Theorie

Der Geist weht, wo er will

Eindrücke von der XVII. Internationalen Tagung des InkriT: Marxismus und die Große Krise

Alljährlich gönne ich mir das Vergnügen, an der InkriT-Tagung zum Historischkritischen Wörterbuch des Marxismus teilzunehmen. Obwohl die Tagung nicht mehr an Pfingsten stattfindet, gleichen ihre Werkstätten doch einem aus der gewöhnlichen Zeit entlassenen Augenblick, in dem alle miteinander reden können, obgleich sie in verschiedenen Zungen sprechen.

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Unter die Haut gehen: Affekt und Sorge in kollektiver Organisierung

Was macht Affekt in sozialen Bewegungen und Organisierungsprozessen aus? Im letzen Jahrzehnt bestand ein gewisser Hype um einen Affektbegriff, der primär von körperlichem Prickeln und high-speed Interaktionen ausging, oder die wachsenden Dienstleistungsindustrien der ersten Welt als Kontexte vermeintlich neuer und revolutionärer Beziehungsformen vorzog. Jenseits dieser Optionen fragen wir hier bescheiden nach der Rolle von Affekt, Beziehung und Care im gemeinsamen Organisieren.

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Sonderbares

Globalisierung als Daseinsweise des kapitalistischen Weltsystems im 21. Jahrhundert ist mit weltweiter Kapitalverflechtung verbunden, aber auch mit Machtknoten, die das Netz zusammenhalten.

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Geographie der Macht

Die Relevanz von Raum-Macht-Fragen im bolivarischen Venezuela

Am 5. März 2013 erlag Hugo Rafael Chávez Frías offiziell seinem schweren Krebsleiden. Mit Chávez’ Tod schließt sich ein historischer Zyklus, der seinen Anfang am 4. Februar 1992 nahm, als der damals noch unbekannte Offizier vor laufenden Fernsehkameras die Verantwortung für den gescheiterten Putschversuch gegen Carlos Andrés Pérez (1989-1993) übernahm. Wie kein anderer – demokratisch gewählter – Präsident vor ihm bestimmten seine Präsenz und sein Wirken (1999-2013) das nationale und lateinamerikanische politische Geschehen. Unter seiner Ägide erhielt Venezuela eine neue Verfassung, die Transformation zum Sozialismus des 21. Jahrhunderts wurde ausgerufen und eine grundlegende Veränderung der Institutionenlandschaft und der politisch-territorialen Strukturen eingeleitet. Auf regionaler Ebene zählte Chávez zu den zentralen Protagonisten der sogenannten „Linkswende in Lateinamerika“. Er repräsentierte das neue lateinamerikanische Selbstbewusstsein und leitete eine neue Ära regionaler Kooperationen ein.

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