Digitales Spielen als widersprüchlicher Kulturprozess

Spiele als Kultur
Die Welt der PC-Spiele ist mir fremd. Ich muss sie mir erschließen wie eine fremde Kultur, in der ich nie heimisch war. Aber um mich herum werden immer mehr Menschen erwachsen, die als Gamer groß geworden sind. Die Kultur ihrer Generation beginnt mich einzuhüllen und ich muss mich darauf einstellen, wie sie drauf sind und die Welt verändern. Ich sehe Verluste an Ernsthaftigkeit, an traditioneller buchbezogener Bildung, an Reflexionsfähigkeit und Kohärenz der Lebensgestaltung. Aber ich bin auch neugierig darauf, was sie mitbringen aus dieser Praxis.

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Struktur, Handlung, Herrschaft

Zur Diskussion über Herrschaftsverhältnisse in der Kritik der politischen Ökonomie

 Im Zuge jüngerer Debatten um die Marxsche Ökonomiekritik bleibt auch die Frage der Herrschaftsverhältnisse nicht unumstritten. Mehrere Strömungen und Interpretationsansätze bemühen sich dabei um scharfe Abgrenzung von einem u.a. als ,traditionell‘ aus der Mode gekommenen ,Arbeiterbewegungs-‘ oder ,Klassenkampfmarxismus‘, der den Klassenkonflikt als einen Zentralbegriff der Marxschen Kritik versteht und das Ausbeutungsverhältnis von Bourgeoisie und Proletariat zum Ausgangspunkt politischer Intervention macht. Stattdessen wird die ,Anonymität‘ oder ,Subjektlosigkeit‘ bürgerlicher Herrschaftsverhältnisse betont und die Kritik mystifizierter Vorstellungen über den gesellschaftlichen Zusammenhang ins Zentrum gerückt.

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Die deutsche Entwicklungspolitik unter Niebel: Eine handlungslogische Analyse des FDP-geführten BMZ

Der Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) überschrieb die Bilanz der vier Jahre Entwicklungspolitik unter der schwarz-gelben Regierung 2009‑2013 mit der Überschrift „Verpasste Chancen“ (VENRO 2013). Die Tageszeitungen betonten in ihrer Bewertung sowohl den versuchten Teppichschmuggel des Ministers als auch die zur Gründung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) führenden Strukturreformen.

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Vergessen gemachte Geschichte

Vor 50 Jahren wurden in Indonesien bis zu drei Millionen Menschen ermordet. Ein Interview mit Anett Keller

Indonesien besteht aus 17.508 Inseln. Es ist der größte Inselstaat und mit mehr als 250 Millionen EinwohnerInnen der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt. Trotzdem kommt es in der Berichterstattung der eurozentrischen Massenmedien kaum vor. So ist auch zu erklären, dass hierzulande weitgehend unbekannt ist, dass im Oktober 1965 in Indonesien einer der größten Massenmorde des 20. Jahrhunderts seinen Anfang nahm.

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„Gewalttätige Frauen beflügeln wohl die Phantasie“

Interview mit Kenya Herrera Bórquez über die kulturelle Repräsentation von Frauen in der Welt des mexikanischen Drogenbusiness

Die Allgegenwärtigkeit des Drogenbusiness spiegelt sich kulturell in der sogenannten Narco Cultura wider. Narcocorridos, in denen diese Welt von Macht und Gewalt besungen wird, sind in vielen Regionen Mexikos sowie im Süden der USA extrem populär. Ein Gespräch mit der Forscherin Kenya Herrera über Frauenrollen in der Narco-Kultur.

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Zurück in die Neunziger?

Eine Momentaufnahme der Stimmung in Argentinien vor der Stichwahl zwischen Mauricio Macri und Daniel Scioli

Am 25. Oktober fanden in Argentinien die Präsidentschaftswahlen statt. Da es keine klaren Mehrheiten gab, stehen nun am 22. November Stichwahlen an, bei denen mit Mauricio Macri und Daniel Scioli Politiker antreten, die rechts von Präsidentin Cristina Kirchner stehen. Angesichts der Auswahl sind die Wahlen für viele nur eine Wahl für das kleinere Übel.

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Toll Collect – eine unendliche Geschichte

Es gibt Skandale, die noch nach über zehn Jahren nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben – auch wenn sie in den großen Medien kaum noch erwähnt werden und aus dem öffentlichen Bewusstsein weitgehend wieder verschwunden sind. Nur zur Erinnerung: Bei dem Skandal um das Firmenkonsortium Toll Collect handelt sich um eine Hinterlassenschaft aus der Regierungszeit von Kanzler Gerhard Schröder. In dieser wurde im Jahre 1999 die Entwicklung eines Systems zur Erfassung und Eintreibung einer streckenbezogenen LKW-Schwerlastabgabe, also eines Mautsystems, ausgeschrieben.

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Europa neu begründen: Eine Matinee mit Andrea Ypsilanti

 
Noch immer ist Andrea Ypsilanti eine Vollblutpolitikerin, ihr Engagement für politischen Fortschritt ist ungebrochen. Seit 16 Jahren ist sie Abgeordnete im Hessischen Landtag, ist Vorsitzende des Petitionsausschusses und dort zurzeit vor allem mit den Problemen vieler Flüchtlinge beschäftigt. Vor allem aber engagiert sie sich für Europa, hat das Griechenland-Solidaritätskomittee Frankfurt/Rhein-Main mit gegründet und ist mit der Programmwerkstatt „Institut Soziale Moderne (ISM)“ unermüdlich auf der Suche nach Ideen für den Aufbruch in eine neue Politik.

Das ISM hat sie mit dem Grünen Sven Giegold, der Linken Katja Kipping und dem verstorbenen engen Parteifreund und Energiewende-Denker Hermann Scheer gegründet. Hier treffen sich linke Sozialdemokraten, Linken- und Grünen-Politiker und unabhängige Forscher und Denker, um „crossover“ und weit möglichst jenseits von Parteigrenzen Möglichkeiten und Chancen einer neuen, basisorientierten Politik zu beschreiben. Veränderungen können danach nur noch durch eine gesellschaftliche Mehrheit entstehen, nicht mehr durch politische Institutionen wie Parteien oder Gewerkschaften etc. Nicht mehr die Politiker würden in Zukunft sagen, wie es geht, sondern es müsse ein gemeinsamer Verständigungsprozess organisiert werden.

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