Kultur
Nachruf auf Georges Moustaki
Wo immer Georges Brassens, der anarchistische Revolutionär des französischen Chansons mit dem wuchtigen Schnauzbart, im Paris der frühen fünfziger Jahre seine frechen Lieder sang, folgte ihm ein Schatten: ein hagerer junger Mann mit leicht südländischem Aussehen und einem Lächeln, das hundert Zähne zeigte. Nur, dass er sich offenbar selten getraute, zu lächeln. Meist saß er da, in der letzten Reihe, hielt die Hände fest im Schoß gefaltet und wandte den Blick nicht von der Bühne, auf der Brassens schwitzte und rackerte.
„Die anarchistische Nacht“
Anarcho-Poetry
Die Nacht ist schwarz wie eine anarchistische Fahne, als hätte der Horizont sich abgerollt & aufgerichtet und wollte den bodenständigen Sätzen zeigen, was Verwehung ist, wie Höhe entsteht von e
Afrika, Mexiko
Vier Fotobücher
Zwischen 2006 und 2008 bereist der Magnum1-Fotograf Carl de Keyzer die Demokratische Republik Kongo (vormals Zaire, davor Belgisch-Kongo), mit einem 1958 – also noch während der Kolonial
Kunst als Waffe
Fremd- und Selbstbestimmung
Bei den meisten Demonstrationen und Protestcamps weltweit werden Plakate, Spruchbänder, Protestlieder, Graffitis und andere Formen der Straßenkunst medienwirksam eingesetzt. So auch in Tunesien, Ägypten und Syrien. Vor dem Eindruck der Diktatur wurde dies in Europa bereits als Kunst betrachtet. Handyfotos, Videomitschnitte von Demonstrationen, von Polizeigewalt und von Sit-ins sowie Berichte im Internet galten als Bürgerjournalismus und Zeichen einer neuen Freiheit. Auch wenn es all dies bereits Jahre zuvor gegeben hat. In ihrem Artikel setzt sich Irit Neidhardt kritisch mit der Beziehung zwischen Kunst und Protest auseinander.
Juri und Miranha
- begierigen Blicken ausgesetzt, vermessen und vergessen
„Typisch München“
(eb) Ein Besuch in der Dauerausstellung des Münchner Stadtmuseums „Typisch München“: Neben dem „angeblichen Schlüsselbein Heinrichs des Löwen“ und „Waldi“, dem Olympiamaskottchen von 1972 hängt da in der Abteilung, in der das München des 19. Jahrhunderts repräsentiert wird, ein Bronzerelief. Es hängt dort, weil es ein frühes Werk des bedeutenden Erzgießers Johann Baptist Stiglmaier war. Auf der begleitenden Ausstellungstafel wird aber noch eine weitere Geschichte erzählt, die sicherlich eher selten als „typisch München“ betrachtet wird – die Geschichte der „Indianerkinder Juri und Miranha“, deren Grab das Relief einmal geschmückt hat.
Taqwacore
Islam, Punk und dumme Deutsche
Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass Michael Muhammad Knight seinen Roman „The Taqwacores“ erstmals veröffentlichte. Seither ist viel geschehen.
Causing Trouble. Zum Forschungsvorhaben Another Roadmap
Die vielleicht gewiefteste Leserin der Textsorte Policy, die Theoretikerin in Sachen Gender and Race, Sara Ahmed, schlägt vor, sich darauf zu konzentrieren, was in diesen performativen Dokumenten nicht gesagt wird. Und sich nicht darauf zu verlassen, dass auch getan wird, was gesagt wird:
First Slogan: Was die Kunst im Aktivismus kann
Die Diskussion um Kunst, Aktivismus und die Vermittlung politischer Inhalte im (institutionellen) Kunstfeld scheint spätestens seit der letzten, von Artur Zmijewski kuratierten 7.


