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Ingo Stuetzle Gesellschaft & Soziales (06.08.2008)
Alles ist relativ - auch relativ teuer
Nachdem inzwischen das eingetreten ist, was in der herrschenden Wirtschaftslehre "Preiskorrektur" genannt wird, atmen alle wieder auf. Das Barrel Öl (159 Liter) entfernt sich inzwischen wieder von der 150-US-Dollar-Marke und ist - für Lieferung im September - bereits unter 120 US-Dollar zu haben. Das ist relativ günstig. Relativ im Vergleich zu einem Barrel Coca Cola (126 US-Dollar), Milch (163 US-Dollar), Budweiser (447 US-Dollar) oder auch einem Barrel Ben & Jerry Eis (1.609 US-Dollar). Auch 159 Liter original Tabasco Sauce ist teurer als ein Barrel Öl (6.155 US-Dollar). Ganz zu schweigen von der gleichen Menge Chanel No. 5 (1.666.560 US-Dollar). Es ist eben alles relativ. Relativ teuer.


finaz (25.08.2008 19:21:21)
Vom Preis oder wie Teuer ist eine Stunde Luftholen?

Im Verhältnis der Globalen Wertproduktion ist aber das Barrel Chanel No. 5 doch recht billig. Dadurch wird zwar der Wert als alleiniger geselliger Maßstab der bürgerlich-kapitalistischen Gesamtreproduktion, die heuer eben nur noch global abläuft, näher gekennzeichnet und seine Existenzbedingungen erfasst, was ja erst ein Überwinden möglich erscheinen lässt, aber es hört sich doch schön an: "Es ist alles so teuer" und mit dieser Aussage wird man auch dem Bürgersinn gerecht, geworden, geseint, getutet.

Das der Preis einer Ware über oder unter ihrem, sich hinter dem Rücken aller Produzenten herstellenden, Wert bewegt, braucht hier keiner nähere Erläuterung.

Die Auflösung des Grundverhältnisse liegt im Fundament der jeweiligen Gesellschaft. Hier der kapitalistischen Gesellschaft, die nicht mit Gemeinschaft oder ähnlichen "brüderlichen" Bezeichnungen in eins zu setzen sind.
In allen bisherigen Gesellschaften ist dieses Fundament immer die Erde und die darauf werkelnden Menschen (Wenn auch heute eine Minorität sich in luftiger oder kosmischer Höhe bewegen mag) die ihre Geselligkeiten in einer bestimmten Form vollziehen müssen um den von ihnen geschaffenen Produktivkräften, darunter dann in allen Klassengesellschaften "Der Mensch" als "begeistendem Element" für die Funktion der Toten Arbeit, nicht zu verlieren.

Die Klassengegesätze, einerseits die aus der Vertretung der Toten Arbeit entspringenden und sie repräsentierenden Menschen und andererseits die als lebendige menschliche Arbeitskraft existenten Menschen, und die daraus hervorgehenden Klassenkämpfe, können erst erlöschen wenn die Gründe dafür erlöschen. Also die Arbeit, als Tätigkeit von Sklaven aller Art auch wenn sie sich, wie in der Demokratie, nicht als solche Auffassen oder bestenfalls noch eine positive Seite davon erlangen können, in eine Aufhebungsbewegnung münden. Diese Aufhebung ist schon graduell in der geschichlichen Zeit durch das Werkzeug, durch die Maschine, den Maschinenkomplex, die Fabrik dann durch die maschinell produzierenden Industrien und letztendlich durch die Weltproduktionsmaschine als einheitlicher unorganischer Organismus oder besser System des entfalteten globalen Kapitalismus erzeugt, ohne den Charakter des Zwiespaltes von toter und lebendiger Arbeit überwinden zu können. Erst die restlose Ausmerzung „menschlicher Arbeit", als jedwede Form von Sklaverei, ist der Garant für das Erlöschen des Wertes und damit der Preise, also der relativen Wertform und der Äquivalentform. Erst die Aufhebung der Arbeitsteilung, damit der Arbeit als „Arbeit“, kann zur Aufhebung der Grundkategorien des Gegebenen führen also die Veränderung in den genannten Grundlagen ist

Damit ist aber die Biologisierung der Produktionsmittel unbedingte Voraussetzung. Hier erfolgt die Aufhebung von toter und lebendiger Arbeit in Bezug auf die Lebensgrundlage alle Menschen. Die Menschen des Urkommunismus konnten nur unter dieser ursprünglichen Produktionsweise der biologischen Produktivkräfte, welche von ihm unabhängig seine Lebensmittel bereithielt, wirksam sein. Die Auflösung dieser Gesellschaftsform war mit Erringung physikalischer und chemischer Produktivkräfte verbunden. Diese mussten aber, um ihre Kraft entfalten zu können, erst der gestaltenden menschlichen Arbeitskraft unterworfen werden: Der Wildapfel wächst von allein aber das Feuer muss entzündet werden, der Faustkeil hergestellt. Mit der Beherrschung der Naturkräfte ging auch die Beherrschung der Naturkraft Mensch einher. Das dies bis zur Heutigen Selbstbeherrschung als höchste Form in der Demokratie, als höchste Herrschaftsform des Kapitals, fortschreiten musste liegt in der Komplexität der tote Ergebnisse liefernden menschlichen Arbeit. Wobei der Eingriff in die Biologie sich nicht als sich selbst fortwälzendes Ereigniss manifestieren kann, sondern immer wieder durch Zurichtung und Formgebung in den gewollten Zustand zu zwingen war. Darin Erschöpft sich die Tätigkeit der Arbeit. Der Preis ist die äußerliche Form, der Wert der Inhalt.

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