Sozialistische Planung in einer solidarischen Ökonomie
Der Weg zum Ziel aus wirtschaftshistorischer Sicht
Die
gegenwärtig zu verzeichnende geringe Bereitschaft der Mehrheit der Linken in
Deutschland, die Volkswirtschaftsplanung in ihre Suche nach einer politischen
und ökonomischen Alternative zur neoliberalen kapitalistischen Marktwirtschaft
einzubeziehen, beruht einerseits auf negativen historischen Erfahrungen. So ist
die administrative Planwirtschaft sowjetischen Typs in der Regel nicht durch
demokratische Entscheidungen zustande gekommen, sondern deren Einführung wurde
– nach 1945 im von der Sowjetunion befreiten Teil Osteuropas – von den
kommunistischen Parteiführungen beschlossen. Auch hat sich die Planwirtschaft
sowjetischen Typs als ökonomisch zu starr (mangelnde Innovation), gleichmacherisch
(fehlender Anreiz des Engagements der Betriebsbelegschaften) erwiesen, um bei
Überlegungen zur Gestaltung der Zukunft eine Rolle zu spielen.
Andererseits
hat die im Herbst 2008 auch in Deutschland einsetzende Weltwirtschaftskrise
großen Teilen der Bevölkerung bis in die herrschenden Eliten hinein deutlich
gemacht, dass die als historische Alternative zur sozialistischen
Planwirtschaft gepriesene zeitgenössische Marktwirtschaft, von
gesellschaftlicher Verantwortung entbunden und nur noch an kurzfristigen
Renditen ausgerichtet, ökonomisch und sozial gleichfalls schwerwiegende
Defizite aufweist, die dessen Ablösung ratsam erscheinen lassen.
Die
Rückbesinnung auf die Planwirtschaft wird ungeachtet dessen heutzutage von den
Linken kaum vollzogen, da vor allem zwei Probleme kaum lösbar erscheinen. Das
eine: Wie soll der Weg zu einer sowohl gegenüber der neoliberalen
Wirtschaftslenkung als auch der Wirtschaftssteuerung sowjetischen Typs
alternative Planwirtschaft beschritten werden, wenn eine Etablierung von
planwirtschaftlichen Strukturen in absehbarer Zukunft im Ergebnis der
Machtergreifung durch Revolutionäre bzw. im Ergebnis eines siegreichen
Bürgerkrieges höchst unwahrscheinlich ist. „Was soll ich mir unter ›revolutionär‹
vorstellen? Sich bewaffnen und die Betriebe schnappen? Doch nicht im Ernst“,
argumentierte der „Wortführer der linken Revolte“ in Frankreich, Alain Badiou
im Herbst 2009 in einem Interview mit der Zeit. Das andere Problem: Die
Ende der 1940er Jahre zunächst generell eingeführte und in Osteuropa
überwiegend – nach Unterbrechungen durch Reformen – beibehaltene
administrativ-zentrale Planung hat keine Antwort darauf gegeben, wie Planung
demokratisch und effizient gestaltet werden könnte.
Linke wie
Dieterich, die die Planwirtschaft (als Alternative zur Marktwirtschaft)
gegenwärtig in ihren Entwürfen zu einem Sozialismus des 21. Jahrhunderts
propagieren, haben für das erstgenannte Problem bis jetzt keine Antwort
gegeben. Sie setzten stillschweigend die Weltrevolution voraus. Auf das zweite
Problem antworten sie mit der Propagierung einer „kybernetisch-demokratischen
Regulierung einer globalisierten komplexen Wirtschaft durch die Staatsbürger“ –
eine recht abstrakte Antwort. Einig sind sich die Verfechter eines radikalen
Gegenentwurfs zur kapitalistischen Marktwirtschaft allerdings darüber, dass
eine Verbindung von Markt und Plan, eine „Mixed Economy“, etwa in der Gestalt
einer „sozialistischen Marktwirtschaft“ als „fauler Kompromiss“ auf jeden Fall
abzulehnen sei, egal ob diese nun als Endziel oder als Etappe auf dem Weg
verstanden wird, denn eine „sozialistische Marktwirtschaft“, so das apodiktische
Urteil, „kann es nicht geben“. (Dieterich 2007, 29)
Dessen
ungeachtet wird in diesem Beitrag davon ausgegangen, dass es die – übrigens
fast mit gleich lautenden Worten – von Planradikalen wie Marktradikalen für
nicht funktionsfähig gehaltene Mixed Economy, unabhängig davon, ob nun in
diesem Mix die kapitalistischen oder sozialistischen Eigentums- und
Regulierungsformen dominant waren, im Europa der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts
gegeben hat, letztere allerdings mit Ausnahme von Ungarn und Jugoslawien nur
kurzfristig.[1]
Wendet man
sich nun den auf kapitalistischer Grundlage funktionierenden Mixed Economies[2] zu,
die von der zweiten Hälfte der 1940er bis Anfang der 80er Jahre in West- und
Nordeuropa dominierten, dann ist Frankreich das herausragende historische
Beispiel, sowohl von der ökonomischen Bedeutung des Landes her als auch vom
Umfang des staatlichen Sektors und der Ausprägung zentralstaatlicher
Instrumente der Wirtschaftslenkung, für die der Begriff Planification steht (Lesourd/Gérard
1963, 445ff).
In diesem
Beitrag soll – unter Verwendung eines aus der historischen Erfahrung
abgeleiteten Modells – versucht werden, auf zwei Fragen neue Antworten zu
finden: Erstens: Auf welchem Wege kann eine demokratische
Volkswirtschaftsplanung erreicht werden? Und zweitens: Wie sollte sie
funktionieren und sich entwickeln, damit das Endziel einer sozialistischen
Planung in einer solidarischen Ökonomie nicht „auf dem Wege“ verloren geht?
2. Der
historische Platz der Planification
Seit der
Mitte der 1980er Jahre in Europa zu beobachtenden Dominanz neoliberaler
Wirtschaftspolitik und neoliberalen Denkens ist von Historikern und
Wirtschaftshistorikern versucht worden, die Planification aus der
westeuropäischen Geschichte durch Diskreditierung, Verharmlosung oder einfach
durch Totschweigen zu verbannen. Planification – dieses Wort erinnere an Planwirtschaft,
schwerfällige Bürokratie und Dirigismus, schreibt Henrik Unterwedde im 1999
herausgekommenen Länderbericht Frankreich der Bundeszentrale für
politische Bildung. Die Planification habe schlecht funktioniert und sei, so
Unterwedde, „bis heute Inbegriff nicht nur deutscher Schreckensvisionen eines
französischen Staatskapitalismus“ geblieben (1999, 208). Eine andere
Argumentationslinie geht davon aus, dass die Planification eigentlich kaum
etwas anderes als die übliche Lenkung über den Markt gewesen sei, nur dass der
Staat als Eigentümer von Wirtschaftsunternehmen direkt in das
Wirtschaftsgeschehen involviert war. Der Staat sei weder in Frankreich noch in
anderen westeuropäischen Ländern mit staatlicher Regulierung gegenüber der
Wirtschaft ein äußeres Etwas gewesen, vielmehr ein integrierender und
stabilisierender Faktor und damit selber Teil einer produktiven und zur
Selbstkorrektur fähigen Marktwirtschaft, argumentiert Berend (2007, 162ff). Als
einen Mythos bezeichnet Philippe Mioche in seinem Beitrag zur Geschichte der
Planification die angebliche Lenkung der Wirtschaft durch den Staat. Für
Eichengreen schließlich gibt es nur ein hervorhebenswertes Merkmal der
westeuropäischen Wirtschaften nach dem Kriege: Die Bereitschaft von Arbeitern
und Unternehmern, von Konservativen bis zu den Linken (Mitglieder der
Kommunistischen Parteien eingeschlossen), alle Kräfte für den Wiederaufbau
einzusetzen (2007, 55f).
Angesichts
von soviel Verschweigen und Verzerren historischer Tatsachen ist es notwendig,
eingangs die tatsächliche Entwicklung der Planification wenigstens zu
skizzieren. Am Anfang stand in Frankreich ein dem Wiederaufbau gewidmeter
Volkswirtschaftsplan, nach seinem Inspirator, dem ersten Plankommissar Jean
Monnet, auch „Monnet-Plan“ genannt (Aldcroft/Sutcliffe 1999, 195). Der von der
französischen Regierung 1946 gefasste Beschluss, die Wirtschaft des gesamten
Landes über Mehrjahrespläne mittelfristig zu steuern, entsprang jedoch
keineswegs den Vorstellungen eines Einzelnen, auch nicht allein der bis Mai
1947 die Nachkriegsregierungen mittragenden Kommunistischen Partei Frankreichs
(KPF), sondern die Entscheidung für die Planification entsprach einem von der
Mehrzahl der Parteien, einem Großteil der Bevölkerung und Teilen der französischen
Elite getragenen Verständnis: Das Land habe sich von der Politik des „Laissez
faire“, die in der Zeit zwischen beiden Weltkriegen dominiert hatte, nach dem
Versagen des Marktmechanismus in der Weltwirtschaftskrise und nach der sich bis
zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges anschließenden ökonomischen
Stagnationsperiode zu verabschieden. Der als grundlegender
Koordinationsmechanismus weiterhin akzeptierte Marktwettbewerb sollte überall
dort, wo er sich als nicht oder unzureichend funktionsfähig erwiesen hatte,
durch gesamtwirtschaftliche Planung ergänzt bzw. ersetzt werden. Kritisch war
im Nachkriegsfrankreich auch die Haltung gegenüber dem Privateigentum an
Produktionsmitteln geworden. Nach René Gendarme „teilte die große Mehrheit der
Franzosen im Jahre 1944 die Überzeugung von der ökonomischen sozialen und
politischen Überlegenheit der verstaatlichten über die private Industrie“
(1950, 155). In der 1946 angenommenen französischen Verfassung hieß es in
Übereinstimmung mit den Vorstellungen der Mehrheit: „Jedes Eigentum oder
Unternehmen, dessen Nutzung oder Betrieb die Merkmale eines Dienstes der
öffentlichen Hand oder eines faktischen Monopols aufweist oder annimmt, geht in
das Eigentum der Gemeinschaft über.“
Die
gesamtwirtschaftliche Planung bezog sich auf die angestrebte Entwicklung
solcher makroökonomischer Größen wie die Wachstumsrate des
Bruttosozialprodukts, die Veränderungsrate des Preisniveaus, auf den
Beschäftigungsstand, die Investitionsquote, die Branchenstruktur und später
auch auf die Regionalstruktur der Wirtschaft. Mit Hilfe der staatlichen Pläne
sollte nicht nur die Wiederherstellung von Industrie und Infrastruktur nach den
Kriegschäden betrieben, sondern auch die Modernisierung der gegenüber den
westeuropäischen Nachbarn im ersten Drittel des Jahrhunderts zurückgebliebenen
Wirtschaft Frankreichs betriebenen werden. Gleichzeitig ging es um die
Wiederherstellung der sozialen Errungenschaften der Volksfrontregierung von
1936 für die Arbeiterschaft sowie um die Verbesserung der Alters- und Invalidenrenten
und um die Aufhebung der Lohndiskriminierung von Frauen.
Deklarierte
Schwerpunkte der französischen Mehrjahrespläne (I. Plan: 1947-1953, II. Plan
1953-1957, III. Plan 1958-1961) waren gleichzeitig bzw. nacheinander die
Förderung bestimmter Zweige und ausgewählter Regionen, die Beschleunigung des
wissenschaftlichen Fortschritts, die Schaffung neuer Arbeitsplätze,
Veränderungen im Bildungssystem usw. Die Direktinvestitionen des Staates
machten rasch 35 % der gesamten Bruttoinvestitionen des Landes aus. Direkt oder
indirekt kontrollierte der französische Staat am Ende des III. Planes die
Hälfte aller Investitionen in die Volkswirtschaft. Der öffentliche Sektor
avancierte zum Hauptkunden der Privatwirtschaft. Die staatliche Elektricité de
France zum Beispiel nahm der privaten Elektroindustrie 80 % ihrer Produkte ab.
Das
Bekenntnis der französischen Kommunisten zur unter der ersten
Nachkriegsregierung von de Gaulle initiierten Planification ergab sich aus dem
damaligen Kräfteverhältnis – die KPF hatte 29 % der abgegebenen Stimmen
erhalten (Köller 1980, 344). Dies war aber mehr als ein Kompromiss. Die
Planification wurde auch als Weg zum Ziel betrachtet. Den Übergang zur
Planwirtschaft sowjetischen Typs als Tagesziel zu proklamieren, hatte die FKP
1946 nicht für angebracht gehalten. „Die Fortschritte der Demokratie in der
Welt“, erläuterte der FKP-Vorsitzende Maurice Thorez, „gestatten es, für den
Übergang zum Sozialismus andere Wege zum Sozialismus ins Auge zu fassen, als
den von den russischen Kommunisten eingeschlagenen. Wir haben immer gedacht und
erklärt, das Frankreichs Volk mit seiner ruhmreichen Vergangenheit seinen Weg
zu einer höheren Form der Demokratie, zu mehr Fortschritt und sozialer
Gerechtigkeit selbst finden wird.“ (Zit. n. ebd.)
In
Vorbereitung des I. Planes wurden 1946 in Frankreich die vier größten Banken
und die drei bedeutendsten Versicherungen, die Mehrzahl der Verkehrsbetriebe
und Energieunternehmen sowie einige Industriekonzerne (der Autobauer Renault
und das Flugzeugbauunternehmen SNECMA) verstaatlicht. Der Staatssektor, den
Präsident Mitterand Anfang der 1980er Jahre noch einmal durch die
Nationalisierung von 13 großen Banken, Energieproduzenten und
schwerindustriellen Unternehmen aufstockte, wurde direktiv geplant, d.h. die
großen Unternehmen erhielten unmittelbare Planauflagen, während die private
Wirtschaft mittelbar mit Hilfe der Kontingentierung der staatlichen Kredite
nach Industriezweigen entsprechend den Planproportionen sowie durch Gewährung
von Steuervorteilen bei Einfügen der Unternehmen in die staatlichen Programme
integriert wurde. Dem gleichen Ziele diente im Bereich der Regionalentwicklung
die kostenlose Verfügbarmachung von Baugelände bzw. die administrative
Bauverweigerung bei fehlender Plankonformität. Im Bereich Wissenschaft und
Technik gab es Zinsverbilligungen für Forschungskredite und die
Subventionierung von plangerechten Forschungsvorhaben. Charakteristisch für die
Planification war diese indikative Planung, mit deren Hilfe der Staat den
Unternehmen Orientierungsgrößen für eigene Entscheidungen an die Hand gab und
deren Bedeutung im Vergleich zur direktiven Planung von Plan zu Plan an
Bedeutung gewann.
Die
Planification, von der die Anhänger des „Laissez faire“ unter den französischen
Ökonomen gemeint hatten, dass sie wegen der Vermischung von Plan und Markt zum
wirtschaftlichen Chaos führen würde, enttäuschte weder die mit
Reallohnsteigerungen rechnenden Arbeiter und Angestellten noch die auf
volkswirtschaftliches Wachstum setzenden Technokraten und auch nicht die auf
die Rendite orientierten Privatunternehmer. Zwischen der zweiten Hälfte der
1940er und der Mitte der 70er Jahre, dem Vierteljahrhundert der Blütezeit der
Planification, wuchs die französische Wirtschaft nicht nur schneller als in der
Zwischenkriegszeit, sondern konnte bezüglich Produktions- und
Produktivitätsentwicklung gegenüber der Bundesrepublik und Großbritannien
aufholen (Maddison 2001, 262ff). Anfang der 60er Jahre, als der IV. Plan
(1962-65) vorbereitet wurde, war das Prestige der französischen Planung in
Westeuropa so weit gestiegen, dass die Regierungen Großbritanniens und Italiens
ernsthaft bemüht waren, ihre eigenen Versionen der Planification zu entwickeln
und in der Bundesrepublik das französische System der Wirtschaftslenkung
ernsthaft als alternative Marktwirtschaft diskutiert wurde.
Anfang der
1960er Jahre entfielen in Frankreich auf Staatsbetriebe etwa die Hälfte der
Bankeinlagen und 50 % der Versicherungen. Der Staatssektor umfasste 20 % der
industriellen Kapazität. Hier arbeiteten 18 % der Beschäftigten. Noch im Jahre
1980 sah die Sozialistische Partei Frankreich, die ab 1981 den Präsidenten
stellte, in der Planification eine Möglichkeit „dem krisenhaften Kapitalismus
zu entfliehen“. Weitere Unternehmen gingen unter dieser Prärogative in
öffentliches Eigentum über, so dass der Staatssektor Mitte der 80er Jahre 84 %
der Energiewirtschaft, 83 % der Telekommunikationsindustrie, 46 % des
Transportgewerbes, 44 % der Banken und 6 % der übrigen Industrien umfasste (Radó
1962, 278).
Mitterands
Reformprogramm, das mit der Festsetzung von Mindestlöhnen, der Erhöhung der
Familienbeihilfe sozial und mit der weiteren Verstaatlichung von Banken und
Schlüsselindustrien ökonomisch den vor 35 Jahren eingeschlagenen Weg eines
sozialen und staatswirtschaftlich geprägten Frankreichs fortzusetzen versuchte,
scheiterte bereits Mitte der 80er Jahre. 1986 setzte unter neoliberalem Vorzeichen
die Reprivatisierung der seit 1946 bzw. seit 1981/82 in Staatshand befindlichen
wirtschaftlichen Schlüsselunternehmen ein. Die Planification, die Ende der 50er
Jahre nicht nur akzeptiert war, sondern „einen fast mythischen Status“ im
Bewusstsein der Mehrheit der Franzosen errungen hatte (Foley 1998, 49), musste
de facto der Schritt für Schritt verlorenes Terrain zurück gewinnenden
Marktkonkurrenz weichen. Die Planification begann zu einer leeren Hülle zu
werden. Die Marktphilosophie bestimmte in Gestalt der neoliberalen Lehre
zunehmend den öffentlichen Diskurs.
Erklärlich
wird der Sinneswandel vieler Franzosen zugunsten des Marktes infolge der
Verringerung der Wachstumsraten und der Wohlstandseffekte – eine Entwicklung,
die mit den Mitteln der Planification offensichtlich nicht mehr aufgehalten
werden konnte. War die französische Wirtschaft zwischen 1961 und 1970 jährlich
um 5,6 % gewachsen (bei Zuwachsraten der damals 12 Staaten umfassenden
Europäischen Gemeinschaft von durchschnittlich 4,8 %), so betrugen die
Wachstumsraten zwischen 1971 und 1980 nur noch 3,5 %. Im Zeitraum 1982-1990
sanken sie auf 2,3 % weiter ab, wodurch Frankreich in den 80er Jahren erstmals
unter dem EG-Durchschnitt lag. Gleichzeitig schnellte die Zahl der Arbeitslosen
in Frankreich in den genannten Zeiträumen von 2 % auf 4,1 % bzw. 9,2 % in die
Höhe. (Foley 1998, 59)
Anders als
von einigen Wirtschaftswissenschaftlern anfangs befürchtet bzw. später unter
den Bedingungen der „kulturellen Hegemonie“ der neoliberalen Ideologie behauptet,
hat die Planification als ein qualitativ von der vorangegangenen und ihr
folgenden Politik des „Laissez faire“ unterschiedliches Wirtschaftssystem, als
Mixed Economy funktioniert und sowohl auf sozialem als auch ökonomischem Gebiet
Früchte getragen. Insofern gehört sie zu jenen Zeiten bzw. Bereichen der
Vergangenheit, die auch in der Gegenwart und mit Blick auf eine sozialistische
Zukunft als „Schritt in die richtige Richtung“ Beachtung verdienen sollten.
M.E. kann die
Besinnung auf die Planification nicht nur für die Beantwortung der Frage nach
dem Einschlagen des Weges, der zu einer sozialistischen Planwirtschaft in einer
solidarischen Ökonomie (im Folgenden: sozialistische Planwirtschaft) führt, von
Interesse sein, sondern sie enthält auch Anregungen für die konkrete
Ausgestaltung des etappenweisen Übergangs, d.h. für Mixed Economies auf
kapitalistischer bzw. sozialistischer Grundlage.
3. Das
Einschlagen des Weges zur Planwirtschaft
Soll die
sozialistische Planwirtschaft mit friedlichen Mitteln (d.h. vor allem über das
Mehrheitswahlrecht, aber auch durch außerparlamentarischen Druck der
Gewerkschaften und sozialen Bewegungen) angestrebt werden, so empfiehlt es sich
grundsätzlich an Institutionen anzuknüpfen, die bereits einmal allgemein – wie
die Planification – als Institution von einer Bevölkerungsmehrheit akzeptiert
waren und ihre Funktionstüchtigkeit über Jahrzehnte bereits einmal nachgewiesen
haben. Das erleichtert die Gewinnung auch jener Schichten für ein
Planungskonzept, die eine sozialistische Planwirtschaft ansonsten mit Blick auf
das Versagen der Planung sowjetischen Typs bzw. als „linke Projektmacherei“
ablehnen würden. Das wird die Anhänger des Neoliberalismus, die unablässig die
Rückkehr zur „unverfälschten“ Marktwirtschaft betreiben werden – darüber sollte
man keinerlei Illusionen hegen – nicht von ihren Widerstandsaktionen im
Parlament, im Obersten Gericht bzw. durch Mobilisierung von Teilen der
Bevölkerung für Streiks und Demonstrationen gegen das neue
Wirtschaftslenkungssystem abhalten können, wohl aber die Isolation dieser
Kräfte erleichtern.
Angesichts
der Machtkonstellation und des wirtschaftspolitischen Erfahrungshorizonts
scheint es angeraten auf Erfahrungen mit der Planification, wie sie von den
späten 1940er bis 1970er Jahren als Musterbeispiel der westeuropäischen Mixed
Economy funktionierte, dann zurückzugreifen, wenn es um die erste Phase auf dem
Weg zu einer sozialistischen Planung geht. Wie 1944/46 in Frankreich hat der
Neoliberalismus heute in Deutschland im Ergebnis der tiefsten Nachkriegskrise
der Bundesrepublik als Rezept für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung und
steigenden Wohlstand im Verständnis der Mehrheit an Glauben verloren. Es war
nicht zu übersehen: Die private Finanzwirtschaft raste dank ungebremsten
Marktwettbewerbs um höchste Renditen im Herbst 2008 auf den Abgrund zu und
drohte alles andere mit sich zu reißen. Es war der Staat, der mit Hilfe von
Steuermilliarden die Banken und das marktwirtschaftliche System rettete. Die
Krisenbekämpfung 2008/09 hat das Engagement des Staates in der Wirtschaft in
den Augen der Bevölkerungsmehrheit rehabilitiert.
Ungeachtet
dessen: Wie Mitte der 40er Jahre in Frankreich wird sich auch heute in
Deutschland keine Mehrheit für eine radikale Lösung (damals in Gestalt der
Planwirtschaft sowjetischen Typs) finden. Anders als die erste französische
Nachkriegsregierung unter de Gaulle ist die gegenwärtig amtierende
Bundesregierung allerdings nicht zu solchen Wirtschaftsreformen, die eine
(kapitalistische) Alternative zum Neoliberalismus bieten, bereit. Jedoch ist
die Glaubwürdigkeit der christlich-liberalen Koalitionsregierung erschüttert
und ihr weiteres Schicksal ungewiss. Im Dezember 2009 äußerten 70 % der
befragten Deutschen, sie hätten das Vertrauen in Politik und Wirtschaft
verloren.
Die Zeichen
stehen also nicht schlecht für eine Wiederbelebung der Mixed Economy als
Antwort auf mehrere Jahrzehnte neoliberalen Wirtschaftens in Deutschland. Die
zunächst auf kapitalistischer Basis operierende Mischung aus
Staatsintervention, einschließlich (Wieder)verstaatlichungen, sowie aus
Koordination der ökonomischen Aktivitäten über den Markt wäre dann mit dem Ziel
der Effektivierung der Planungsprozesse (im Sinne der gesetzten Planziele)
schrittweise bis zu jenem „Tipping point“ weiterzuentwickeln, wo mit nur
geringfügigen Veränderungen eine Mixed Economy auf
planwirtschaftlich-solidarischer Grundlage erreicht werden kann. Erst wenn
diese sich sozial und ökonomisch bewährt hat, aber weitere Verbesserungen einer
Mehrheit der Bevölkerung notwendig oder doch wünschenswert erscheinen, ist der
allmähliche, immer demokratisch legitimierte Übergang zu einer umfassenden
Planwirtschaft auf Basis von Gruppen- bzw. öffentlichem Eigentum zu vollziehen
– wiederum Schritt für Schritt, um Korrekturen zu ermöglichen und jenen
Kräften, die für eine wirtschaftlich-soziale Restauration eintreten, nicht
ungewollt Anhänger in die Arme zu treiben.
4.
Machtverteilung und Tipping point in der Mixed Economy
Wie aber soll
dieser Kipppunkt von einer Mixed Economy auf kapitalistischer zu einer Mixed
Economy auf sozialistischer Basis erreicht werden? Um eine Antwort auf diese
Frage zu finden, bedarf es der Bestimmung der Planungs- und Leitungsstrukturen
sowie der Einflussmöglichkeiten der Akteure auf sie und das gesamte
Lenkungssystem.
Wie die
Struktur- und Machtverteilung – zumindest in der Anfangsphase des Weges, unter
den Bedingungen einer kapitalistisch-marktwirtschaftlich dominierten Mixed
Economy – aussehen könnten, darüber kann man wiederum durch einen Rückblick auf
die Organisation Planification Anregungen sammeln. An der Spitze des
französischen Planungssystems stand seit 1946 das unter Kontrolle der
jeweiligen Regierung arbeitende Plankommissariat. 1958 wurde als Beratungsorgan
für die Regierung ein „Wirtschafts- und Sozialrat“ geschaffen. Das
Plankommissariat arbeitete gemeinsam mit den Modernisierungskommissionen, d.h.
23 Vertikalkommissionen für verschiedene Volkswirtschaftszweige und 5
Horizontalkommissionen für Querschnittsfragen wie etwa
Arbeitskräftebilanzierung und Finanzierung, den Volkswirtschaftsplan aus.
Wesentlichen Einfluss auf die Bestimmung der Planziele hatte natürlich die
Zusammensetzung dieser Gremien. An der Ausarbeitung des vierten Planes, der für
die Jahre 1962 bis 1965 galt, nahmen neben 692 Vertretern freier Berufe,
Professoren und Experten 715 Leiter von Unternehmen, 562 Vertreter von
Unternehmerverbänden, 781 Staatsfunktionäre, aber nur 283 Gewerkschafter teil.
Der französische Nationalökonom Perroux hat in diesem Zusammenhang bemängelt,
dass „die Gewerkschaften, die prinzipiell bei den Planvorbereitungen beteiligt
sind, dennoch weit davon entfernt sind, dort die Rolle zu spielen, die ihnen in
einer Demokratie, die ihre Ziele ernst nimmt, eigentlich zukommt“ (zit. n. Altvater
1965, 29).
Doch nur auf
den ersten Blick handelte es sich numerisch um eine erdrückende achtfache
Mehrheit des „Kapitals“. Unter den Leitern von Unternehmen befanden sich auch
diejenigen der großen Staatsbetriebe, ferner Absolventen der ENA, der dem
französischen Ministerpräsidenten unterstehenden staatlichen
Verwaltungshochschule, die nicht nur Staatsbeamte ausbildet, sondern deren
Absolventen auch in der Privatwirtschaft Führungspositionen übernommen haben
und für die es nur selten Vorurteile gegenüber wirtschaftlicher Planung gab.
Der in den Nachkriegsjahren von der Arbeiterbewegung bis zu führenden
Vertretern der staatlichen Verwaltung reichende antiliberale Grundkonsens über
die Lenkung der Ökonomie erklärt, warum die Verfechter des „Laissez faire“ in
Frankreich erst wieder dominant wurden, als der Grundkonsens über die
Brauchbarkeit und Machbarkeit eines Mischsystems von planmäßiger Lenkung und
marktwirtschaftlicher Regulierung der Wirtschaft zwischen Mitte der 1970er und
Mitte der 80er zunehmend – allerdings bei mehrmaligem Auf und Ab der Meinungen
– in Frage gestellt wurde und schließlich zerbrach.
Was die aus
der Planification zu gewinnenden Anregungen für die zukünftige Wirtschaftsweise
betrifft, so sind sie nicht so zu verstehen, dass die Planungsgremien einer
angestrebten Mixed Economy an das Planifications-Vorbild gebunden sind. Denkbar
wären nicht nur andere Proportionen von Interessengruppen in den
Planungsgremien, beispielsweise ein weit höherer Anteil der Gewerkschaften,
sondern auch die Aufnahme von Vertretern der sozialen Basisbewegungen in die „Modernisierungskommissionen“.
Der vom „Plankommissariat“ ausgearbeitete mittelfristige Plan sollte auf jeden
Fall der Zustimmung der Kommissionen bedürfen. Ein derartiges Verfahren
erlaubte, die Ziele (und die zu ihrer Verwirklichung eingesetzten Mittel)
regelmäßig kritisch zu überprüfen und auch von innen heraus notwendig
erscheinende Korrekturen am Plan einzuleiten.
5. Auf dem
Weg in eine solidarische Planwirtschaft
Für die
Gestaltung einer Mixed Economy auf (zunächst) marktwirtschaftlich
kapitalistischer Basis dürfte es nicht in erster Linie darum gehen, eine
deutliche Mehrheit der Vertreter sozialistischer Zukunftsvorstellungen an die
Schalthebel zu bringen (obwohl es auch getan werden sollte, wenn es das
Kräfteverhältnis schon in der ersten Phase zulässt). Vielmehr ist ein Konsens
mit jenen anderen veränderungswilligen Kräften zu erreichen, die davon
überzeugt sind, dass am Ende der Krisenbewältigung nicht wieder derselbe (neoliberale)
Kapitalismus stehen darf, der in die schwere Wirtschaftskrise hineingeführt
hat. Wenn diesbezüglich die „kulturelle Hegemonie“ errungen ist und es dann mit
Hilfe der Wirtschafts- und Sozialplanung, in der für die Öffentlichkeit
nachvollziehbaren Auseinandersetzung mit widerständigen Unternehmern,
Politikern und Institutionen um den besten Weg zur Verwirklichung der
Planungsziele gelingt, die Elemente sozialistischen Wirtschaftens im
ökonomischen und sozialen Bereich immer mehr auszuweiten, dann könnte eines
Tages, jedoch nicht in allzu ferner Zukunft, jener „Tipping point“ erreicht
sein, den der Physiker Lanius (für komplexe natur- und auch
geisteswissenschaftliche Prozesse) jüngst als „kritische Schwelle, an der eine
winzige Veränderung zu einer qualitativen Änderung in der weiteren Entwicklung
des Systems führen wird“, beschrieben hat (2010, 1).
Das Ergebnis
der „Überschreitung“ wäre auch dann noch nicht die sozialistische
Planwirtschaft, sondern eine Mixed Economy auf sozialistischer Basis. Sie würde
Elemente von Plan und Markt enthalten bei dominierendem gesellschaftlichen
Eigentum und vorwiegend direktiver Planung. Diese würde aber durch die
Vertretung gesellschaftlicher Organisationen in den Planungsgremien und die
Partizipation der Betriebsbelegschaften demokratisch funktionieren. Sie wäre
durch den vorherrschenden Einfluss der für eine sozialistische
Gesellschaftsordnung eintretenden Akteure in den volkswirtschaftlichen
Lenkungsgremien geprägt.
Für
weitergehende Schritte in Richtung sozialistischer Planwirtschaft auf
demokratischem Wege bildet eine derartige Mixed Economy die geeignete
Grundlage. Jedoch sollte man sich keinen Illusionen hingeben: Der Widerstand
gegen die Mixed Economy auf sozialistischer Basis wird groß sein und ihre
Festigung und Verstetigung wird lange Zeit viel Kraft kosten. Und sie wird sich
– wie vorher natürlich bereits die kapitalistische Mixed Economy –unablässig
gegen die Bemühungen der konservativen Kräfte um die Umkehr der bereits
durchschrittenen Entwicklung durchzusetzen haben. Denn im Unterschied zu dem
von Lanius gewählten klimageschichtlichen Beispiel können wir schon aus
historischer Erfahrung den geschilderten Prozess der Lenkung der Wirtschaft
über den Markt zur Lenkung über den Plan in seinen einzelnen Schritten nicht
für irreversibel halten. Mit anderen Worten: um der Unterstützung der
Bevölkerungsmehrheit sicher zu sein, wird die sozialistische Mixed Economy
zumindest mittelfristig unter stetem wirtschaftlichen und sozialen Erfolgszwang
stehen. Sie sollte dagegen nicht unter dem Zugzwang weiterer
ordnungspolitischer Vervollkommnung auf Kosten des Sozialen, der Ökologie und
der Ökonomie geraten. Sonst geht womöglich die „kulturelle Hegemonie“ der
Anhänger der Regulierung mittels Gesamtplan und auf der Basis dominierenden
gesellschaftlichen Eigentums verloren und es gelingt den Verfechtern radikal
marktwirtschaftlicher Lenkung und der totalen Privatisierung, erneut die
ideologische Führung an sich zu reißen und eine jahrzehntelange Entwicklung zu
stoppen bzw. zurückzudrehen. Kann das verhindert werden, so wird sich aus der
wirtschaftlichen Praxis ergeben, welche Rolle marktwirtschaftlichen Elementen
in der solidarischen Ökonomie zukommen kann.
Am Ende des
Entwicklungsweges zur sozialistischen Planung verbleiben wahrscheinlich als
Akteure die an die Vorgaben der Regierung und der Planungsinstitutionen
gebundenen Staatsfunktionäre, die Vertreter der Zentralstaats-, kommunalen und
genossenschaftlichen Betriebe, die Gewerkschaften, die sozialen Bewegungen,
sowie die verbleibenden mittelständischen Unternehmer. Aber auch die
Belegschaften der privaten Unternehmen könnten auf die Eigentümer Druck in
Richtung größerer Bereitschaft zur Integration in den mehr und mehr
sozialistischen Charakter annehmenden Plan ausüben. Die längerfristigen
Planziele für eine ökonomisch funktionstüchtige, solidarische und ökologisch
nachhaltige Wirtschaft und der erkennbare Beitrag der volkswirtschaftlichen
Gesamtplanung zur Herausbildung einer neuen, zukunftsfähigen Lebensweise müssen
dabei mobilisierend wirken, wozu mittelfristig vorgegebene Planziele besonders
gut geeignet sind.
Abschließend
ist noch ein Problem, das bisher ausgeklammert worden ist, zu erörtern: Das
Verhältnis von nationaler und Weltentwicklung. Dies ist auch mit Rückblick auf
die Planification insofern wichtig, als ein Teil der Wirtschaftshistoriker das
Nachlassen der Leistungskraft der französischen Planwirtschaft während der
1970er und 80er Jahre Globalisierungseinflüssen zuschreibt. Mit diesen ist auch
in Zukunft zu rechnen – auch wenn die augenblickliche Krise Tendenzen zur
Abschottung des nationalen Marktes fördert, die nicht unterschätzt werden
sollten. Könnten nicht Wirtschaftseinflüsse von außen das, was auf nationaler
Ebene errungen worden ist, gefährden bzw. zunichte machen?
Zwar ist die
Planification aus der historischen Perspektive heraus nur als nationales
Entwicklungsmodell geschildert worden, doch wurde bereits darauf hingewiesen,
dass ähnliche, wenn auch nicht so zielgerichtet organisierte „Mixed Economies“
wie die französische im Westeuropa der Nachkriegszeit funktionierten. Eine
ausgeprägte Planung der Wirtschaft gab es ebenfalls in den Niederlanden und
Schweden, staatliche Eingriffe in die Wirtschaft und die extensive Schaffung
bzw. Ausdehnung eines staatlichen Wirtschaftssektors auch in Italien und
Großbritannien.
Wenn wir für
die Gegenwart davon ausgehen, dass die Weltwirtschaftskrise der Ausgangspunkt
für die Zerstörung der neoliberalen Hegemonie auf wirtschaftsideologischem
Gebiet ist, dann ist es wahrscheinlich, dass es eine Renaissance von Mixed
Economies nicht nur in Deutschland, sondern in mehreren der alten
Industrieländern geben wird, zumal die Beispiele von Schwellenländern wie
Brasilien, Indien und vor allem China gegenwärtig die größere
Widerstandsfähigkeit der Mixed Economies, welcher Coleur auch immer, gegen
Weltfinanz- und Wirtschaftskrisen geradezu demonstrieren. Denkbar wäre es
durchaus, dass die das Instrument der Volkswirtschaftsplanung benutzenden
politischen Kräfte der Mixed-Economy-Staaten sich untereinander verständigen,
ihre Kräfte bündeln und Verträge abschließen, die das Wirken der Marktgesetze
auch im internationalen Maßstab regulieren können, wodurch das demokratische
Wirtschaften in einer solidarischen Ökonomie besser geschützt werden kann, als
das im Falle der französischen und ähnlich strukturierten Mixed Economies in
Westeuropa nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems seit Mitte der
1970er Jahre der Fall war.
Literatur
Aldcroft, Derek H., u. Anthony
Sutcliffe, Europe in the International Economy 1500-2000, Cheltenham
1999
Altvater, Elmar, Frankreichs
fünfter Wirtschaftsplan, 1965,
http://library.fes.de/gmh/main/pdf-files/gmh/1965/1965-01-a025.pdf
Badiou, Alain, „Das Kapital
ist an der Macht“, in: Die Zeit Nr. 48, 2009, 60
Berend, Ivan T., Markt und
Wirtschaft. Ökonomische Ordnungen und wirtschaftliche Entwicklung in Europa
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[1] Andere in der Literatur zu findende Bezeichnungen sind u.a. Marktsozialismus, Reformökonomie bzw. Sozialismus mit menschlichem Antlitz.
[2] Andere Bezeichnungen sind u.a. gezähmter Kapitalismus, Plankapitalismus, soziale Marktwirtschaft, Interventionsstaatsökonomie bzw. Kapitalismus mit menschlichem Antlitz.



