Geschichte

Staat und Konsens

Stuart Hall als Vermittler, oder: Warum AnarchistInnen die Uhr umstellen
in (11.01.2015)

Vielleicht war Stuart Hall eine Art Verstärker. Jemand, dessen Positionen bestimmte Dinge deutlicher werden ließen und diese damit zugleich vermittelten. In dem Gespräch, das neun Schwarze feministische Theoretikerinnen auf Media Diversified über Halls Einfluss auf ihre Arbeit führen, wird diese Vermittlung jedenfalls immer wieder betont.

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"Tropfen im Meer der Revolution": Mirsaid Sultan-Galiew

in (07.01.2015)

Die Revolutionen vom Februar und Oktober 1917 und das Abkommen von Brest-Litowsk von März 1918 brachten Russland keinen Frieden. Im Gegenteil folgten Jahre eines der grausamsten und verlustreichsten Bürgerkriege überhaupt, angeheizt auch durch Interventionen der früheren Verbündeten. Im Kampf um ihr Überleben versuchte die Führung der neu gegründeten Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR), die Muslime des früheren Zarenreichs für sich zu gewinnen. Mit dieser Aufgabe betraut wurde der tatarische Intellektuelle und Aktivist Mirsaid Sultan-Galiew. Er trug nicht nur entscheidend zum Sieg im Bürgerkrieg bei. Mehr noch entwarf er die Vision einer Verbindung von Islam und Kommunismus, die dem Imperialismus des Westens den Boden entziehen sollte. Damit aber stellte Galiew den Führungsanspruch der russischen Kommunisten in Frage und wurde schließlich als nationalistischer Abweichler liquidiert.

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Offene Arbeit

„Und dass hier bei uns eine Diktatur gestürzt wurde, ohne dass jemand am Laternenpfahl hing, ohne dass jemandem ein Haar gekrümmt wurde ...“ (S. 83)

Die Räume der „Offenen Arbeit“ in der Erfurter Allerheiligenstraße waren überfüllt, als am 30. Oktober die Buchgruppe der OA das gerade gedruckte Werk „Alles verändert sich, wenn wir es verändern“ vorstellte. Alte Verbündete und frühere Erfurter waren z.T. weit gereist, aus Halle, aus der Schweriner Gegend, aus Berlin. Wolfgang Musigmann erinnerte an das 1991 erschienene Buch „Offene Arbeit – Selbstauskünfte“, lange vergriffen. Zuerst war eine Überlegung, das Buch neu herauszugeben, aber die Entscheidung fiel dann, lieber die heutigen Probleme, Erfahrungen seit dieser Zeit in den Mittelpunkt eines ganz anderen Buches zu stellen. Denn die Opposition der Offenen Arbeit gegen Hierarchien, Ausgrenzungen und Gewalt ist weiterhin notwendig, und so hat die Projektgruppe (Bernd Löffler, Renate Lützkendorf, Karl Meyerbeer, Wolfgang Musigmann und Matthias Weiß) aus dem Selbstauskünfte-Buch nur einige charakteristische Zitate übernommen und neben dem Rückblick eine problemorientierte Festschrift zum 35jährigen Bestehen der OA im Verlag Graswurzelrevolution veröffentlicht. Es ist ein schönes Buch geworden, mit vielen Fotos, Reproduktionen alter Plakate und der Titelseiten von Untergrundzeitschriften.

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