Die Staaten Ozeaniens zwischen Klimawandel und Geopolitik
Der Klimawandel stellt für die pazifischen Inselstaaten die
größte Gefahr dar. Doch auch wenn sie sich gemeinsam für mehr
Klimaschutz einsetzen, wäre es verkehrt, sie als einen geeinten
Block zu betrachten. Vielmehr ist die Region von großer Vielseitigkeit
geprägt und ringt um regionalen Zusammenhalt. Dieser
wird noch wichtiger, aber auch brüchiger, weil Ozeanien zunehmend
in einen Machtkampf zwischen den USA und China gerät.
Im September 2025 erklärten die Staats- und Regierungschefs Ozeaniens beim jährlichen Treffen des »Pacific Islands Forum« den Pazifik zu einem »Ozean des Friedens«. In dem Beschluss betonen sie sowohl den zwischenstaatlichen Frieden und regionalen Zusammenhalt als auch ihre eigene Rolle als »Hüter« und »Verwalter« des Pazifischen Ozeans.
Obwohl die konkreten Auswirkungen dieser weitgehend unverbindlichen Erklärung der wichtigsten Regionalorganisation Ozeaniens noch unklar sind, kommt ihr eine große Bedeutung zu: Sie weist die Großmächte, die sich einen Machtkampf um Einfluss im Pazifik liefern, zumindest rhetorisch in die Schranken. In der Erklärung und den begleitenden Beschlüssen rufen die Mitgliedstaaten des Forums alle Staaten dazu auf, die Souveränität der pazifischen Inselstaaten (PIS) zu respektieren und zukünftig auf eine Weise mit dem »Blauen Pazifischen Kontinent« zusammenzuarbeiten, die den regionalen Prioritäten und dem sogenannten »Pacific Way«1 Rechnung tragen (Pacific Islands Forum 2025).
Dieser Beschluss kann jedoch nicht über die Brüchigkeit der regionalen Zusammenarbeit in den letzten Jahren hinwegtäuschen, die sich in Krisen wie dem im letzten Moment abgewendeten »Micronexit«2, aber auch in den Diskussionen über chinesischen Einfluss in den Wochen vor der Verabschiedung der »Ocean of Peace«-Erklärung gezeigt hat. Gerade deshalb ist die Erklärung aber ein exzellentes Beispiel für regionale Politik im Pazifik, weil sie deren große Dynamik und Schnelllebigkeit aufzeigt.
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