Papst vs. UNO

Sustainable Development Goals und Laudato si’: Abgesang auf das Entwicklungszeitalter?
Wie waren wir damals naiv, großspurig das „Ende des Entwicklungszeitalters“ auszurufen! Im Herbst des Jahres 1988 an der Pennsylvania State University im Haus von Barbara Duden, wo wir unsere Freunde zu Living Room Consultations versammelt haben, inmitten von Spaghetti, Rotwein und Iso-Matten, fassten wir den vollmundigen Plan, ein „Development Dictionary“ herauszubringen (Sachs 1993; Esteva 1985; Escobar 1995). Man erinnere sich: In der zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts thronte das Leitbild der „Entwicklung“ wie ein mächtiger Herrscher über die Nationen. Es war das weltpolitische Programm der postkolonialen Ära. Unschuldig kam der Begriff daher, aber er hat den Weg für die imperiale Macht des Westens über die Welt geebnet. Wie im Westen, so auch auf Erden, so lautete, kurz gefasst, die Botschaft der „Entwicklung“.
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Schneeball und Lawine

Sie ist alles andere als neu – die Debatte, was „Rechts“ ist und was jener „Rechtsextremismus”, den man dann gemeinhin auch unter „Nazismus” bündelt. Chemnitz hat in das Feuer dieses Diskurses nun neues Öl geschüttet. Denn freilich: Nicht alle jener Demonstranten, die den Mord an dem jungen Chemnitzer beklagt haben, waren und sind Extremisten, vermutlich trifft das sogar auf ihre Mehrzahl nicht zu. Jene, die diese Demonstration angeführt haben, die Hoecke und Bachmann etwa, sind es ausgewiesener Maßen aber schon.

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Die Legitimationskrise der Kunst…

… und die Verhandlung ihrer Lokalität
in (08.09.2018)

Politisch engagierte Kunstausstellungen haben Konjunktur. Erst kürzlich endete die Ausstellung Power to the Peoplein der Kunsthalle Schirn in Frankfurt, die mit dem Titel unweigerlich an die Bürgerrechtsbewegung und an 1968 erinnern möchte. Gemäss ihres Direktors Philip Demandt ging diese damit der Frage nach, „welche Antworten die Kunst der letzten 10 Jahre auf die politische Krise habe“.

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Die entführte Revolution

In Nicaragua treibt Präsident Ortega den Autoritarismus immer weiter
Mit der sandinistischen Revolution in Nicaragua verband die Linke in den 1980er Jahren große Hoffnungen. Diese sind jedoch mit der gewalttätigen Reaktion von Präsident Ortega auf die aktuelle Protestbewegung erloschen. Die Protestierenden sehen Parallelen zur Diktatur Somozas: Der Revolutionär ist zum Diktator geworden. Diese autoritäre Entwicklung ist indes älter, als manchen Linken lieb ist.
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Die schwarz-rote Senfproduktion

Editorial. Graswurzelrevolution Nr. 431, September 2018

 

 

 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

die alljährliche Sommerpause der Graswurzelrevolution ist vorbei. Höchste Zeit also, dass wir wieder Monat für Monat unseren schwarz-roten Senf zu den gesellschaftlichen Entwicklungen beisteuern.

Diese libertär-sozialistische Senfproduktion betreiben wir übrigens nicht nur in dieser Zeitschrift.

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»Die Macht dieser Technologie ist enorm«

Interview mit Pat Mooney über die synthetische Biologie
Seit über 40 Jahren analysiert die Action Group on Erosion, Technology and Concentration (ETC-Group) die Folgen der industriellen Landwirtschaft für Menschen in marginalisierten Regionen. Wir fragten den ETC-Aktivisten Pat Mooney, was die Verschmelzung von synthetischer Biologie und Informationstechnologie für das künftige Ernährungssystem bedeutet.
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