Gegen Krone und Patriarchat

Über den Kampf der Frauen Saudi-Arabiens und das falsche Spiel des Tyrannen Mohammed bin Salman

1. Dezember 2014 an der emiratisch-saudischen Grenze. Die 
damals 25-jährige Loujain al-Hathloul fährt mit dem Auto zurück in ihre Heimat. Saudische Sicherheitskräfte nehmen sie an der Grenze fest. Die junge Frau kommt für 73 Tage hinter Gittern – ihr „Verbrechen“: Sie ist ein Auto gefahren. Loujain hat zwar einen emiratischen Führerschein, doch ist Saudi-Arabien damals das einzige Land auf der Welt, in dem es Frauen per Gesetz verboten ist, hinterm Steuer zu sitzen.

 

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„Wo der Bürger aufhört, beginnt das Paradies!“

Die Vagabundenbewegung, die erste Straßenzeitung und der Anarchist Gregor Gog

Seit den 1980er Jahren werden erzählerisch und künstlerisch vielschichtige Erwachsenen-Comics im aufwendig gemachten Buchformat als Graphic Novel bezeichnet. Dieser Fachbegriff ist umstritten. Er „stellt den Versuch dar, längere und häufig als thematisch anspruchsvoll beworbene Comics von herkömmlichen westlichen Comicheften und -alben abzugrenzen“, heißt es auf Wikipedia.

 

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USA versus geopolitisches China

Der Kampf der USA gegen den Aufstieg Chinas ist eine zentrale Achse der gegenwärtigen internationalen Beziehungen. Er begann nicht erst mit Donald Trump, sondern bereits unter Barack Obama und seiner Außenministerin Hillary Clinton und ihrer „Wendung nach Asien“.

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Eine neue Konsequenz

Auch in Belgien und den Niederlanden geht es gegen Kolonialdenkmäler

Belgien und die Niederlande sind kleine europäische Länder, doch an kolonialer Ausbeutung waren beide im großen Stil beteiligt. Die beiden Nachbarn erlebten im Frühsommer eine auffallend parallele Debatte um die eigene Vergangenheit: Im Zuge von Protesten der Black Lives Matter-Bewegung nahmen antirassistische Aktivist*innen sich auch hier Denkmäler kolonialer Protagonisten vor.

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Schweinesystem à la Tönnies

Kapitalistische Ausbeutung, Rassismus, sexualisierte Gewalt, Massenschlachten

Ende März 2020 mussten zwei junge Männer je 250 Euro Strafe zahlen, weil sie zu zweit am Stadtsee meiner Wahlheimatstadt gegrillt haben. Mir kam das absurd und willkürlich vor, während die Lokalzeitung die Kriminalisierung als angemessenes Durchgreifen geradezu abfeierte. Ähnliches geschah während und nach dem ersten Covid19-Lockdown auch an etlichen anderen Orten. Viele Menschen wurden in den letzten Monaten kriminalisiert, weil sie die Abstands-, Hygiene- oder andere Corona-Regeln nicht eingehalten haben.

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Die wahre Geschichte des Christoph Kolumbus

Mord, Plünderung, Vergewaltigung: Kein Grund zum Feiern!

Bis heute wird in vielen Ländern die Ankunft von Christoph Kolumbus in der Neuen Welt am 12. Oktober 1492 mit einem Feiertag begangen. Gedenktage der „Entdeckung Amerikas“, meist als „Kolumbus-Tag“ oder „Amerika-Tag“ bezeichnet, gab es in Teilen Amerikas schon im 19. Jahrhundert. In den USA wird der Tag bis heute Columbus Day genannt. In Spanien ist der 12. Oktober seit 1918 Nationalfeiertag und wird seit den 1920er Jahren oft Día de la Hispanidad („Tag der Hispanität“) genannt. Nach der Ermordung des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten am 25.

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»Ein Hauch von New York«

Interview mit Leonard Schmieding über HipHop in der DDR

In den letzten Jahren der DDR bis zum Mauerfall 1989 entstand eine agile Szene jugendlicher HipHopper*innen. So neuartig ihre subkulturellen Ausdrucksformen waren, so sehr standen sie zugleich in der linken Tradition wertschätzender Vereinnahmung von afroamerikanischer Kultur. Wie verlief diese kulturelle Aneignung, und was wurde daraus? Antworten gibt der Buchautor Leonard Schmieding, der die Szene näher untersucht hat.

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Virale Evolution

Vom worst case und Handlungsimperativen

Das Kommende hätte man erahnen können – und hat es doch zu spät vorausgesehen. Im politischen Denken der Regierungen schlägt das Virus nun umso drastischer zurück. Denn ihre Maßnahmen stützen diese auf die Antizipation möglicher Zukünfte, sie entwerfen Szenarien und gestehen dem worst case dabei eine prominente Stellung zu. Wie ein Schatten überlagert er die Gegenwart und beschwört eine drohende Zukunft herauf.

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Bestärkend und demokratiefördernd

Erfahrungen mit Argumentationstrainings gegen rechts

Unter dem Begriff "Stammtischkämpfer*innenausbildung" organisiert das Bündnis Aufstehen gegen Rassismus (AgR) antirassistische und antifaschistische Argumentationstrainings. Diese Trainings sind ein Kernbestandteil des Kampfes gegen rechts. Doch wie erfolgreich sind solche Aktivitäten? Caroline Bohn fasst die Erkenntnisse ihrer Masterarbeit zu dieser Frage zusammen.1

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Black Heroes for Future

Konstruktionen, Unterdrückungen und Bearbeitungen des Schwarzen
Dieser Essay ist Ereignissen der letzten Zeit geschuldet. 2018 veröffentlichten die Marvel Studios das Science-Fiction-Epos »Black Panther«. Der Actionfilm erzählt eine neue Geschichte, indem die Akteur*innen und der Held der Geschichte Schwarz sind. Dieses Jahr brachten die Black Lives Matter-Proteste mit Denkmalstürzen alte Helden ins Wanken. In Bristol wurde ikonografisch die Plastik einer Schwarzen Protestierenden auf den Sockel der im Hafen versenkten Statue des Sklavenhändlers Edward Colston gesetzt. In Fiktion und Wirklichkeit wird also die Helden-Geschichte und damit vieles mehr neu verhandelt.
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Artur Lanz lernt den aufrechten Gang

Allenthalben wird geradezu phrasenhaft von den diversen Umbrüchen gesprochen, die unsere moderne Gesellschaft herausfordern. Gemeint sind sowohl wirtschaftliche, kulturelle als auch geostrategische Bezugsebenen. Hier gelte es, koste es, was es wolle, mitzuhalten, sich anzupassen und vor allem stets nach vorn zu schauen. Reflektierende Nachdenklichkeit wird wenig geschätzt, wenn nicht gleich als rückständig denunziert.

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