Geschichte

Transnationalismus auch in Landesflagge?

Zum verwirrenden Zugleich von Nationalismus und Transnationalismus in Lateinamerika
in (26.08.2015)

„Patria o muerte!“ (Vaterland oder Tod!) – auch wenn es nicht immer eine derart martialische Erhöhung des Nationalen wie in diesem Slogan der Kubanischen Revolution war, radikale und emanzipatorische Politik ist in Lateinamerika immer wieder mit einer positiven Bezugnahme auf die Nation verbunden gewesen.

» mehr

Exilpolitik, Global Sounds, Tropenmedizin

Deutsch-arabische Zusammenarbeit und der Erste Weltkrieg
in (29.07.2015)

Ein Jahrhundert nach seinem Beginn werden im Gedenken an den Ersten Weltkrieg in der Mitte der deutschen Geschichtsschreibung erstmals auch Kriegsgebiete außerhalb (West-)Europas mit in den Blick genommen. Die leise Öffnung des eurozentrischen Blicks fordert eingefahrene historische Narrative heraus. Gleichzeitig versperren nationalistische Historiographien in den europäischen sowie den relativ neuen Nationalstaaten der ehemaligen Kolonien, Protektorate und Mandatsgebiete die Sicht auf Wirren, Zwietracht, Pragmatismus, Lebendigkeit und Widersprüche von politischen und historischen Übergangsphasen. Biographien von Menschen im Exil sowie denjenigen, die unter ausländischem Schutz standen, weisen bis heute in der Heimat und in der Fremde Lücken auf, die zu historischen Ungereimtheiten führen. An Bespielen aus Berlin und Jerusalem zeichnet Irit Neidhardt Aspekte arabisch-deutscher Geschichte nach.

» mehr

Schriftstellerkongress vor 80 Jahren

Eine ältere Zeitgenossin fragte sich und mich neulich: „Wo sind die Intellektuellen heute? Gibt es diese noch, wie damals 1935, als alle nach Paris eilten, im Sinne von Julien Benda: ‚Das Gesetz des clerc lautet – selbst dann, wenn das ganze Universum vor dem zur Weltherrschaft gelangten Unrecht in die Knie fällt – aufrecht zu bleiben und ihm das menschliche Gewissen entgegenzuhalten.’“

» mehr

400! – und weiter!

Gedanken zwischen Freude und Zweifel

Als Peter Lösche Anfang der 70er Jahre der Frage nach den „Demokratiepotentialen“ im Anarchismus nachging, war dies natürlich durch die „Studentenbewegung“ angeregt, die „häufig als anarchistische bezeichnet und auf diese Weise diskriminiert und disqualifiziert“(1) worden war. „Dabei soll nicht geleugnet werden, dass aus der Studentenbewegung anarchistische Gruppen hervorgegangen sind und in ihr ein bunter Strauß anarchistischer Zeitschriften blühte.“(2) Dann als Fußnote: „Hierzu gehören solche vorübergehend und unregelmäßig erscheinenden Publikationen wie ‚Radikalinski‘, ‚MAD – anarchistische Hefte‘, ‚Graswurzelrevolution‘, ‚Elda – Große Freiheit Presse Hamburg‘ ...“

„Vorübergehend und unregelmäßig“ sind wir nun bei Nr. 400 angekommen. Gelegenheit, den „langen Graswurzelatem“ (Heinz Brandt) zu feiern, aber auch über Veränderungen nachzudenken und gute Ansätze neu aufzunehmen?

» mehr

Ein Soziologe im Minenfeld

Bubaque – ein Nachruf. Erinnerungen an meinen lieben Freund, Genossen, Doktorvater und Mentor Christian Sigrist

Als meine Liebste und ich am 14. Februar 2015 in der Uni-Klinik Münster eintrafen, kamen wir zu spät. Ein Arzt trat uns aus Christians Patientenzimmer entgegen: „Professor Sigrist ist vor einer halben Stunde gestorben.“

» mehr
Subscribe to Geschichte