Redaktion iz3w,

Aktuelle Beiträge der Autorin / des Autors

Wahlen über Discord

Dossiereditorial iz3w 411 (November/Dezember 2025)

»Nepals Parlament ist gerade auf Discord«, schrieb eine Userin laut New York Times Anfang September auf eben jener Online-Plattform. So wurde die Gaming-Chat-App Discord kurzerhand zur zentralen Diskussions- und Organisierungsplattform einer jungen Protestbewegung, nachdem die nepalesische Regierung innerhalb weniger Tage im Angesicht von Massenprotesten fiel.

» mehr

Ungesunder Backlash

Dossiereditorial iz3w 410 (September/Oktober 2025)

»Die Kräfte gegen die grundlegenden Werte der Familie agieren lokal und international. Sie versuchen uns zu spalten, um uns zu besiegen.« Das sind die Worte von Anita Among, Parlamentssprecherin von Uganda. Sie nahm am 9. Mai 2025 an der dritten »Interparliamentary Conference on Family and Sovereignity« in der ugandischen Hauptstadt Entebbe teil. Ebenfalls beteiligt an der ‚Familienkonferenz‘ waren der ugandische Präsident Yoweri Museveni, die First Lady und Bildungs- und Sportministerin Janet Kataaha Museveni sowie fundamentalistisch-christliche Akteure aus den USA und Europa.

» mehr

Umkämpfte Festung

Dossiereditorial iz3w 409 (Juli/August 2025)

Sie bestehen aus feuerverzinktem Stahl, aus Beton oder Stein, sind mit Klingen oder doppeltem Stacheldraht versehen oder stehen unter Strom. In den letzten 30 Jahren haben sie sich global verfünffacht: Grenzzäune und -anlagen. In Europa haben sie mittlerweile eine Gesamtlänge von über 2.000 Kilometern.

» mehr

Grenzwertig

Hefteditorial iz3w 404 (September/Oktober 2024)

Wir können es nicht lassen: Einmal wieder schauen wir an die EU-Außengrenzen und die damit verbundene Migrationspolitik der EU. Bei der ganzen Polemik gegen Geflüchtete fällt es immer schwerer, die demokratischen und rechtsextremen Positionen auseinanderzuhalten. Hierzulande lässt Abschiebekanzler Scholz es ahnen: Rechte Asylpolitik machen auch die Parteien der sogenannten Mitte. Anfang Juli kündigt eine unscheinbare Meldung aus Polen an, wie Rechtsaußenpositionen in das ganz normale Behördenhandeln Einzug halten.

» mehr

»Du bist okay – Du stellst dich zu den anderen«

Dossier-Editorial "Genozide" (iz3w 403, Juli/August 2024)
Vom 7. April bis Mitte Juli 1994 ermordete die ruandische Hutu-Mehrheit drei Viertel der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit. Zwischen 500.000 und einer Million Menschen wurden getötet. 100 Tage wurde nicht interveniert – obwohl die Welt zuschaute. Beendet wurde das Morden erst mit dem Sieg der Rebellenbewegung Ruandische Patriotische Front (RPF), in der Tutsi aus Ruanda und anderen Ländern kämpften. Die internationale Gemeinschaft dagegen hatte komplett versagt.
» mehr

Krasse Krise und ein Ruck nach rechts

Hefteditorial iz3w 403 (Juli/August 2024)
Der Autoritarismus ist in verschiedenen Ausprägungen weltweit verbreitet. Auch bei den Wahlen zum EU-Parlament legten die rechten Bündnisse zu. Die globale Rechte profitiert vom ökonomischen Strukturwandel. Mit der realen Verunsicherung, die dieser erzeugt, macht sie Politik. Angst und Ressentiments werden geschürt und überall Scheinprobleme erfunden, um mit autoritären Scheinlösungen zu reagieren. Überzeugende Fürsprecher*innen für die sozial verträgliche Regulierung der Krisen oder gar für den radikalen Umbau sind kaum in Sicht. Immerhin, auch die Rechten jammern und das Feld bleibt umkämpft.
» mehr

Die Angst geht wieder um

Dossier-Editorial "Queere Bewegungen" (iz3w 401, März/April 2024)
Noch nie war eine Altersgruppe so wenig heteronormativ. Laut Umfragen der letzten Jahre bezeichnen sich 15 bis 39 Prozent der Gen Z als queer. In Politik, Literatur, Wissenschaft, Serien, Popkultur oder Arbeitswelt: Queerness ist präsent wie noch nie. Und das gilt bei weitem nicht nur für westliche Popkultur – im Krieg gegen die Ukraine etwa kämpfen Queers explizit sichtbar gegen Russland (Seite 40). Queere Beziehungsformen, Lebensentwürfe und Identitäten gehören zunehmend zum sichtbaren Leben.
» mehr

Bis zur Überhitzung?

Dossiereditorial iz3w 399 (November/Dezember 2023): Klimakrise
»Die Luft erinnerte ihn an eine Sauna. Es war die kühlste Zeit des Tages«, heißt es zu Beginn von Kim Stanley Robinsons Roman »Das Ministerium für die Zukunft.« Die Klimakatastrophen-Literatur ist längst zu einem eigenen Genre geworden. Begleitend konstatiert Copernicus, der Klimawandeldienst der EU, im Jahr 2023 die globale Wetterlage: »Der wärmste August folgt auf den wärmsten Juli und Juni«. In den indischen Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar gab es Mitte Juni eine Hitzewelle, die Temperaturen von 45 Grad Celsius erreichte. In Marokko wurde im August die Marke von 50 Grad überschritten. Die Folgen reichen von Ernährungskrisen und Migration bis hin zu Stromausfällen, sinkender Produktivität, Hitzetoten und vielem mehr.
» mehr

Eskalation im Kosovo

Hefteditorial iz3w 399 (November/Dezember 2023)
Wenn es schlecht läuft, geht der 24. September 2023 in die Geschichte des Kosovo ein. Als der Tag, an dem der jahrelang heruntergekühlte Konflikt wieder vollends eskalierte. An jenem Tag verübte eine paramilitärische proserbische Gruppe einen Anschlag im Norden des Kosovo. In dem kleinen Dorf Banjska blockierte die dreißigköpfige Gruppe eine Straße. Als die kosovarische Polizei anrückte, eröffneten sie das Feuer und töteten einen Polizisten. Anschließend verschanzte sich die Gruppe in einem serbisch-orthodoxen Kloster. Die kosovarische Polizei stürmte das Gelände, drei Mitglieder der Gruppe wurden getötet, weitere verletzt und verhaftet. Viele konnten jedoch nach Serbien entkommen. Darunter Milan Radoicić, ein kosovarisch-serbischer Lokalpolitiker, der durch Drohnenaufnahmen identifiziert wurde.
» mehr