Politik

Racial Capitalism heute: Überlegungen aus Südafrika

Wie Michael Walzer (2020) bemerkt hat, verweist der Terminus "racial capitalism" logisch darauf, dass es so etwas wie "non-racial capitalism" gibt. Er hält das für möglich und argumentiert, dass Kapitalismen etwa in China und Russland Arbeiter:innenklassen ausbeuten, ohne dass diese nach Kriterien von race von ihren Ausbeutenden unterschieden wären; freilich kann es anders begründete Unterschiede geben, etwa aufgrund von Religion. Daraus folgt, dass "racial capitalism" ein Untertypus des allgemeinen Kapitalismus ist, in dem die Ausbeutenden race, Ethnizität, Klasse, Kaste, Religion und andere derartige Markierungen bei der Jagd nach Profit einsetzen – selbst wenn wir vielleicht sagen würden, dass "racial capitalism" zum vorherrschenden Untertypus das Kapitalismus geworden ist und die globale Ausbreitung des Kapitalismus seit dem 17. Jahrhundert geprägt hat.
» mehr

Der Menschenfischer von Marseille

Varian Fry und die Rettung von Flüchtlingen 1940/41

Wenn rechte Parteien erst einmal an der Macht sind, setzen sie bald ihr politisches Programm um. Dies zeigte die NS-Diktatur ab dem 30. Januar 1933. Personen, die dieses Regime ablehnten, mussten um ihr Leben fürchten - und einige flüchteten, soweit dies noch möglich war. Flucht, aber wohin? In manchen Fällen halfen engagierte Unterstützer. Karlheinz Lipp erinnert an die Aktivitäten von Varian Fry.

» mehr

Neoaristokratischer Antifeminismus

Ungefähr einhundert weitgehend verwandte „Adelige“ dominieren im deutschsprachigen Raum den familienbezogenen Antifeminismus

Unter „familienbezogenen Antifeminismus“ oder kürzer: „Familismus“ wird hier die Agitation für stärkere Bestrafung von Schwangerschaftsabbrüchen, gegen die Gleichstellung von Schwulen, Lesben und Transpersonen, Sexualaufklärung an Schulen, aber auch die Reform der Katholischen Kirche, die sie gerne, wie die Gesamtgesellschaft noch patriarchaler hätten, verstanden.

» mehr

Nachgefragt: Syrien nach der Diktatur?

Interview mit Sophie Bischoff, Adopt a Revolution

Im Dezember 2024 fiel das Regime al-Assad. Eine über 50 Jahre währende Diktatur in Syrien wurde damit beendet. Zum ersten Mal seit vielen Jahren können Syrer*innen weltweit aufatmen. Viele kehren nun aus dem Exil in ihre Heimat zurück, und sei es nur für einen ersten Besuch. Aber auch solidarische Aktivist*innen, die seit über einem Jahrzehnt versuchen, die Arbeit der syrischen Zivilgesellschaft trotz Diktatur und Krieg aus dem Ausland zu unterstützen, konnten erstmals einreisen.

» mehr

Unterlassene Hilfeleistung?

Die internationale Gemeinschaft und ein möglicher Völkermord im Sudan

Vergangene Gewaltexzesse gegen einzelne Bevölkerungsgruppen machen eine Gesellschaft besonders anfällig für einen erneuten Ausbruch von Massengewalt. Dieses Risiko von Gräueltaten steigt im Kontext eines bewaffneten Konfliktes noch einmal signifikant an. Der brutale Krieg im Sudan ist vor diesem Hintergrund mehr als nur ein »vergessener Konflikt«. Die verfehlte Politik der Staatengemeinschaft hat zentral zur Konflikteskalation und humanitären Katastrophe im Sudan beigetragen – rund 20 Jahre nach dem Völkermord von Darfur drohen erneut genozidale Massenverbrechen im Westen des Landes.

» mehr

Westpapua

Am Rande Indonesiens, abseits der Nachrichten

Der Konflikt in Westpapua ist seit über 60 Jahren ein vergessener Konflikt. Eine fortgeführte Kolonialisierung, ein Versagen der internationalen Politik und geopolitische sowie ökonomische Interessen steuern die (Un-)Sichtbarkeit des Konflikts. Verbunden ist dies alles mit nationaler politischer Propaganda und der Kontrolle über Informationen, Medien und dem durch die indonesische Regierung erschwerten physischen Zugang in die Region – auch unter Anwendung von Druck und Gewalt sowie der Steuerung der lokalen Politik.

» mehr

Katastrophen-Nationalismus

Über autoritäre Kipppunkte weltweit
Der aufkeimende Faschismus lebt von akuten und chronischen Katastrophen. Seine Wegbereiter, ob Trump, Modi oder Milei, zielen nicht unbedingt auf die Abschaffung des Parlamentarismus, sondern auf einen konstitutionellen Bruch in Richtung autoritäre Demokratie.
» mehr

Forest

As a result of the worsening ecological crisis, the diverse relationships between our societies and their supposedly ‘natural’ environments are increasingly being put to the test and demand a reorientation of our relationship with non-human living beings and the habitats we share. In this special issue, we would like to focus on one of these habitats, the forest.

» mehr
Subscribe to Politik