Entstehung und Grundbegriffe der Kritischen Psychologie

Date: 24.06.2008 - 16:00 - 18:00
Street: Bergische Universität Wuppertal, Gaußstr. 20, Raum O.08.27
City: Wuppertal
Organizer: BdWi

Ringvorlesung, Wuppertal

Referent:
Prof. Dr. Morus Markard (FU Berlin)

Kritik ist insofern allgemeines Moment von Wissenschaft, als diese sich in wechselseitiger Kritik von Ansätzen sich vollzieht. Die Spezifik des Kritikbegriffs "Kritischer Psychologie" besteht in der Verbindung von Psychologie- und Gesellschaftskritik. Kritik bezieht sich hier nicht nur auf einzelne Phänomene bzw. Konzepte, sondern thematisiert deren Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Struktur.

Diese Verbindung nahm in der Entwicklung der Kritischen Psychologie ihren Ausgang von der Analyse der kontrollwissenschaftlichen Funktion der Psychologie: (flexible) Anpassung der Individuen an fremdgesetzte Anforderungen, Personalisierungen gesellschaftlicher Widersprüche, Naturalisierung gesellschaftlich produzierter Ungleichheit.

Diese Funktionskritik wurde verbunden mit der Problematisierung einer Methodik, die vor allem darauf abhebt, wie sich Menschen unter fremdgesetzten, von ihnen unbeeinflussbaren Bedingungen verhalten, und davon absieht, dass Menschen nicht nur unter Bedingungen leben, sondern ihre Lebensbedingungen auch schaffen und verändern können. Inhaltliche Perspektive der Kritischen Psychologie ist dagegen eine emanzipatorische Psychologie, mit der jene menschlichen Möglichkeiten auf den Begriff zu bringen sind, die in der traditionellen Psychologie begrifflich unterschritten und in der kapitalistischen Gesellschaft real behindert und formiert werden.

Was dies bedeutet, soll im Vortrag dargelegt werden.

Veranstalter:
AStA Universität Wuppertal
BdWi