»Die Revolution ist die erfolgreiche Anstrengung, eine schlechte Regierung loszuwerden und eine schlechtere zu errichten.« Trifft diese sarkastische Bemerkung von Oscar Wilde auch auf die Umbrüche zu, die unter der Bezeichnung »Arabischer Frühling« zusammengefasst werden?
»Klimakarneval in Rio« titelte die iz3w im November 1991 über die im Juni 1992 anstehende UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro (UNECD). Angesichts des wachsenden Verkehrsaufkommens in Deutschland seien die dortigen Verhandlungen am grünen Tisch ein »Klimabluff«. Dass so viele UmweltretterInnen zum Gipfel nach Rio reisen wollten, wurde skeptisch gesehen: »So viele Menschen sind sicher ein Segen für die brasilianischen Taschendiebe, ein Segen fürs Weltklima sind sie nicht.«
»Der globale Krieg gegen die Drogen ist gescheitert, mit verheerenden Folgen für die Individuen und Gesellschaften überall in der Welt.« Diese Worte stammen nicht von einem alternativen Drogenpolitiker oder einer dissidenten Wissenschaftlerin. Formuliert wurden sie von der prominent besetzten Global Commission on Drug Policy (siehe S. 23). Zu ihren Mitgliedern zählt neben vielen anderen der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan.
Und nun, im Herbst und Winter, also in Jahreszeiten, die metaphorisch für Dunkelheit, Erstarrung und Repression stehen? Sind wir enttäuscht darüber, dass die Revolution ausgeblieben ist und die Reaktion ihre hässliche Fratze zeigt?
»Das
ist meins!« Schon von klein auf stellt sich die Verteilungsfrage. Doch was im
Sandkasten eine harmlose Zankerei und Mittel der Persönlichkeitsbildung ist,
ist im globalen Maßstab zu einem Hauen und Stechen mit massiven negativen
Folgen für die Enteigneten geworden. Die weltweite Konkurrenzgesellschaft hat
Verteilungskämpfe zum integralen Bestandteil fast jeden Wirtschaftens werden
lassen. » mehr
CSU-Chef
Horst Seehofer drehte auf dem Deutschland-Tag der Jungen Union mächtig auf: »Wir
dürfen nicht zum Sozialamt für die ganze Welt werden«. Und legte nach: »Wir als
Union treten für die deutsche Leitkultur und gegen Multikulti ein - Multikulti
ist tot.« Von Seiten der sich sonst so modern gerierenden Jungen Union gab es
keinerlei Widerspruch, im Gegenteil. » mehr
»Korruption
und Klüngel - Bananenrepublik Deutschland?« lautete der Titel der »Phoenix
Runde« vom 23. Februar 2010. Die obligatorischen vier Vertreter aus Wirtschaft,
Wissenschaft und Politik diskutierten über die Frage, ob man es mit einer »Bundes-
oder Bananenrepublik« zu tun habe1. Was immer das eigene Urteil dazu sein mag:
Momentan erinnert zumindest die Farbgebung der Regierungskoalition an die
beliebteste Südfrucht, wenn diese etwas angematscht ist. » mehr
Er
verordnet gerne Verschlankungskuren. Erst plädierte er für die Abschaffung der
Agentur für Arbeit bis auf deren Kerngeschäft (keine weitere
Arbeitsvermittlung, reine Überweisungstätigkeit, Punkt).
Manchmal sind Grenzen notwendig. Man muss sich im städtischen Leben von Reizen abgrenzen und das Private vom Öffentlichen. Man kann seine eigenen Grenzen ausweiten oder akzeptieren, abschaffen geht nicht. Eine allgemeine Grenzenlosigkeit gibt es wohl nicht. Aber in diesem Heft geht es um eine spezifische, historische Grenze: Die alt-bekämpfte Landesgrenze im Raum und in den Köpfen.
Im Bezirk Berlin-Kreuzberg ist aufgrund satter linker Mehrheiten möglich, woran anderswo gar nicht zu denken ist. Wo sonst wäre es gelungen, einen Straßenabschnitt zugunsten des 68er-Revolutionärs Rudi Dutschke umzubenennen?
Auf
dem Atoll Hikueru in der französischen Kolonie Polynesien ereignete sich im
Oktober 1939 Bemerkenswertes. Der traditionelle Chef der Insel, Nohorai Sue,
rief zum aktiven Widerstand gegen die Nationalsozialisten auf.
»Horst
Köhler macht den Deutschen Mut«. Ja, es war schon eine bemerkenswerte »Berliner
Rede«, die die Schwäbische Zeitung so wie fast alle anderen Medien Ende März
bejubelte. Der Bundespräsident fand in Zeiten der Krise klare Worte: »Jetzt
erleben wir, dass es der Markt allein nicht richtet.« Weshalb man nun im
reichen Norden ein Problem habe: »Heute stellt die Welt uns die Globale Soziale
Frage.«
Die Rückgabe von geraubten Kulturgütern ist in den letzten Jahren zu einem internationalen Politikum geworden. Immer mehr Staaten und Institutionen erheben öffentlichkeitswirksam Forderungen danach
Haben Sie schon mal was von Richistan gehört? Wir auch nicht. Handelt es sich dabei um eine jener neuen autonomen Teilrepubliken, die vor allem in Zentralasien wie Pilze aus dem Boden schossen?
Nicht nur das Wetter spielt heutzutage verrückt. Auch bei der Diskursanordnung im Bereich Umwelt und Ökologie ist nicht mehr viel von den klaren Fronten übrig, die noch vor 20 Jahren bestimmend war
Spenden macht glücklich. Denn beim großzügigen Geben werden jene Regionen des Gehirns aktiviert, die für das körpereigene Belohnungssystem zuständig sind, wie WissenschaftlerInnen herausgefunden
Was verbindet so unterschiedliche Prominente wie Madonna, Gerhard Schröder, Angelina Jolie und Günther Jauch? Ihre edelmütige Haltung, ganz uneigennützig den verwaisten Kindern dieser Welt zu helf
Zu den schönen Seiten redaktioneller Arbeit gehört es, den bunten Blätterwald der internationalen Medien zu durchforsten. Neulich blieben wir am New African hängen.
Liebe Leserinnen und Leser,wir freuen uns, dass Sie heute mit dabei sind, und begrüßen Sie ganz herzlich zu unserem Themenschwerpunkt Kunst, Politik und Subversion.
Mit (Neo-)Kolonialismus und postkolonialen Debatten befasst sich die iz3w schon seit 1970. Doch erst die 100. Jährung des Herero-Krieges gab 2004 den Anstoß, die deutschen Anteile daran zu beleuchte
"Über Nacht und ohne Zeitverschiebung geht es in eine völlig fremde, faszinierende Welt von unendlicher Weite und atemberaubender Schönheit." So die Sendeankündigung der 3Sat-Sehnsuchtsdoku zu Nam
300 Ausgaben der iz3w - das bedeutet seit 1970 wöchentliche Redaktionssitzungen und heiße Debatten in Arbeitsgruppen. Deren Ergebnisse finden sich im Heft und liegen daher offen zutage.
"Über Nacht und ohne Zeitverschiebung geht es in eine völlig fremde, faszinierende Welt von unendlicher Weite und atemberaubender Schönheit." So die Sendeankündigung der 3Sat-Sehnsuchtsdoku zu Nam
Man gibt sich mondän. Die Gastgeber der jährlich stattfindenden Gipfel der weltweit führenden Industrienationen laden in der Regel an geschichts- und symbolträchtige Orte.
Bereits in der letzten Ausgabe haben wir an dieser Stelle einen Einblick in unsere finanzielle Situation gegeben. Und nicht Ideenmangel oder Kreativitätsflauten, sondern die schiere Not zwingt uns.
Der deutsche Vorzeige-Denker Peter Sloterdijk macht gerne von sich reden. Unter dem Titel "Die Bevölkerungswaffe der Islamisten" meldete er sich jüngst als weltpolitischer Mahner zu Wort.
Seltsam anachronistisch mutete sie an, die Fußball Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer. Der Wettstreit der Nationen will nicht so recht ins Bild des modernen Fußballs passen.
Migration wird häufig ausschließlich als Phänomen der Arbeitsmigration aus dem Süden in den Norden wahrgenommen. Über die Bedeutung der Migration von Süd nach Süd ist wenig bekannt.
Als gesamtideeller Christ ist ES streng und wacht über die Moral, und doch kann ES feiern, was das Zeug hält. ES ist in zahlreichen Disziplinen Bestes unter seinesgleichen.
Lange Zeit war die so genannte Sicherheitspolitik eine Domäne des Militärs, der Polizei und der Geheimdienste. Das hat sich in den vergangenen zehn Jahren geändert.
"Der König ist tot, es lebe der König!" pflegte in Frankreich bis ins 19. Jahrhundert der Herold auszurufen, nachdem der alte Regent gestorben und bevor der neue den Thron bestiegen hatte.
Es war mal wieder eine Sternstunde professioneller Sprachakrobaten, ergo der Berufspolitiker, Kommentatoren und Experten, als es darum ging, den Einsatz der Bundeswehr in der DR Kongo...
Als zum Jahreswechsel die Tageszeitungen und Fernsehsender auf das Jahr 2005 zurückblickten, war gar nicht so sehr die Rede von den zahlreich stattgefundenen Kriegen und politischen Krisen.
Wenn die WTO im Dezember ihre Ministerratskonferenz in Hongkong abzuhalten gedenkt, demonstriert sie einmal mehr, dass sie sich bei der Auswahl ihrer Tagungsorte bestens auf Symbolpolitik versteht.
Im Deutschen gab es - bevor das nichts sagende "Futur II" sie ersetzte - die schön-widersinnige "vollendete Zukunft", derer sich mit Vorliebe Wahrsager und Christen bedienten.
Im Fernsehen kann man sich in Krimi-Serien, Actionfilmen und Thrillern tagein, tagaus endlos Morde ansehen - um die 500 Mordszenen pro Woche allein in deutschen Kanälen.
Werden sich die Spice Girls eigens wiedervereinigen? Kommen Robbie Williams und Madonna? Wird Sting wieder ein Duett mit Phil Collins singen? Fragen über Fragen...
Bei den Debatten um die Abschaffung des Asylrechts wurde immer wieder zwischen integrationswilligen MigrantInnen und unerwünschten "Wirtschaftsflüchtlingen" unterschieden.
Im sportlichen Wettkampf sind Deutsche seit jeher Spitze: Fußball-Weltmeister, Export-Weltmeister, Formel-1-Weltmeister. Jetzt also auch Spenden-Weltmeister.
"Es herrscht Klassenkampf in Deutschland: Kapital gegen Arbeit." Der Satz stand vergangenen Sommer in der Welt zu lesen - als Springer-Blatt eigentlich seit jeher ärgster Feind sozialistischer Ideen.
Berlin, 12. November 2004, mitten im tiefsten Kreuzberg. Rund 80 MigrantInnen und Deutsche sind auf Einladung des Türkischen Bundes zu einer Tagung zusammengekommen. "Gemeinsam gegen Antisemitismus..
Sie wird geschrieben, glorifiziert oder gedeutet. Nach wie vor dreht sich dabei fast alles um die Nation. Der Nationalstaat ist es, der Gesetze erlässt, Kriege führt und Grenzen sichert....
Vor hundert Jahren, am 12. Januar 1904, begann der Aufstand der Herero gegen die deutsche Kolonialherrschaft in Südwestafrika. Bereits zwanzig Jahre zuvor, am 15. November 1884, ...
iz3w: Afrikanische Musik war schon immer sehr international geprägt. In den 50/60ern gab es eine starke Fusion mit lateinamerikanischer Musik. In den 70ern spielten Soul, Funk und Reggae eine ...
Alltag ind den Massenmedien: Politische Kommentatoren geißeln soziale Errungenschaften, weil sie dem "Standort Deutschland" schaden. Afrika wird summarisch als ein Kontinent von Hunger ...
Als Mitte Oktober das Gipfeltreffen der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) in Putrayha stattfand, ließ der gastgebende malaysische Regierungschef Mahathir Mohamad keinen Zweifel an ...
Von bürgerlicher Justiz hatte die Linke nie viel gehalten. Sie galt ihr als Klassen- und Siegerjustiz, die fast immer die Interessen der Herrschenden vollstreckt. ...
Als vor nunmehr 15 Jahren eine breite Kampagne zur Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Berlin organisiert wurde, war man sich im Organisationskomitee ...
Bis vor kurzem spaltete vor allem der Israel-Palästina-Konflikt die deutsche Linke. Doch seit dem 11. September 2001 - und noch einmal verstärkt seit dem Irakkrieg ...