Die Graswurzelrevolution trauert um Walther L. Bernecker
Editorial - Graswurzelrevolution Nr. 507, März 2026
Liebe Leser*innen,
Liebe Leser*innen,
In ihrem Buch „ ‚Gerne will ich wieder ins Bordell gehen...‘ Maria K.s ‚freiwillige‘ Meldung für ein Wehrmachtsbordell“ widerlegt die Historikerin und GWR-Autorin Anne S. Respondek den Mythos der „Freiwilligkeit“ der Frauen in den deutschen Wehrmachtsbordellen, der sich bis heute in der fehlenden Anerkennung der Opfer manifestiert. Basierend auf ihrer Archiv-Arbeit beschreibt Anne S. Respondek in ihrem neuen Artikel für die GWR einen weiteren erschütternden Fall. Die Geschichte von Elfriede M. zeigt wie ein Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs im Nationalsozialismus nach Auschwitz kam.
1. Dezember 2014 an der emiratisch-saudischen Grenze. Die damals 25-jährige Loujain al-Hathloul fährt mit dem Auto zurück in ihre Heimat. Saudische Sicherheitskräfte nehmen sie an der Grenze fest. Die junge Frau kommt für 73 Tage hinter Gittern – ihr „Verbrechen“: Sie ist ein Auto gefahren. Loujain hat zwar einen emiratischen Führerschein, doch ist Saudi-Arabien damals das einzige Land auf der Welt, in dem es Frauen per Gesetz verboten ist, hinterm Steuer zu sitzen.
Bis heute wird in vielen Ländern die Ankunft von Christoph Kolumbus in der Neuen Welt am 12. Oktober 1492 mit einem Feiertag begangen. Gedenktage der „Entdeckung Amerikas“, meist als „Kolumbus-Tag“ oder „Amerika-Tag“ bezeichnet, gab es in Teilen Amerikas schon im 19. Jahrhundert. In den USA wird der Tag bis heute Columbus Day genannt. In Spanien ist der 12. Oktober seit 1918 Nationalfeiertag und wird seit den 1920er Jahren oft Día de la Hispanidad („Tag der Hispanität“) genannt. Nach der Ermordung des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten am 25.
Es ist kein Geheimnis gewesen, dass der Filmproduzent Harvey Weinstein brutal, sexistisch, gewalttätig und übergriffig war. Schon 2004 – also vor 13 Jahren – erschien ein Artikel über die Weinstein-Brüder in der Vanity Fair, in dem das alles ausführlich und im Detail geschildert wurde. Allerdings gab es damals keinen Skandal: Sind nicht geniale Männer irgendwie so, unberechenbar halt?
Kommentar
12,6 Prozent! 94 AfD-Abgeordnete sitzen in den nächsten vier Jahren im Bundestag und forcieren zusammen mit ihren mindestens 300 MitarbeiterInnen Homophobie, Islamophobie, Antisemitismus, Rassismus und Sexismus. Der Pestgeruch des Faschismus zieht durchs Land – und durch das Reichstagsgebäude.
Los ging es in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar 2013. Einige Frauen tauschten sich bei Twitter über ihre Erfahrungen mit Alltagssexismus aus. Also all diese kleinen Übergriffigkeiten, mit denen Männer sich gerne ihrer Macht versichern, und bei denen Frau die Wahl zwischen Pest und Cholera hat: sich nutzlos aufzuregen oder das einfach runterzuschlucken.
Wie so viele Bereiche war auch die Politik lange eine reine Männerdomäne. Auch hier sind die Geschlechterverhältnisse mächtig ins Wanken geraten. Doch trotz Quotenregelungen, Doppelspitzen, erfolgreicher Frontfrauen und anderer Flintenweiber erweist sich so manche archaische Organisationsform von erstaunlicher Hartnäckigkeit.