Krieg & Frieden

Was bleibt von Rojava?

Diktatfrieden versus Emanzipation und Selbstverwaltung?

Im Januar und Februar 2026 berichteten Maria Blauwig und Robert Krieg mit mehreren Artikeln in GWR 506 und GWR 507 über die dramatischen Entwicklungen in Syrien und das drohende Ende der autonomen Selbstverwaltung in Rojava (Westkurdistan/Nordsyrien). Daran knüpft der folgende Beitrag von Dr. med. Michael Wilk an. Der Notarzt und Psychotherapeut reist seit 2014 nach Rojava und ist Herausgeber von „‚Erfahrung Rojava‘ Berichte aus der Solidaritätsarbeit in Nord-Ostsyrien“ (Edition AV 2022).

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Die Französische Revolution und die Kriegsdienstpflicht

Deutschland will „kriegsfähig“ werden, deshalb steht auch die Wiedereinführung der Militärdienstpflicht auf dem Programm. Der Bürger (und immer mehr auch die Bürgerin) soll den Staat, „unsere Freiheit“, „unseren Wohlstand“ im Prinzip weltweit verteidigen. Für diesen Zweck werden viele Freiheiten eingeschränkt, und vom Wohlstand bleibt auch nicht mehr viel übrig, wenn immer mehr Geld in die Aufrüstung fließt. Eine „Freiheit“ gibt es zumindest für die Soldatinnen und Soldaten nicht.

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Die Sicherheitslüge

Susanne Götze, Annika Joeres (2025): Die Sicherheitslüge. Wie Europa sich mit Waffen schützen will – aber mit Öl und Gas erpressbar macht. Eine Streitschrift. München: oekom. ISBN 978-3-9872-6197-8, 112 S., 12 €.

Zwei renommierte Journalistinnen, Susanne Götze und Annika Joeres – beide bekannt durch ihre kritischen Veröffentlichungen zur »Verschmutzungs-Lobby« der fossilen Energiekonzerne – schalten sich mit ihrer Streitschrift »Die Sicherheitslüge« in die aktuelle Debatte um die Sicherheitspolitik ein.

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Friedensforschung, die die Welt verändert

30. Jahrestagung, International Peace Research Association, New Plymouth, 5.-8. November 2025

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Gründung der »International Peace Research Association« (IPRA) fand im November 2025 die 30. Konferenz in New Plymouth, Aotearoa (Neuseeland), unterhalb des großen, weißköpfigen Vulkans Taranaki Maunga statt. Schon die Wahl des Ortes und des Zeitpunkts waren kein Zufall, sondern Ausdruck dessen, was IPRA sich für diesen historischen Moment vorgenommen hatte: zentrale Erkenntnisse der Friedens- und Konfliktforschung direkt und bewusst in der eigenen Praxis umzusetzen: »to practice what we preach«.

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Sudan: Nach 1.000 Tagen eines verheerenden Konflikts

Nach 1.000 Tagen des Kriegs, der am 15. April 2023 ausgebrochen ist, steht Sudan vor einer der schlimmsten humanitären Krisen weltweit: rund 15 Millionen Binnenvertriebene; 3 Millionen Geflüchtete in Nachbarstaaten; etwa 25 Millionen Menschen sind auf Nahrungsmittel angewiesen; etwa 5 Millionen von Hunger bedroht. Die brutalen Kämpfe haben Städte zerstört und die Versorgung stark beeinträchtigt. Darüber hinaus hat der Konflikt zu einer tiefen Spaltung der Zivilgesellschaft geführt. Die Kriegsparteien nutzen Hass­rede, um vor allem junge Menschen zu mobilisieren.

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Ruth Weiss (1924-2025)

Nachruf
in (04.03.2026)

Am 5. September 2025 verstarb Ruth Weiss, sie wurde 101 Jahre alt. In ihrem langen und bewegten Leben zwischen dem südlichen Afrika und Westeuropa wirkte sie als aufmerksame Beobachterin und kluge politische Kommentatorin der Ereignisse und Umbrüche in ihrer Heimat in Franken, ihrem Exil in Johannesburg, in Salisbury (dem heutigen Harare) und Lusaka. Als Kind der jüdischen Familie Löwenthal in Fürth geboren, floh sie wegen der antisemitischen Verfolgung in der NS-Zeit mit ihrer Mutter und Schwester 1936 nach Südafrika. Dorthin war ihr Vater bereits drei Jahre zuvor emigriert.

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Das Ende der autonomen Selbstverwaltung in Rojava?

„Wir bereiten uns auf alle Szenarien vor“

Die Demokratische Autonome Verwaltung von Nord- und Ostsyrien (Daanes) steht am Abgrund. Überraschend war, wie schnell es den militärischen Kräften des neuen islamistischen Gewaltregimes in Damaskus gelang, große Teile von Rojava (kurd.: Westkurdistan), dem autonomen Gebiet im Nordosten Syriens, zu besetzen. Die Schlüsselrolle hatten dabei arabische Stämme übernommen, die bis dahin mit der Daanes und deren Selbstverteidigungseinheiten, bekannt unter dem Namen „Syrian Democratic Forces“ (SDF), verbündet waren. 

 

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Humanität und Schrecken

Das moderne Individuum unter der Guillotine

Die Französische Revolution von 1789 gilt als entscheidende Wegmarke der europäischen Geschichte. Vorstellungen von Gleichheit, Demokratie und Menschenrechten wurden zur Grundlage der modernen bürgerlichen Gesellschaft. Auch das Strafrecht sollte nach Grundsätzen der Humanität neu geordnet werden. Zum bekanntesten Symbol dieses neuen juristischen Systems wurde die vereinheitlichte Methode der Hinrichtung von zum Tode Verurteilten: Die Guillotine. Ben Seel betrachtet die Ambivalenz der Guillotine zwischen Humanität und Schrecken.

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