Archiv

Die Sicherheitslüge

Susanne Götze, Annika Joeres (2025): Die Sicherheitslüge. Wie Europa sich mit Waffen schützen will – aber mit Öl und Gas erpressbar macht. Eine Streitschrift. München: oekom. ISBN 978-3-9872-6197-8, 112 S., 12 €.

Zwei renommierte Journalistinnen, Susanne Götze und Annika Joeres – beide bekannt durch ihre kritischen Veröffentlichungen zur »Verschmutzungs-Lobby« der fossilen Energiekonzerne – schalten sich mit ihrer Streitschrift »Die Sicherheitslüge« in die aktuelle Debatte um die Sicherheitspolitik ein.

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Gewalt neu denken?

Konferenz, Leibniz Zentrum Moderner Orient, Berlin, 29.-30. Oktober 2025

Die Konferenz »Rethinking the Past, Present and Future of Violence« am Leibniz Zentrum Moderner Orient brachte Ende Oktober 2025 die Arbeitsgruppen »Gewaltordnungen« und »Soziologie der internationalen Beziehungen« (IPS) der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) zusammen. Die Arbeitsgruppen näherten sich ähnlichen Themen aus unterschiedlichen Forschungsperspektiven, was zu einem fruchtbaren Austausch über die aktuelle Dynamik der internationalen Beziehungen und Gewaltordnungen führte.

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Interdisziplinäre Perspektiven auf schleichende Gewalt

4. Jahrestagung, TraCe Netzwerk, Philipps-Universität Marburg, 19.-21. November 2025

Gewalt wird häufig als plötzliches, sichtbares Ereignis wahrgenommen. Viele Formen manifestieren sich jedoch allmählich, über lange Zeiträume und jenseits medialer Aufmerksamkeit. Unter dem von Rob Nixon (2011) geprägten Begriff der »slow violence« werden genau jene Arten von Schädigung verstanden, die sich schleichend entfalten und daher leicht übersehen werden.

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Friedensforschung, die die Welt verändert

30. Jahrestagung, International Peace Research Association, New Plymouth, 5.-8. November 2025

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Gründung der »International Peace Research Association« (IPRA) fand im November 2025 die 30. Konferenz in New Plymouth, Aotearoa (Neuseeland), unterhalb des großen, weißköpfigen Vulkans Taranaki Maunga statt. Schon die Wahl des Ortes und des Zeitpunkts waren kein Zufall, sondern Ausdruck dessen, was IPRA sich für diesen historischen Moment vorgenommen hatte: zentrale Erkenntnisse der Friedens- und Konfliktforschung direkt und bewusst in der eigenen Praxis umzusetzen: »to practice what we preach«.

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IMI: Den Betrieb entrüsten

Neue Handreichung für Gewerkschafter*innen

Die Informationsstelle Militarisierung hat eine Praxis-Broschüre zu gewerkschaftlichen Möglichkeiten veröffentlicht, wie sich Arbeiter*innen der »Gegenkonversion« (d.i. Umstellung der Betriebe zur Produktion von Rüstungsgütern) entgegenstellen können. In Zeiten bundespolitisch ausgerufener »Kriegstüchtigkeit« ist das eine zentrale Frage. Das Problem dabei: Vielerorts begrüßen es Gewerkschaftsvorstände heute, wenn Rüstungsstandorte ausgebaut werden.

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Atomwaffen stehen nicht alleine

Strukturen nuklearer Gewalt und pazifischer Widerstand

Mit verheerenden Folgen wurden im Pazifik über vier Jahrzehnte durch heutige NATO-Staaten Atomexplosionen durchgeführt. Als sogenannte »Tests« standen sie im Zeichen der Wissenschaft und dienten zugleich der gezielten politischen Darstellung von nuklearer Potenz. Die Folgen stehen in engem Zusammenhang mit sozial-­ökologischen Krisen in der Region, seien es Gesundheitskrisen, der Klimawandel, die Erosion kultureller Integrität, Naturzerstörung oder (post-)koloniale Abhängigkeiten.

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Ein »Ozean des Friedens«?

Die Staaten Ozeaniens zwischen Klimawandel und Geopolitik

Der Klimawandel stellt für die pazifischen Inselstaaten die
größte Gefahr dar. Doch auch wenn sie sich gemeinsam für mehr
Klimaschutz einsetzen, wäre es verkehrt, sie als einen geeinten
Block zu betrachten. Vielmehr ist die Region von großer Vielseitigkeit
geprägt und ringt um regionalen Zusammenhalt. Dieser
wird noch wichtiger, aber auch brüchiger, weil Ozeanien zunehmend
in einen Machtkampf zwischen den USA und China gerät.

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Sudan: Nach 1.000 Tagen eines verheerenden Konflikts

Nach 1.000 Tagen des Kriegs, der am 15. April 2023 ausgebrochen ist, steht Sudan vor einer der schlimmsten humanitären Krisen weltweit: rund 15 Millionen Binnenvertriebene; 3 Millionen Geflüchtete in Nachbarstaaten; etwa 25 Millionen Menschen sind auf Nahrungsmittel angewiesen; etwa 5 Millionen von Hunger bedroht. Die brutalen Kämpfe haben Städte zerstört und die Versorgung stark beeinträchtigt. Darüber hinaus hat der Konflikt zu einer tiefen Spaltung der Zivilgesellschaft geführt. Die Kriegsparteien nutzen Hass­rede, um vor allem junge Menschen zu mobilisieren.

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Ozean am Rande der Welt?

Westliche Kartographien zeigen die Weite Ozeaniens: schier unendliche Nu­ancen des Blau, akzentuiert mit kleinen, teils unsichtbaren Punkten, die Inseln, Inselgruppen und Eilande indizieren. Diese Perspektive als weiter, abgelegener Raum am Rande der Welt prägt das Handeln globaler Großmächte seit jeher. Doch was geschieht, wenn Ozeanien nicht mehr als verstreute Inseln in einem Meer am Ende der Welt, sondern als »Meer der Inseln« begriffen, als ein größeres Ganzes, als ein Kontinent im Wasser erkannt wird?

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