Patrick Bahners: Die Panikmacher. Die deutsche Angst vor dem Islam

Bundesinnenminister Friedrich als illiberaler Leitkulturwart à la Broder, Giordano, Kelek, Sarrazin & Schwarzer

Die Panikmacher. Die deutsche Angst vor dem Islam. Eine Streitschrift
by
Patrick Bahners
Publisher:
C. H. Beck
Veröffentlicht 2011 in
München
320
pages
ISBN-13:
978-3-406-61645-7
Price:
19,95

»Islamisten« sind die Aufständischen Libyens für Gaddafi, der sich als Schutzwall gegen diese Gefahr europäischen Verbündeten empfiehlt. Im Schatten deutscher Minarette warnen Henryk Broder, Ralph Giordano, Necla Kelek, Thilo Sarrazin & Alice Schwarzer vorm Islam.

Die Argumente der Panikmacher hat FAZ-Feuilletonchef Bahners in seiner Streitschrift brilliant widerlegt. Das Buch dient nicht nur zur Auseinandersetzung mit der Islamfurcht, sondern auch zur Verständigung über eine wirklich freiheitliche und demokratische Ordnung.

Grundübel politischer Auseinandersetzung hierzulande ist, daß die Denunziation des politischen Gegners als »Verfassungsfeind« den Streit über dessen Ansichten ersetzt. Erst das Bundesarbeitsgericht schützte die Religionsfreiheit eines Moslems, der Bierkästen stapeln sollte, obwohl der Supermarkt mit 160 Beschäftigten andere Arbeitsmöglichkeiten bot. Bahners zeigt, daß es auch einen sich »fortschrittlich« dünkenden Fanatismus der Aufklärung gibt.

Was unterscheidet rechtlich die Kopfbedeckung der Nonne von der einer Muslima? Was die Türme des Kölner Doms vom Minarett der Moschee in Köln-Ehrenfeld? Menschenrechte hat auch die katholische Kirche noch nicht allzu lange akzeptiert, beim Mißbrauchsskandal mochten Kirchenobere zuerst nur innerkirchlichen Regeln statt dem BRD-Rechtsstaat trauen und Frauen bleibt das Priesteramt unzugänglich. Warum steht Sarrazins »Kopftuchmädchen« unter Männerdiktat, nicht aber eine DSDS-Halbnackte? Mitbürger zweiter Klasse: ihr Gebrauch von Rechten wird zum »Mißbrauch« umgedeutet, statt Rechtstreue zählt Gesinnung. Islamfeindschaft und Fremdenfeindlichkeit tarnen sich als Kreuzzug für Menschenrechte: So ist Wilfried Puhl-Schmidt Aktivist der sogenannten Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGfM). Den Aufrufen solcher Hetzer, denen zur Verteidigung des christlichen Abendlands gegen Döner-Verkäufer und Multikulturalisten jedes Mittel recht zu sein scheint, werden irgendwann böse Taten irgendwelcher Desperados folgen.

Zuerst in: die neue linke | Politische Monatszeitung für Weimar, Nr. 9, März 2011