre, in der Frauen sich nicht so wertgeschätzt wie Männer fühlten. Sie beschlossen daher, sich selbst und andere Frauen im geschützten Rahmen nur unter Frauen zu bilden.
Aktivitäten
Zwei Monate nach der offiziellen Gründung der Madrider Mujeres Libres-Gruppe begannen gleichzeitig die Soziale Revolution und der Spanische Bürgerkrieg. Durch diese besondere gesellschaftliche Situation bekamen nicht nur die bestehenden Gruppen enormen Zuwachs an Mitgliedern, sondern es gründeten sich in vielen Städten und Dörfern neue Ortsgruppen. Diese waren dezentral und nicht-hierarchisch organisiert und führten vor Ort die unterschiedlichsten Aktivitäten durch. In der Zeitschrift „Mujeres Libres“ lassen sich viele davon nachlesen (5); ich fasse hier einen Teil davon unter den Stichpunkten Bildung, Ausbildung, freie Kindererziehung und Unterstützung der republikanischen Seite im Spanischen Bürgerkrieg zusammen.
Die wichtigsten Voraussetzungen für die Befreiung der Frauen sahen die Mujeres Libres einerseits in der ökonomischen Unabhängigkeit, andererseits in der Fähigkeit, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und eigene Gedanken dazu auszudrücken. Um sich und andere Arbeiterinnen dazu in die Lage zu versetzen, organisierten Mitglieder der Mujeres Libres vor allem in den drei Großstädten der republikanischen Zone – Madrid, Barcelona und Valencia – Bildungskurse und Möglichkeiten der Ausbildung. Die Bildungskurse reichten von Alphabetisierungskursen über Sprachkurse bis zu Kursen in Soziologie, Mathematik und Geographie. Ergänzenden Berufsunterricht boten sie in Barcelona unter anderem für Krankenschwestern, Ingenieurinnen und für Landwirtinnen an; in Madrid gab es unter anderem Ausbildungskurse in Stenografie, Mechanik und Schneidern.
Die Herausgabe der zunächst monatlich erscheinenden Zeitschrift „Mujeres Libres, Kultur und soziale Dokumentation“, diente mehreren Zielen: zum einen, Frauen „geistig, kulturell und sozial zu bilden“ (vorausgesetzt, sie konnten bereits lesen), indem in fast jeder Ausgabe revolutionäre Frauen in der Geschichte vorgestellt wurden, z.B. Vera Figner in der Russischen Revolution. Zum anderen ermöglichte die Publikation einen regelmäßigen Austausch zwischen den Ortsgruppen. In der Rubrik „Aktivitäten der Gruppe Mujeres Libres“ wurde z.B. von der Gründung einer Bibliothek, von Bildungskursen und von der Unterstützung Geflüchteter berichtet. So bekamen die Mitglieder Anregungen aus den anderen lokalen Gruppen. Schließlich sollte die Zeitschrift Frauen für den Anarchismus interessieren und politisieren; so erklärten die Redakteurinnen in der ersten Ausgabe, sie suchten „den grenzenlosen Fortschritt in der direkten und freien Aktion der Massen und der Individuen“ und seien sich sicher, „dass Tausende von Frauen hier ihre eigene Stimme wiedererkennen werden, und bald schon werden wir alle jungen Frauen an unserer Seite haben, die […] mühevoll die Art und Weise suchen, ihre Sorgen in Aktionen umzuwandeln.“ (6)
Zwischen Mai 1936 und Oktober 1938 gab die Redaktion 13 Ausgaben in unterschiedlichen Formaten heraus; zunächst monatlich, seit dem Beginn von Bürgerkrieg und Revolution in wechselnden Abständen. Neben der Befreiung der Frauen durch Bildung, Ausbildung und ökonomische Unabhängigkeit sahen die Mujeres Libres auch die Befreiung der Kinder als unerlässlich für eine freie Gesellschaft an. Durch eine gewaltfreie Erziehung sollten die Kinder frei aufwachsen, in einer koedukativen und freien Schule ihre Interessen kennenlernen und diesen ohne Zwang nachgehen. Mitglieder der Mujeres Libres unterhielten in Barcelona und Terrassa zwei Geburtskliniken, in denen sie Kurse in „bewusster Mutterschaft“ für Schwangere und Mütter sowie Vorsorgeuntersuchungen für Babys und Kinder anboten, und in Valencia gab Amparo Poch y Gascón, eine der Gründerinnen der Zeitschrift und der Madrider Gruppe, Kurse in Kindererziehung. Kinder sollten zu freien, selbst denkenden Menschen erzogen und so die zukünftigen Träger*innen einer freien Gesellschaft werden, denn: „Wenn man den Blick auf irgendeine Gesellschaft richtet, wird man sehen, daß trotz energischer Verbreitung von Wissen im Volk […] diese Gesellschaften […] die Erziehungsmethoden so gewählt haben, daß sie weiter der Machtausübung dienen.“ (7)
Sie plädierten für die Ausbildung neuer Lehrer*innen, da die bürgerlich-kapitalistischen die Kinder in ihrem Sinne weiterhin beeinflussen und so die Revolution konterkarieren würden. Niemand ohne Phantasie, Intuition und Inspiration sollte Lehrer*in werden.
Diese zwei Bereiche, in denen die Mujeres Libres aktiv wurden, können als Grundlagen ihrer anarchistischen Überzeugung bezeichnet werden. Im Gegensatz dazu ergab sich der dritte Bereich, auf den ich hier eingehe, aus den äußeren Umständen der Bürgerkriegssituation: Nach dem Putsch durch Franco und die mit ihm verbündeten Militärs am 18. Juli 1936 bewaffneten sich viele Anarchist*innen, Sozialist*innen und Kommunist*innen, um die Republik zu verteidigen. Viele Mujeres Libres unterstützten aktiv sowohl die Soziale Revolution als auch den Kampf gegen die Franquist*innen – an der Front und im Hinterland. In den republikanischen Volksmilizen, die sich im Juli 1936 gründeten, waren viele Frauen aktiv, darunter viele Anarchistinnen, die neben ihren männlichen Genossen im Schützengraben lagen und kämpften. Nach drei Monaten revolutionärer Milizen erließ die Volksfrontregierung, wie die legale republikanische Regierung hieß, am 21.10.1936 das Dekret über die Eingliederung der Milizen in die regulären Streitkräfte. Danach gab es wieder Hierarchien, unterschiedlichen Lohn für die verschiedenen Dienstgrade, und Frauen wurden vom Kampf mit der Waffe ausgeschlossen, so dass sie entweder die Front verlassen mussten oder als Krankenschwester, Ärztin, Köchin, Wäscherin oder im Postdienst eingeteilt wurden. Tatsächlich wurde das Verbot des weiblichen Frontkampfes jedoch nicht in allen Abschnitten umgesetzt. In den ersten drei Monaten gab es eine eigene Kolonne der Mujeres Libres, und Anarchistinnen wie Concha Pérez Collado kämpften monatelang in gemischten Milizen. (8)
Auch in den Städten und Dörfern kämpften die Mujeres Libres für den Sieg im Bürgerkrieg und die Fortsetzung der Sozialen Revolution. Das große Problem der Lebensmittelknappheit in der republikanischen Zone versuchten sie auf vielfältige Weise zu lösen, z. B. durch Verbreitung von Erkenntnissen aus den Landwirtschaftswissenschaften, wie mit weniger Anstrengung mehr produziert werden könnte, und mit praktischen Tipps zur Vermeidung des stundenlangen Schlangestehens vor Lebensmittelgeschäften.
Differenzen mit anderen Frauenorganisationen
Neben den anarchistischen Mujeres Libres gab es weitere Frauenorganisationen, die während des Spanischen Bürgerkriegs aktiv waren; die größte und einflussreichste war die Gruppe Antifaschistische Frauen (Agrupación Mujeres Antifascistas, AMA). Sie wurde 1933 von der Kommunistischen Partei Spaniens als „Frauen gegen den Krieg und den Faschismus“ (Mujeres contra la Guerra y el Fascismo) gegründet und benannte sich nach dem Wahlsieg der sogenannten Volksfront im Februar 1936 um. Die AMA publizierte die Zeitschrift Mujeres (Frauen) und war mit ca. 60.000 Mitgliedern und über 255 Ortsgruppen größer als die Mujeres Libres. (9)
Zwischen den beiden Frauenorganisation bestanden große Differenzen. Am deutlichsten zeigte sich dies in den Einstellungen zu Bürgerkrieg und Sozialer Revolution: Die Mujeres Libres gingen davon aus, dass der Bürgerkrieg nur mit der Fortführung der Sozialen Revolution gewonnen und die Revolution wiederum nur mit der gleichzeitigen Befreiung der Frauen durchgeführt werden könne. Die Mujeres Antifascistas setzten ihre Priorität auf das Gewinnen des Bürgerkriegs, und da sie dies in einer Volksfront mit den bürgerlichen republikanischen Parteien erreichen wollten, waren sie gegen die Soziale Revolution. Auch in der Frauenfrage nahm die AMA eine andere Position ein. Sie sprachen nicht von der Befreiung der Frau, sondern von Disziplin, Gehorsam und Opferbringen für den Sieg. Während die Mujeres Libres die Arbeiterinnen bilden und aufklären wollten, sammelten die Mujeres Antifascistas zum Teil Frauen in ihren Gruppen, um sie in ihre Demonstrationszüge einreihen zu können. Dabei arbeiteten sie auch mit plakativen Sprüchen, die den Instinkt ansprachen, zum Beispiel, indem sie die Gefahr der Vergewaltigung durch Fremde heraufbeschworen – ein rassistisches Stereotyp, das 80 Jahre später nach der sogenannten Kölner Silvesternacht 2016 wieder Konjunktur hatte. Die Mujeres Libres kritisierten nicht nur dies, sondern auch andere menschenverachtende Slogans der Mujeres Antifascistas. Das berühmteste Mitglied der AMA, Dolores Ibárruri, genannt La Pasionaria, organisierte unter anderem eine Demonstration unter dem Motto „Es ist besser, die Witwe eines Helden zu sein als die Frau eines Feiglings!“
Mit diesem menschenverachtenden Schlachtruf sollten Frauen dazu gebracht werden, ihre Männer unter Druck zu setzen, damit diese sich für den Kampf an der Front meldeten. Die Zeitschrift Mujeres rief Frauen dazu auf, ihre Männer zu denunzieren, falls diese nicht freiwillig an die Front ziehen wollten. (10)
In der Frage der weiblichen Lohnarbeit versprach die AMA den Männern, dass sie nach ihrer Rückkehr von der Front ihre alten Arbeitsplätze wieder bekämen und die Frauen, die sie vertreten hatten, entlassen werden würden. Die Mujeres Libres hingegen betonten das Recht der Frauen auf Lohnarbeit und forderten daher, dass diese ihre Arbeitsplätze behalten dürften.
Aufgrund dieser vielen Differenzen lehnten sie eine Zusammenarbeit mit der AMA ab und begründeten dies in einem offenem Brief. Differenzen mit anderen anarchistischen Organisationen Auch wenn die Mujeres Libres mehr Gemeinsamkeiten mit anarchistischen Organisationen als mit anderen Frauengruppen hatten, war dieses Verhältnis ambivalent. Einerseits teilten sie mit CNT, FAI und JJLL die Grundüberzeugung einer freien Gesellschaft, die von selbstbestimmten Menschen mithilfe direkter Aktion erreicht werden könne, und viele Mitglieder waren gleichzeitig in gemischtgeschlechtlichen anarchistischen oder antifaschistischen Organisationen aktiv – vor allem in der CNT, den JJLL und der Internationalen Antifaschistischen Solidarität (Solidaridad Internacional Antifascista, SIA). Außerdem erhielten Mujeres Libres-Ortsgruppen Geld von der CNT und konnten regelmäßig deren Gewerkschaftslokale für ihre Veranstaltungen und Treffen nutzen. Andererseits wurden sie von männlichen Anarchisten aus diesen Organisationen immer wieder paternalistisch behandelt, was in der offiziellen Ablehnung als vierter Zweig der spanischen anarchistischen Bewegung gipfelte. Dies passierte auf dem Plenum der libertären Bewegung vom 16. bis 30. Oktober 1938 in Barcelona. Die Mujeres Libres hatten einen Antrag formuliert, erhielten jedoch kein Anwesenheitsrecht für das Plenum, sondern durften nur am letzten Tag den Antrag vortragen. Die Antwort war eine große Enttäuschung für die Mujeres Libres: Sie seien nicht kompetent genug und sollten erst mehr Erfahrungen sammeln, bevor sie der vierte Zweig der spanischen libertären Bewegung werden könnten. Mit diesem Totschlagargument wiesen die drei übrigen Gruppen die Frauen ab, die seit über zwei Jahren so aktiv für die Soziale Revolution und die Befreiung der proletarischen Frauen kämpften.
Trotz der Schwierigkeiten, Rückschläge und der wachsenden Bedrohung durch die immer stärker werdenden, durch Nazideutschland und das faschistische Italien unterstützten Franquist*innen blieben die vielen Mujeres Libres-Mitglieder zweieinhalb Jahre lang aktiv im Kampf für eine freie Gesellschaft.
Nach 36 Jahren franquistischer Diktatur war es den Aktivistinnen Ende 1975, nach Francos Tod, endlich wieder möglich, über ihre Beteiligung an der Sozialen Revolution 1936 bis 1939 zu sprechen. In Interviews mit Historikerinnen erzählten Mujeres Libres, dass die drei Jahre in der Sozialen Revolution die beste Zeit ihres Lebens waren, weil sie frei waren, für ihre Ideale kämpften und viele vorher undenkbar scheinende Aktivitäten umsetzen konnten. Einige Frauen wie Sara Berenguer und Concha Pérez machten es sich zur Aufgabe, den nachkommenden Generationen von ihren Erfahrungen zu berichten und diese zu eigenem Engagement zu ermuntern. Sie blieben bis ins hohe Alter politisch aktiv.
Vera Bianchi
Die Historikerin Vera Bianchi schreibt ihre Doktorarbeit über die anarchistischen Frauengruppen Mujeres Libres (Freie Frauen) im Spanischen Bürgerkrieg und den Syndikalistischen Frauenbund in der Weimarer Republik. Ihre Forschungsschwerpunkte sind soziale Bewegungen im 19. und 20. Jahrhundert, Spanischer Bürgerkrieg, Intersektionalität, Anarchismus. Publikationen siehe https://www.clio-online.de/researcher/id/researcher-25777 Kontakt: www.facebook.de/MujeresLibres1936
Zum Thema Mujeres Libres siehe auch: Sara Berenguer Laosa, eine Mujer Libre (Freie Frau): Artikel von Vera Bianchi, in: GWR 510, Sommer 2026, https://www.graswurzel.net/gwr/2026/06/sara-berenguer-laosa-eine-mujer-libre-freie-frau/ ; Amparo Poch y Gascón (1902-1968) – Spanische Ärztin, Anarchistin, Syndikalistin, Pazifistin, Dichterin, Artikel von Gisela Notz, in: GWR 510, Sommer 2026 ; Frauen in der Spanischen Revolution. Interview von Bernd Drücke mit Vera Bianchi, in GWR 442, Oktober 2019, https://www.graswurzel.net/gwr/2019/10/frauen-in-der-spanischen-revolution-2/
Veranstaltungshinweis: Vera Bianchi hält am 27.9.2026 ab 17 Uhr im Cinema Münster (Warendorfer Straße) einen Vortrag zum Thema "Mujeres Libres".
Anmerkungen:
1) Bianchi, Vera: Feministinnen in der Revolution. Die Gruppe Mujeres Libres im Spanischen Bürgerkrieg. Münster 2020 (2003), S. 129.
2) Conchita Liaño Gil, in: Bianchi, Vera (Hg.): Mujeres Libres – Libertäre Kämpferinnen. Übersetzt von Renée Steenbock und Vera Bianchi. Bodenburg 2019, S. 38.
3) Satzung der Mujeres Libres, Kapitel 1, Artikel 2, in: Bianchi, Vera (Hg.): Mujeres Libres, S. 95. 4) Ackelsberg, Martha A.: Free Women of Spain. Anarchism and the Struggle for the Emancipation of Women. Bloomington 1991, S. 64.
5) https://www.solidaridadobrera.org/ateneo_nacho/paginasperiodicos/mujeres_libres.html
6) Mujeres Libres, Nr. 1, Madrid, Mai 1936, in: Bianchi (Hg.), Mujeres Libres, S. 28.
7) Pilar Grangel, in: Mujeres Libres, Nr. 10, zitiert in: Nash, Mary: Mujeres Libres. Die freien Frauen in Spanien 1936 – 1978. Ausgewählt und aus dem Spanischen übersetzt von Thomas Kleinspehn. Berlin 1979, S. 116.
8) Zu Concha Pérez: Bianchi, Vera: Concha Pérez und Sara Berenguer: zwei spanische Widerstandskämpferinnen. 25.11.2015. https://www.bzw-weiterdenken.de/2015/11/concha-perez-und-sara-berenguer-zwei-anarchistische-widerstandskaempferinnen-in-spanien/. Abruf: 9.5.2026.
9) Nash, Mary: Rojas. Las mujeres republicanas en la Guerra Civil. Madrid 1999 (Auf englisch: „Defying Male Civilization“), S. 112.
10) Mujeres, 1. Epoche, Nr. 14, 8.5.1937, S. 2.
Artikel aus: Graswurzelrevolution Nr. 510, Sommer 2026, www.graswurzel.net


