Westliche Kartographien zeigen die Weite Ozeaniens: schier unendliche Nuancen des Blau, akzentuiert mit kleinen, teils unsichtbaren Punkten, die Inseln, Inselgruppen und Eilande indizieren. Diese Perspektive als weiter, abgelegener Raum am Rande der Welt prägt das Handeln globaler Großmächte seit jeher. Doch was geschieht, wenn Ozeanien nicht mehr als verstreute Inseln in einem Meer am Ende der Welt, sondern als »Meer der Inseln« begriffen, als ein größeres Ganzes, als ein Kontinent im Wasser erkannt wird?
Für die indigenen Gesellschaften Ozeaniens ist der Ozean kein Zwischenraum – er ist der Raum selbst. In vielen pazifischen Kulturen beginnt Orientierung in der Weite des Raumes mit der Fähigkeit zu lesen, was sich bewegt: Wellenmuster, Sternenbahnen, Windrichtungen. Navigation geht weit über den Status einer überlebenswichtigen Technik hinaus – sie konstituiert einen integralen Bestandteil der ozeanischen Identitäten. Sie fungiert als greifbare Beziehungspraxis, die Gemeinschaften, Inseln, Staaten, die Welt verbindet.
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