Medien & Internet
Politik des digitalen Zeitalters
Ein freier Zugang zum Netz entwickelt sich zunehmend zur zentralen Voraussetzung demokratischer Teilhabe. Wer dabei über welche Ressourcen verfügt, ist auch eine brisante feministische Frage.
Geheimdienste abschaffen! Sofort!
Die Sicherheit der Menschen im Westen ist in Gefahr! Sie ist bedroht durch Menschen in Machtpositionen, die kein anderes Wort so inbrünstig im Mund führen wie eben dieses: „Sicherheit“. Menschen, die von der Krankheit der Paranoia angefressen sind, und die zur Realität nur noch einen lockeren Kontakt halten. Unsere Sicherheit in solche Hände zu legen, ist ungefähr so sinnvoll, wie einen Schnapsbrennereibesitzer mit einer Kampagne zur Suchtprävention zu beauftragen. Nachfolgend sieben wichtige Gründe, warum zumindest der monströseste Auswuchs dieses „Sicherheits“-Komplexes, die Geheimdienste, sofort abgeschafft werden müsste.
Rückfall in die Kriegstreiberei
„Blut für Öl“ titelte der Spiegel vor zehn Jahren (3/2003) und zierte sein Cover mit einer US-amerikanischen Fahne, in der die Sterne durch gekreuzte Maschinengewehre und Zapfhähne ersetzt waren. Es war schon damals offenbar, dass es dem Spiegel wohl mehr um einen plumpen Antiamerikanismus ging als um eine Kriegskritik: Denn im gesamten Jugoslawien-Krieg 1999 waren keine entsprechenden kritischen Töne aus dem Spiegel zu vernehmen. Und im November 2006 titelte er: „Die Deutschen müssen töten lernen“.
Die Dienste und die Macht
Nachdem das Ausspionieren weltweiter Datenströme durch die US-Geheimdienste publik wurde, nicht zuletzt durch die Informationen, die der frühere Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden offengelegt
Kunst als Waffe
Fremd- und Selbstbestimmung
Bei den meisten Demonstrationen und Protestcamps weltweit werden Plakate, Spruchbänder, Protestlieder, Graffitis und andere Formen der Straßenkunst medienwirksam eingesetzt. So auch in Tunesien, Ägypten und Syrien. Vor dem Eindruck der Diktatur wurde dies in Europa bereits als Kunst betrachtet. Handyfotos, Videomitschnitte von Demonstrationen, von Polizeigewalt und von Sit-ins sowie Berichte im Internet galten als Bürgerjournalismus und Zeichen einer neuen Freiheit. Auch wenn es all dies bereits Jahre zuvor gegeben hat. In ihrem Artikel setzt sich Irit Neidhardt kritisch mit der Beziehung zwischen Kunst und Protest auseinander.
Herrenmenschen, herrlich unkorrekt im Ösi-Tatort
Was anderswo krass kontrovers wäre, ist im Wiener Bügelfernsehen Krassnitzerkonsens
Gewagte Verstöße gegen die „Lebensfremdheit“ auferlegter Regeln sozialen Verkehrs: Unter den Medienformaten, die diese Ideologie des Herrlich-Unkorrekten bespielen, ist das des Verbrechensbekämpfer
Mit Zeichenstift und Spraydosen
In Ländern der GUS erleben feministische Grafik und Graffiti derzeit einen ungeheuren Aufschwung. Vor allem in Russland kämpfen Frauen gegen Ungerechtigkeit und staatliche Repression immer häufiger auch mit Zeichnungen, Stencils oder Comics.
Beten in der St. Drohnenkirche
Tom Engelhardts Satire kritisiert schonungslos den von der US-Regierung geführten Drohnenkrieg. Zwar wäre „der Staat als Mörder“ in der US-Geschichte nichts neues, Mordkomplotte des CIA (gegen Fidel Castro, Patrice Lumumba usw.) hätte es schon früher gegeben, doch hätte man es jetzt mit einer regelrechten „Tötungsmaschinerie“ zu tun; die grundlagebildende Todesliste dazu mit den Terrorverdächtigen wird vom Oval Office abgesegnet. Das Ergebnis davon kann man in Pakistan und Jemen verfolgen.


