Gewerkschaften

Der Inbegriff von Freiheit und sozialer Gerechtigkeit

Ein Gespräch mit Ralf Dreis über Selbstorganisation und Anarchismus in Griechenland und Deutschland

Ralf Dreis (* 1965) ist Gärtner, Griechisch-Übersetzer, freier Journalist, GWR-Autor und Aktivist der anarchosyndikalistischen Freien ArbeiterInnen Union (FAU). Zwischen 1996 und 2001 in der anarchistischen Bewegung Thessaloníkis aktiv, pendelt er seitdem zwischen Deutschland und Griechenland. Das Interview mit ihm erscheint im Oktober in dem von Bernd Drücke herausgegebenen Buch "Anarchismus Hoch 3. Utopie, Theorie, Praxis. Interviews und Gespräche" (ISBN 978-3-89771-219-5). Wir veröffentlichen einen gekürzten Vorabdruck und danken dem unrast-Verlag für die Abdruckerlaubnis. (GWR-Red.)

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Moderner Sklavenhandel

Leiharbeit: „Schmuddeltarif“ statt „equal pay“?

„Wer die Leiharbeit aus der Schmuddelecke herausholen will, der muss dafür sorgen, dass gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt wird.“ Das ist kein Zitat aus dem Jahre 1972, als das Verbot der Leiharbeit durch die erstmalige Einführung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) von einer SPD/FDP Koalition – mit Unterstützung der DGB-Gewerkschaften – aufgehoben wurde! Es stimmt, die deutschen DGB-Gewerkschaften waren damals und lange Zeit danach immer noch für ein Verbot der Leiharbeit, weil sie in der Tat in die Schmuddelecke gehört. Pikant an diesem Zitat ist, dass es aus dem Jahre 2013 stammt, vom damaligen DGB-Vorsitzenden Michael Sommer.

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Anarchosyndikalismus als Alternative

Ein Gespräch mit dem Gewerkschaftsaktivisten Heiko Maiwald (FAU)

Heiko Maiwald (* 1974 in Berlin) ist Krankenpfleger und macht seit über 20 Jahren Betriebsarbeit in Gesundheitseinrichtungen. Er ist Mitglied der Gewerkschaft Gesundheits- und Soziale Berufe Hannover (GGB), einem Syndikat der anarchosyndikalistischen Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU).

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»We are here to stay«

Selbstorganisierung von Flüchtlingen in Gewerkschaften. Das Beispiel Hamburg
Peter Bremme in Luxemburg (18.05.2015)

Ver.di Hamburg und der DGB Hamburg verfügen über eine langjährige Praxis in der Beratung und Organisierung von Flüchtlingen und MigrantInnen.

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Schwarz-rotes Streikverbot

Schon einmal, im Jahr 2010, forderte die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), aufmüpfige Berufsgewerkschaften unter dem Deckmantel der Tarifeinheit einem Streikverbot zu unterwerfen. Die Bundeskanzlerin war dazu bereit. Was damals – ironischerweise – an der FDP scheiterte, könnte heute mit dem Segen der SPD gelingen.

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Eingebunden

Jenseits des Krisenkorporatismus
Heinz Bierbaum in Luxemburg (18.06.2013)

Am 14. November 2012 fand ein europaweiter Streik- und Aktionstag gegen die europäische Kürzungspolitik und den Fiskalpakt statt. Erstmals hatte der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) zum Generalstreik und zu Aktionen aufgerufen und damit eine deutliche Wende in der europäischen Gewerkschaftspolitik markiert. Diese war bislang wenig bewegungsorientiert, sondern stark institutionell geprägt gewesen.

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Gewerkschaften und Kapitalismuskritik

 

Die gegenwärtig medial inszenierten Kapitalismusschelten scheinen den Lauf des globalen Finanzmarktkapitalismus nicht zu beeinflussen. Offenkundig fehlt es ihnen an Wirkungskraft gegenüber einer Politik- und Finanzelite, die sich in ihrer realen Politik von der geäußerten Kritik weitgehend unbeeindruckt zeigt. Und dies, obwohl die Rechtfertigungslücke des Finanzmarktkapitalismus kaum größer und die Ansatzpunkte ideologischer Gegenwehr kaum zahlreicher sein könnten. Einen Erklärungshinweis liefert Colin Crouchs Neoliberalismusanalyse. Der Keynesianismus ging unter, so Crouch, weil sich die Arbeiterschaft, deren Interessen er zum Ausdruck brachte, in einem historischen Niedergang befand und an gesellschaftlicher Macht verlor.

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Kidnapping im Arbeiterparadies

Die Debatte um eine Einschränkung des Streikrechts entwickelt sich zum Dauerbrenner

Beruf verfehlt.

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Die Entwicklung des Klassenbewusstseins chinesischer Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeiter 1980-2010[1]

Im Mai und Juni 2010 zog ein Streik im Honda-Getriebewerk im südchinesischen Nanhai die Aufmerksamkeit der Welt auf sich. Von ganz unterschiedlicher Seite wurde er als symptomatisch für ein zunehmendes Klassenbewusstsein der neuen Generation der Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeiter2 im Perlflussdelta bewertet:

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Dienstleistungspolitik für gute Arbeit und soziale Gerechtigkeit

Drei Viertel der Wertschöpfung wird in Deutschland durch Dienstleistungen erzeugt, fast ebenso viele Menschen arbeiten in diesem Sektor. Es ist auch für Gewerkschaften an der Zeit, eine systematische und umfassende Dienstleistungspolitik zu entwickeln und umzusetzen.

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