Gewalt neu denken?

Konferenz, Leibniz Zentrum Moderner Orient, Berlin, 29.-30. Oktober 2025

Die Konferenz »Rethinking the Past, Present and Future of Violence« am Leibniz Zentrum Moderner Orient brachte Ende Oktober 2025 die Arbeitsgruppen »Gewaltordnungen« und »Soziologie der internationalen Beziehungen« (IPS) der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) zusammen. Die Arbeitsgruppen näherten sich ähnlichen Themen aus unterschiedlichen Forschungsperspektiven, was zu einem fruchtbaren Austausch über die aktuelle Dynamik der internationalen Beziehungen und Gewaltordnungen führte.

In seiner Keynote reflektierte Jef Huysmans über die Spannung zwischen der Komplexität aktueller politischer Ereignisse und dem Bedarf nach Orientierung durch die Forschung. Anhand der Frage, wie die Dynamik der Versicherheitlichung (»Securitization«) in Europa im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zu verstehen und zu erforschen ist, argumentierte Huysmans, dass die IPS weiterhin davon Abstand nehmen sollte, Aussagen über »die neue globale Ordnung« treffen zu wollen. Anstatt bestimmte Strukturen oder Ereignisse übermäßig zu kodifizieren, sollte die IPS sich zu einem analytischen Ansatz der »Transversalität« verpflichten, der Orientierung bieten soll, indem er die Vielfalt anerkennt sowie Veränderungen und Kontinuitäten beobachtet, ohne sie zu einer einzigen Erzählung »zusammenzufassen«. Transversalität analysiert beispielsweise, wie der Krieg in der Ukraine ein Ereignis ist, das Vorstellungen von Sicherheit sowie bestehende Konfliktkonstellationen in Umlauf bringt und verändert. Hier sollen wichtige Erkenntnisse der Konferenz – in Anlehnung an Huysmans’ Idee der Transversalität – herausgearbeitet werden. 

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