Feminismus

„Die Regierung spürt, dass ihr die Macht entgleitet“

Ein Interview mit der türkischen Feministin Naciye Ertaş

Über 100.000 Menschen wurden seit dem Putschversuch im Sommer 2016 in der Türkei aus dem Staatsdienst entlassen, über 40.000 RegimekritikerInnen inhaftiert, darunter 153 JournalistInnen. Die weitgehend gleichgeschalteten türkischen Medien trommelten für das „Präsidialsystem“, das Erdoğan de facto zum Autokraten macht. Angesichts der extremen Einschränkungen des Nein-Lagers und den Bedingungen des Ausnahmezustandes kann weder von freien noch von fairen Wahlen gesprochen werden. Die Opposition erkennt das manipulierte Wahlergebnis nicht an.

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Frausein in Aserbaidschan

Eine soziokulturelle Analyse einer patriarchalischen Diktatur

In der letzten Silvesternacht sind bei einem Terroranschlag auf den Nachtclub „Reina“ in Istanbul 39 Menschen auf grausame Weise getötet worden. Darunter war eine Aserbaidschanerin, Nurana. Der Anschlag erschütterte die Welt, viele Menschen haben in sozialen Netzwerken auf unterschiedliche Art ihr Beileid kundgetan, Empathie gezeigt und den Terror verurteilt. Wegen den unschuldigen Opfern waren viele auf Anhieb fassungslos. Aber in Asberaidschan interessierten sich die meisten Aserbaidschaner*innen für eine ganz andere Angelegenheit, nämlich die Anwesenheit einer aserbaidschanischen Frau allein in einem Nachtclub.

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Erinnerung als Waffe der Dekolonisierung

Kunst und Student*innen-Bewegung im heutigen Südafrika
in (08.12.2016)

Don Matteras vor fast 30 Jahren, in den letzten Stadien des Kampfes gegen die Apartheid publizierte Denkschrift Memory is the Weapon (2009 [1987]) verweist schon durch die Überschrift auf den Zusammenhang zwischen Erinnerungs-Diskursen und dem für jene historische Periode charakteristischen politischen Engagement. Ähnlich Milan Kunderas berühmtem Diktum „der Kampf des Menschen gegen die Macht ist der Kampf des Erinnerns gegen das Vergessen“ (Kundera 1996: 4) hebt der Text des südafrikanischen Dissidenten, Autors, Journalisten und Aktivisten die politische Funktion des Erinnerns hervor – seine Fähigkeit, die kollektive Identität zu bewahren angesichts der Versuche eines Regimes, die Geschichte ganzer Gemeinschaften auszulöschen.

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„Bügelmärsche“ in Polen

Proteste gegen die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes

Polen hat bislang eines der strengsten Anti-Abtreibungsgesetze. Es sollte noch drakonischer werden, da am 23. September 2016 das polnische Parlament einen Gesetzentwurf genehmigte, nach dem fast jede Abtreibung unter Strafe gestellt werden sollte. Dies hat für Empörung gesorgt und zu einer großen Welle von Protesten geführt.

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