Ökonomie

Drakonisch durchgesetzt

Das Nickelproletariat und die Umweltfrage in Indonesien
Am Nickelabbau in Indonesien lässt sich zeigen, wie eng die soziale mit der ökologischen Frage verknüpft ist. Zur Lösung dieser Probleme den Fokus nur auf Konsumkritik und die Lieferketten zu legen, greift jedoch zu kurz. Zudem braucht es eine internationale Organisierung.
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Tief unten

Themeneditorial iz3w 393 (Nov./Dez. 2022) zu "Rohstoffe"
»Wir fordern einen EU-weiten Ausstieg aus dem Verkauf neuer Pkw und Lieferwagen mit Verbrennungsmotor bis spätestens 2035.« Der Satz stammt nicht von Klimaktivist*-innen, sondern aus dem Brief eines Industriebündnisses an das EU-Parlament. Unter den Unterzeichner*innen befinden sich auch die Automobilkonzerne Ford und Volvo. Deren Motiv dürfte eher ein Marktvorteil gegenüber der noch länger auf Verbrenner setzenden deutschen Automobilindustrie sein, als das ökologische Gewissen – jedenfalls: Die Industrie ist im Umbruch.
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Vom Mut der Verzweiflung

Mit der Beendigung des Ankaufs von Wertpapieren und der Anhebung der Leitzinsen um 0,5 Prozent im Juli hat die Europäische Zentralbank (EZB) einen wichtigen Schritt in Richtung Wiederherstellung geldpolitischer Normalität vollzogen. Sie hatte lange gezögert, bis sie sich endlich dazu entschlossen hat. Aber es gab auch gute Gründe dafür, nicht übereilt zu handeln, sondern die „Zinswende“ umsichtig und maßvoll zu vollziehen. Letztlich ließ ihr der anhaltend hohe Anstieg der Verbraucherpreise in der Eurozone aber keine Wahl.

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Mosambikanische Vertragsarbeiter*innen in der DDR

Interview mit Madgermanes in Maputo
Die Madgermanes sind wohl die letzte vergessene „Opfergruppe“ im Prozess der viel beschworenen deutschen Einheit und ihrer Aufarbeitung. Erst seit kurzem sind die Madgermanes – für die es weitere Bezeichnungen gibt, wie: mosambikanische Werktätige in sozialistischen Betrieben, Staatsgäste an der Werkbank, Vertragsarbeiter*innen, Gastarbeiter*innen des Ostens, Arbeitsemigrant*innen oder unnötige Fremde – in eine etwas größere Öffentlichkeit gerückt... Vom Vergessen Betroffene kommen in dem Gruppeninterview zu Wort... Das Interview haben Maria Backhouse, Theo Mutter und Miriam Friz Trzeciak für die Peripherie im Mai 2021 online auf Portugiesisch geführt und anschließend ins Deutsche übersetzt. Für die Vermittlung der Kontakte nach Mosambik sowie weitere hilfreiche Unterstützung danken wir Julia Oelkers.
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Defizit Spending für Aufrüstung und Krieg

Der US-amerikanische Spitzendiplomat und Historiker Georg F. Kennan (1904–2005) – übrigens ein Kritiker der NATO-Osterweiterung – schrieb Ende der 1980er Jahre: „Sollte die Sowjetunion morgen untergehen, müsste das amerikanische militärisch-industrielle Establishment grundlegend so weitermachen wie bisher, bis ein anderer Gegner erfunden („invented“) ist.

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Ungesunde Ökologien, prekäre Arbeit und Pandemie in der globalisierten Fleischindustrie im Süden Brasiliens

Etwa achtzehn Monate nach Beginn der Pandemie lassen aktuelle Zahlen keinen Zweifel daran, dass COVID-19 zum tragischsten Ereignis der Gegenwartsgeschichte geworden ist. Am 15. November 2021 ging das Coronavirus Resource Center der John Hopkins Universität von weltweit mehr als 257 Mio. bestätigten Infektionen und 5,15 Mio. Toten aus. Zeitgleich wurden laut Angaben des #PainelConass COVID-19 in Brasilien bereits mehr als 610.000 Todesfälle gezählt. Aber nicht nur die Zahlen und ihre durchaus wichtigen biomedizinischen und epidemiologischen Wirkungen sind von Bedeutung. Denn die Pandemie als multiples und ungleiches Ereignis geht nicht in den globalen Narrativen über den Krankheitserreger auf. Viel eher fordern immer auch sozioökonomische, kulturelle, politische, ökologische, kollektive sowie individuelle Unterschiede die Homogenität des Risikos, der Krankheit und der entsprechenden Sorge heraus. Aus einer anthropologischen Perspektive macht das Virus allein nicht die Pandemie aus. Stattdessen gibt es immer ein mehr oder weniger kontingentes Geflecht an Bedingungen, aufgrund derer Ereignisse wie dieses an Form, Verbreitung und Intensität gewinnen.
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Überzogene Erwartungen an die EZB

Steigende Preise und Inflation, Geldentwertung und Euro-Verfall sind gegenwärtig die Hauptthemen der ökonomischen Berichterstattung. Und der Krieg in der Ukraine trägt dazu bei, dass die Teuerung auch weiterhin ein zentrales Thema bleiben wird. Mit dieser Entwicklung sind für die privaten Haushalte und für viele Unternehmen höhere Kosten und Belastungen, Vermögensverluste und Wohlstandseinbußen verbunden. Dies wird in den Medien breit diskutiert und lautstark beklagt. Häufig jedoch, ohne dass die dafür Verantwortlichen korrekt benannt werden.

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Der Wert der Kunst im Buch

in (14.03.2022)

Der Wert der Kunst lässt sich nicht auf den Warenwert künstlerischer Arbeiten reduzieren. Sie ist das wert, was wir ihr „an Aufmerksamkeit, also an Lebensenergie und Lebenszeit“ zu spenden bereit sind, schreiben Christian Saehrendt und Stehen T. Kittl in ihrer unterhaltsamen Studie zur Gegenwartskunst. Der symbolische Wert ist schließlich selbst erst die Voraussetzung für den ökonomischen Wert von Kunst, wie schon Pierre Bourdieu betont hatte. Zudem ist er prekär. Es gibt keine ewigen Werte im Kunstfeld, ständig muss an ihnen gearbeitet werden.

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Kunst als Veredelung

Eine Weile wollten die linksliberalen Bürger*innen es so aussehen lassen, als wäre in der Nazizeit nur eines nicht entartet gewesen: die Kunst. Das könnte sogar ein Topos der Nachkriegsliteratur sein. Wer ein westdeutsches Gymnasium durchlaufen hat, erinnert sich an den verfolgten, edlen Künstler in der Deutschstunde (1968) von Siegfried Lenz und an die verfolgte, edle Skulptur à la Barlach in Sansibar (1957) von Alfred Andersch. 

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