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Der ungeklärte Tod von Florian H.

Drei Jahre nach dem Auffliegen des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) und mehr als sieben Jahre nach dem Mord an der Polizeimeisterin Michèle Kiesewetter in Heilbronn setzte der baden-württembergische Landtag im November 2014 einen Untersuchungsausschuss ein. Dort standen zunächst nicht die Schüsse auf der Theresienwiese im Fokus, sondern ein weiterer rätselhafter Fall: Der Tod eines jungen Zeugen aus der rechten Szene.

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Nahost im 21. Jahrhundert: Kampf der Religionen?

Werner Ruf in inamo (29.07.2015)

Im Jahre fünf nach den arabischen Revolten sieht die arabische Welt erschreckend aus: Staaten wie Irak und Libyen sind zusammengebrochen, Jemen und Syrien und vielleicht auch Libanon auf dem Weg dahin. Eine nicht mehr überschaubare Zahl von Banden, die sich auf die Religion berufen, verbreiten Angst und Schrecken – bis in die Kanzleien des Westens. Die USA stehen nicht mehr an der vordersten Front der kaum mehr zählbaren bewaffneten Konflikte,1 die die Region wie ein Flächenbrand2 überziehen. Unmittelbar nach dem Sturz des tunesischen Diktators Ben Ali hatte Washington die Arabellion enthusiastisch begrüßt. Philip Crowley, Sprecher des US-Außenministeriums, sagte bei einem Besuch in Algier am 18. Februar 2011: „Der Wandel ist notwendig. Wir ermutigen diesen Wechsel, und wir wollen einen friedlichen Wandel.“3 Fortan setzten sie auf die Muslimbrüder (MB) als neuen stabilisierenden Faktor.

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Exilpolitik, Global Sounds, Tropenmedizin

Deutsch-arabische Zusammenarbeit und der Erste Weltkrieg
Irit Neidhardt in inamo (29.07.2015)

Ein Jahrhundert nach seinem Beginn werden im Gedenken an den Ersten Weltkrieg in der Mitte der deutschen Geschichtsschreibung erstmals auch Kriegsgebiete außerhalb (West-)Europas mit in den Blick genommen. Die leise Öffnung des eurozentrischen Blicks fordert eingefahrene historische Narrative heraus. Gleichzeitig versperren nationalistische Historiographien in den europäischen sowie den relativ neuen Nationalstaaten der ehemaligen Kolonien, Protektorate und Mandatsgebiete die Sicht auf Wirren, Zwietracht, Pragmatismus, Lebendigkeit und Widersprüche von politischen und historischen Übergangsphasen. Biographien von Menschen im Exil sowie denjenigen, die unter ausländischem Schutz standen, weisen bis heute in der Heimat und in der Fremde Lücken auf, die zu historischen Ungereimtheiten führen. An Bespielen aus Berlin und Jerusalem zeichnet Irit Neidhardt Aspekte arabisch-deutscher Geschichte nach.

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Flucht - Race - and Gender

"Keine Lager für Frauen! Alle Lager abschaffen!"

Menschen auf der Flucht leben unter äußerst schwierigen Verhältnissen - die Situation von Frauen auf der Flucht ist aber besonders dramatisch, aufgrund besonderer geschlechtsspezifischer Diskri

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Kleinbürgertum oder kleiner Mann?

Im aktuellen Führungsstreit geht es auch um die Frage, wer Kernklientel der AfD ist

Seit der Gründung der AfD hat sich einiges in der Partei getan. Aktuell tobt ein Machtkampf zwischen den drei Flügeln, dessen Ausgang zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen ist. Dabei geht es neben inhaltlichen und persönlichen Fragen auch um die strategische Ausrichtung der Partei. Speziell in der Frage, welche Klassen und Klassenfraktionen angesprochen werden sollen, herrscht Uneinigkeit zwischen den Flügeln.

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Libertäre Dekolonisierung

Transnationalismus ist weder Markt- noch Migrationseffekt
Oskar Lubin in Bildpunkt (21.07.2015)

Weil der Staat ein „kolonial-kapitalistisches Verhältnis“[1] ist, waren und sind alle antisystemischen Konzepte der Machtübernahme in den Staatsapparat

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Transnationalen Feminismus kuratieren

Maura Reilly in Bildpunkt (21.07.2015)

Wie lässt sich eine Ausstellung kuratieren, die „transnationalen Feminismus“ in der Kunst repräsentieren soll?

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Kultur statt Klasse

Zu den ideologischen Funktionen des Antimuslimischen Rassismus in Deutschland

Als im Herbst 2014 Tausende in Dresden gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes marschierten, war die Aufregung groß.

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