Krieg, Robert

Dr. phil. Robert Krieg (* 1949) ist Dokumentarfilmer, Soziologe und Autor.

Aktuelle Beiträge der Autorin / des Autors

„Besonders, nicht krank“

Aussortieren und planbar machen. Ein Kommentar zum Trisomie-Bluttest

Neulich in der Stadthalle einer Kleinstadt in Rheinland-Pfalz. Auf der Bühne spielt eine Coverband einen Kult-Song von „The Police“. Neben mir stampft ein junger Mann mit Down-Syndrom zum Punk-Rhythmus und reckt die geballte Faust in Richtung Bühne. Den Text kennt er auswendig. Er geht in der wogenden Menschenmenge auf. Individuell und integriert zugleich bildet er einen lebendigen, lebensbejahenden Aspekt der Vielfalt menschlichen Daseins ab.

 

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Der Krieg in den Städten – Syrien am Abgrund

Wenn ich die Nachrichten aus Syrien verfolge, muss ich an ein Bild denken, das ich 2009 im Zentrum von Damaskus aufgenommen habe (siehe Foto auf Seite 17). Es ist eine typische Szene aus einem Straßencafe, die sich genauso in Neapel oder Tel Aviv abspielen könnte. Im Vordergrund sieht man eine junge Frau mit offenem blonden Haar in ärmellosen T-Shirt, die in ihren Laptop vertieft ist. Sie ist online, das Cafe bietet wie viele andere Punkte der Stadt freien Wi Fi Zugang. Im Hintergrund einige junge Männer und Frauen mit langen offenen Haaren, sommerlich gekleidet und fröhlich miteinander plaudernd. Mit diesem Handy-Schnappschuss wollte ich meinen Freunden in Deutschland und auch mir selbst beweisen, dass Damaskus eine mediterrane und weltoffene Stadt ist, in der der islamische Fundamentalismus kein Zuhause hat.

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... und über uns kein Himmel

Voraussichtlich im Oktober 2012 erscheint zur Frankfurter Buchmesse im Verlag Graswurzelrevolution unter dem Titel „... und über uns kein Himmel“ der Comicroman von Daniel Daemgen und Robert Krieg. Themen des auf wahren Begebenheiten beruhenden Werkes sind die Misshandlungen eines Jungen in Heimen während der NS-Zeit und seine Zwangspsychiatrisierung. In dieser GWR veröffentlichen wir auf Seite 18 f. einen Vorabdruck aus dem 100seitigen Werk (GWR-Red.)

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Das System Berlusconi

Il Furbo ("Der Schlaukopf")
„In Italien verschlechtert sich das politische und soziale Klima von Tag zu Tag. Die fortgesetzten Angriffe auf die Unabhängigkeit der Justiz und die rassistische Welle, die von den Medien und der reaktionären Politik der Regierung Berlusconi genährt wird, sind die klassischen Symptome für das autoritäre Abdriften des gesamten politischen und sozialen Systems unseres Landes", schreibt mir ein italienischer Freund aus Mazzano Romano, einem Dorf im Norden Roms, das ich seit vielen Jahren besuche.
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Den Kreislauf der Gewalt beenden

Barrieren durchbrechen
Wenn man die aktuellen Bilder aus dem Gazastreifen sieht, wird man es nicht für möglich halten, und doch gibt es ihn: den gewaltfreien Widerstand gegen die nun schon über 40 Jahre währende Besatzung der palästinensischen Gebiete. Darauf aufmerksam macht das von Sebastian Kalicha herausgegebene Buch Barrieren durchbrechen!, das im Oktober 2008 im Verlag Graswurzelrevo­lution erschienen ist.
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