Destruktiver Fortschritt. Marx, Engels und die Ökologie

Michael Löwy in UTOPIEkreativ (01.04.2005)

Wie weit verträgt sich das Denken von Marx und Engels mit der modernen Ökologie? Ist eine ökologische Marx-Lektüre vorstellbar? Die folgenden Bemerkungen wollen Merkzeichen für die Debatte setzen

Wie weit verträgt sich das Denken von Marx und Engels mit der modernen Ökologie? Ist eine ökologische Marx-Lektüre vorstellbar? Welche Errungenschaften des Marxismus sind unverzichtbar für den Aufbau eines Ökosozialismus, der den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht? Und welche Marxschen Auffassungen bedürfen einer diesen Herausforderungen gemäßen "Revision"? Die folgenden kurzen Bemerkungen wollen diese Fragen nicht beantworten, aber einige Merkzeichen für die Debatte setzen.

Mein Ausgangspunkt ist die Feststellung, daß a) die ökologischen Themen in der Marxschen theoretischen Disposition keinen zentralen Platz einnehmen und b) die schriftlichen Äußerungen von Marx und Engels zum Verhältnis zwischen menschlichen Gesellschaften und Natur bei weitem nicht eindeutig sind, also unterschiedlich interpretiert werden können. Von diesen Prämissen ausgehend, werde ich versuchen, einige Spannungen oder Widersprüche in den Texten der Begründer des historischen Materialismus sichtbar zu machen, zugleich aber auch die Pfade zu bezeichnen, die sie einer marxistisch inspirierten Ökologie weisen.

Was kritisieren Ökologisten 1 in der Hauptsache am Denken von Marx und Engels? Zunächst beschreibt man sie als Anhänger eines erobernden, "prometheischen" Humanismus, der den Menschen der Natur entgegen setze und ihn zum Herrn und Meister der natürlichen Welt mache. Wahr ist, daß sich bei ihnen viele Hinweise auf die "Kontrolle", die "Beherrschung" der Natur oder gar die "Herrschaft " über diese finden. Laut Engels werden z. B. die Menschen im Sozialismus "zum ersten Male bewußte, wirkliche Herren der Natur, weil und indem sie Herren ihrer eignen Vergesellschaftung werden".2 Doch wie wir weiter unten sehen werden, beziehen sich die Ausdrücke "Herrschaft" über die Natur oder "Beherrschung" der Natur bei Marx und Engels ganz einfach auf die Kenntnis der Naturgesetze.

Was zum anderen seit den ersten Schriften von Marx auffällt, ist sein erklärter Naturalismus, seine Sicht auf den Menschen als Naturwesen, als untrennbar von seiner natürlichen Umwelt. Die Natur, schreibt Marx in den Manuskripten aus dem Jahre 1844, "ist der unorganische Leib des Menschen". Oder auch: "Daß das physische und geistige Leben des Menschen mit der Natur zusammenhängt, hat keinen andren Sinn, als daß die Natur mit sich selbst zusammenhängt, denn der Mensch ist ein Teil der Natur." Marx bekennt sich freilich zum Humanismus, aber er definiert den Kommunismus als einen Humanismus, der zugleich "vollendeter Naturalismus" ist, und vor allem begreift er ihn als "die wahrhafte Auflösung des Widerstreites zwischen dem Menschen [und] der Natur". Dank der positiven Aufhebung des Privateigentums werde die menschliche Gesellschaft "die vollendete Wesenseinheit des Menschen mit der Natur, die wahre Resurrektion der Natur, der durchgeführte Naturalismus des Menschen und der durchgeführte Humanismus der Natur."3.

Diese Stellen beziehen sich nicht direkt auf das ökologische Problem - und die Gefährdung der Umwelt -, aber seiner Logik nach erlaubt solch ein Naturalismus ein nicht einseitiges Herangehen an das Mensch-Natur-Verhältnis. In dem berühmten Text von Engels über den "Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen" (1876) bietet derselbe Naturalismustyp die Grundlage für eine Kritik menschlichen Raubbaus an der Umwelt: "Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unsern menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solchen Sieg rächt sie sich an uns. Jeder hat in erster Linie zwar die Folgen, auf die wir gerechnet, aber in zweiter und dritter Linie hat er ganz andre, unvorhergesehene Wirkungen, die nur zu oft jene ersten Folgen wieder aufheben. Die Leute, die in Mesopotamien, Griechenland, Kleinasien und anderswo die Wälder ausrotteten, um urbares Land zu gewinnen, träumten nicht, daß sie damit den Grund zur jetzigen Verödung jener Länder legten, indem sie ihnen mit den Wäldern die Ansammlungszentren und Behälter der Feuchtigkeit entzogen. Die Italiener der Alpen, als sie die am Nordabhang des Gebirgs so sorgsam gehegten Tannenwälder am Südabhang vernutzten, ahnten nicht, daß sie damit der Sennwirtschaft auf ihrem Gebiet die Wurzel abgruben; sie ahnten noch weniger, daß sie dadurch ihren Bergquellen für den größten Teil des Jahrs das Wasser entzogen [...]. Und so werden wir bei jedem Schritt daran erinnert, daß wir keineswegs die Natur beherrschen, wie ein Eroberer ein fremdes Volk beherrscht, wie jemand, der außer der Natur steht - sondern daß wir mit Fleisch und Blut und Hirn ihr angehören und mitten in ihr stehn, und daß unsre ganze Herrschaft über sie darin besteht, im Vorzug vor allen andern Geschöpfen ihre Gesetze erkennen und richtig anwenden zu können."4

Dieses Beispiel hat zwar sehr allgemeinen Charakter - es stellt nicht die kapitalistische Produktionsweise, sondern die alten Zivilisationen in Frage -, aber es ergibt dennoch sowohl durch seine Warnung vor durch die Produktion erzeugten Zerstörungen wie durch seine Kritik der Entwaldung ein ökologisches Argument von überraschender Modernität.

Die Ökologisten meinen, Marx schreibe der menschlichen Arbeit im Anschluß an Ricardo den Ursprung allen Werts und allen Reichtums zu; er übergehe den Beitrag der Natur.

Diese Kritik resultiert meiner Ansicht nach aus einem Mißverständnis: Marx verwendet die Theorie des Arbeitswerts, um den Ursprung des Tauschwerts im Rahmen des kapitalistischen Systems zu erklären. Die Natur hat dagegen Anteil an der Bildung der wahren Reichtümer, die nicht Tauschwerte sind, sondern Gebrauchswerte. Diese These wird von Marx ganz ausdrücklich in der Kritik des Gothaer Programms gegen die Ideen Lassalles und seiner Schüler vorgebracht: "Die Arbeit ist nicht die Quelle alles Reichtums. Die Natur ist ebensosehr die Quelle der Gebrauchswerte (und aus solchen besteht doch wohl der sachliche Reichtum!) als die Arbeit, die selbst nur die Äußerung einer Naturkraft ist, der menschlichen Arbeitskraft."5

Die Ökologisten werfen Marx und Engels Produktivismus vor. Ist diese Beschuldigung gerechtfertigt?

Nein, insofern als niemand die kapitalistische Logik der Produktion um der Produktion willen, der Akkumulation von Kapital, Reichtümern und Waren als Selbstzweck so sehr gegeißelt hat wie Marx. Die Idee des Sozialismus ist - entgegen seinen elenden bürokratischen Verfälschungen - selbst die Idee einer Produktion von Gebrauchswerten, von zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse erforderlichen Gütern. Höchstes Ziel des technischen Fortschritts ist für Marx nicht die grenzenlose Vermehrung von Gütern (das "Haben"), sondern die Verkürzung des Arbeitstags und die Vermehrung der freien Zeit (das "Sein").6

Wahr ist jedoch, daß sich bei Marx und Engels (und mehr noch im späteren Marxismus) oft eine recht unkritische Haltung zu dem vom Kapitalismus geschaffenen industriellen Produktionssystem sowie eine Neigung finden, die "Entwicklung der Produktivkräfte" zum Hauptträger des Fortschritts zu machen. Der "kanonische" Text für diesen Standpunkt ist das berühmte Vorwort von Zur Kritik der Politischen Ökonomie (1859) - einer der am meisten von einem gewissen Evolutionismus, von der Fortschrittsphilosophie, vom Szientismus (dem Modell der Naturwissenschaften) und einer absolut nicht-problematisierenden Auffassung der Produktivkräfte geprägten Marxschen Schriften: "Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen [...]. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. [...] Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist [...]."7 In dieser berühmten Textstelle erscheinen die Produktivkräfte als "neutral", und die Revolution hat nur die Aufgabe, die zur "Fessel" für deren unbegrenzte Entwicklung gewordenen Produktionsverhältnisse abzuschaffen.

Die folgende Stelle aus den Grundrissen ist ein gutes Beispiel für MarxÂ’ zu unkritische Bewunderung des "zivilisierenden" Wirkens der kapitalistischen Produktion und ihrer brutalen Instrumentalisierung der Natur: "Wie also die auf das Kapital gegründete Produktion einerseits die universelle Industrie schafft - d. h. Surplusarbeit, wertschaffende Arbeit -, so anderseits ein System der allgemeinen Exploitation der natürlichen und menschlichen Eigenschaften [...]. So schafft das Kapital erst die bürgerliche Gesellschaft und die universelle Aneignung der Natur wie des gesellschaftlichen Zusammenhangs selbst durch die Glieder der Gesellschaft. Hence the great civilising influence of capital [Dadurch der große zivilisierende Einfluß des Kapitals]; seine Produktion einer Gesellschaftsstufe, gegen die alle früheren nur als lokale Entwicklungen der Menschheit und als Naturidolatrie erscheinen. Die Natur wird erst rein Gegenstand für den Menschen, rein Sache der Nützlichkeit; hört auf als Macht für sich anerkannt zu werden; und die theoretische Erkenntnis ihrer selbständigen Gesetze erscheint selbst nur als List, um sie den menschlichen Bedürfnissen, sei es als Gegenstand des Konsums, sei es als Mittel der Produktion zu unterwerfen."8

Marx und Engels scheint es an einem allgemeinen Begriff von den natürlichen Schranken der Produktivkräfteentwicklung zu mangeln.9 Hier und da wird intuitiv auf deren destruktives Potential verwiesen, wie z. B. an dieser Stelle der Deutschen Ideologie: "In der Entwicklung der Produktivkräfte tritt eine Stufe ein, auf welcher Produktionskräfte und Verkehrsmittel hervorgerufen werden, welche unter den bestehenden Verhältnissen nur Unheil anrichten, welche keine Produktionskräfte mehr sind, sondern Destruktionskräfte (Maschinerie und Geld) [...]".10

Leider wird dieser Gedanke von den beiden Verfassern nicht ausgebaut, und es ist nicht sicher, daß die erwähnte Destruktion auch die Natur betrifft. An bestimmten Stellen, die auf die Landwirtschaft eingehen, werden dagegen Umrisse einer echten ökologischen Problematik und einer radikalen Kritik der vom kapitalistischen Produktivismus herrührenden Katastrophen sichtbar.

In diesen Texten findet sich eine Art von Theorie des Risses des Stoffwechsels zwischen menschlichen Gesellschaften und Natur als Resultat des kapitalistischen Produktivismus.11 Ausgangspunkt sind für Marx die Arbeiten des deutschen Chemikers und Agronomen Liebig: "Die Entwicklung der negativen Seiten der modernen Agrikultur, vom naturwissenschaftlichen Standpunkt, ist eins der unsterblichen Verdienste Liebigs."12 Der Ausdruck Riß des Stoffwechsels erscheint namentlich an einer Stelle des 47. Kapitels "Genesis der kapitalistischen Grundrente" im dritten Band des Kapitals: "Auf der anderen Seite reduziert das große Grundeigentum die agrikole Bevölkerung auf ein beständig sinkendes Minimum und setzt ihr eine beständig wachsende, in großen Städten zusammengedrängte Industriebevölkerung entgegen; es erzeugt dadurch Bedingungen, die einen unheilbaren Riß hervorrufen in dem Zusammenhang des gesellschaftlichen und durch die Naturgesetze des Lebens vorgeschriebnen Stoffwechsels, infolge wovon die Bodenkraft verschleudert und diese Verschleuderung durch den Handel weit über die Grenzen des eignen Landes hinausgetragen wird. (Liebig.) [...] Große Industrie und industriell betriebene große Agrikultur wirken zusammen. Wenn sie sich ursprünglich dadurch scheiden, daß die erste mehr die Arbeitskraft und daher die Naturkraft des Menschen, die letztere mehr direkt die Naturkraft des Bodens verwüstet und ruiniert, so reichen sich später im Fortgang beide die Hand, indem das industrielle System auf dem Land auch die Arbeiter entkräftet und Industrie und Handel ihrerseits der Agrikultur die Mittel zur Erschöpfung des Bodens verschaffen."13

Wie bei den meisten Beispielen, die wir im weiteren sehen werden, konzentriert Marx die Aufmerksamkeit auf die Landwirtschaft und das Problem der Verwüstung der Böden, aber er verbindet diese Frage mit einem allgemeineren Problem, dem Riß im System des Stoffwechsels zwischen menschlicher Gesellschaft und Umwelt, den "Naturgesetzen des Lebens" zuwider. Es ist darüber hinaus interessant, zwei wichtige - wenngleich wenig entwickelte - Marxsche Hinweise festzuhalten: auf das Zusammenwirken von Industrie und Landwirtschaft bei diesem Zerreißen und auf die globale Ausdehnung der Schäden durch den internationalen Handel.

Das Thema der Zerreißung des Stoffwechsels findet sich auch an einer bekannten Stelle im ersten Band des Kapitals, am Schluß des Abschnitts "Große Industrie und Agrikultur". Es ist einer der wenigen Texte, worin Marx ausdrücklich von Umweltschädigung durch das Kapital spricht - und eine dialektische Sicht auf die Widersprüche des von den Produktivkräften ausgelösten "Fortschritts" bietet: Die "kapitalistische Produktion [...] stört [...] den Stoffwechsel zwischen Mensch und Erde, d. h. die Rückkehr der vom Menschen in der Form von Nahrungs- und Kleidungsmitteln vernutzten Bodenbestandteile zum Boden, also die ewige Naturbedingung dauernder Bodenfruchtbarkeit. Sie zerstört damit zugleich die physische Gesundheit der Stadtarbeiter und das geistige Leben der Landarbeiter. Aber sie zwingt zugleich durch die Zerstörung der bloß naturwüchsig entstandnen Umstände jenes Stoffwechsels, ihn systematisch als regelndes Gesetz der gesellschaftlichen Produktion und in einer der vollen menschlichen Entwicklung adäquaten Form herzustellen. [...] Und jeder Fortschritt der kapitalistischen Agrikultur ist nicht nur ein Fortschritt in der Kunst, den Arbeiter, sondern zugleich in der Kunst, den Boden zu berauben, jeder Fortschritt in Steigerung seiner Fruchtbarkeit für eine gegebne Zeitfrist zugleich ein Fortschritt im Ruin der dauernden Quellen dieser Fruchtbarkeit. Je mehr ein Land, wie die Vereinigten Staaten von Nordamerika z. B., von der großen Industrie als dem Hintergrund seiner Entwicklung ausgeht, desto rascher dieser Zerstörungsprozeß. Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter. "14

Dieser Text hat mehrere bemerkenswerte Aspekte. Zunächst die Idee, daß Fortschritt destruktiv sein kann, ein "Fortschritt" in der Beeinträchtigung und Zerstörung der natürlichen Umwelt. Das gewählte Beispiel - der Verlust der Bodenfruchtbarkeit - ist nicht das beste und erscheint zu begrenzt, aber es wirft dennoch die allgemeinere Frage nach der Schädigung der Umwelt, der "ewigen Naturbedingung ", durch die kapitalistische Produktion auf.

Außerdem wird hier die Parallele zwischen Ausbeutung und Erniedrigung der Arbeiter und der Natur als aus derselben Raubbaulogik der kapitalistischen Großindustrie und Landwirtschaft folgend gezogen. Das ist ein Thema, das im Kapital oft wiederkehrt, zum Beispiel in den folgenden Stellen des Kapitels über den Arbeitstag: "Von einer täglich bedrohlicher anschwellenden Arbeiterbewegung abgesehn, war die Beschränkung der Fabrikarbeit diktiert durch dieselbe Notwendigkeit, welche den Guano auf die englischen Felder ausgoß. Dieselbe blinde Raubgier, die in dem einen Fall die Erde erschöpft, hatte in dem andren die Lebenskraft der Nation an der Wurzel ergriffen. [...] Aber in seinem maßlos blinden Trieb, seinem Werwolfs-Heißhunger nach Mehrarbeit, überrennt das Kapital nicht nur die moralischen, sondern auch die rein physischen Maximalschranken des Arbeitstags. [...] Es erreicht dies Ziel durch Verkürzung der Dauer der Arbeitskraft, wie ein habgieriger Landwirt gesteigerten Bodenertrag durch Beraubung der Bodenfruchtbarkeit erreicht."15 Diese unmittelbare Assoziation zwischen Ausbeutung des Proletariats und Ausbeutung der Erde eröffnet trotz ihrer Grenzen das Feld für eine Reflexion über die Verbindung von Klassenkampf und Umweltschutz im gemeinsamen Ringen gegen die Vorherrschaft des Kapitals.

Verschiedene Texte zeigen den Widerspruch zwischen der kurzfristigen Logik des Kapitals und der Möglichkeit einer "rationellen", auf weit längere zeitliche Sicht und in nachhaltiger, Generationen übergreifender Perspektive betriebenen, die Umwelt achtenden Landwirtschaft: "Ganz konservative Agrikulturchemiker, wie z. B. Johnston, geben zu, daß eine wirklich rationelle Agrikultur überall am Privateigentum unüberwindliche Schranken findet [...] der ganze Geist der kapitalistischen Produktion, der auf den unmittelbaren nächsten Geldgewinn gerichtet ist, widerspricht der Agrikultur, die mit den gesamten ständigen Lebensbedingungen der sich verkettenden Menschengenerationen zu wirtschaften hat. Ein schlagendes Beispiel davon sind die Waldungen, die nur da zuweilen einigermaßen dem Gesamtinteresse gemäß bewirtschaftet werden, wo sie nicht Privateigentum, sondern der Staatsverwaltung unterworfen sind."16

Neben der Bodenerschöpfung erwähnen die bisher zitierten Texte von Marx und Engels die Vernichtung der Wälder als Beispiel einer ökologischen Katastrophe. Es erscheint oft im Kapital: "Die Entwicklung der Kultur und Industrie überhaupt hat sich von jeher so tätig in der Zerstörung der Waldungen gezeigt, daß dagegen alles, was sie umgekehrt zu deren Erhaltung und Produktion getan hat, eine vollständig verschwindende Größe ist."17 Die beiden Phänomene - Wald- und Bodenschädigung - werden im übrigen in ihren Analysen eng miteinander verbunden. An einer Stelle der Dialektik der Natur nennt Engels die Vernichtung der kubanischen Wälder durch große spanische Kaffeepflanzer und die nachfolgende Verwüstung der Böden als Beispiel für die kurzsichtige räuberische Haltung "der heutigen Produktionsweise" zur Natur und ihre Gleichgültigkeit gegenüber den entfernteren schädlichen "natürlichen Wirkungen" ihrer Handlungen.18

Das Problem der Umweltverschmutzung bleibt bei ihnen nicht außer Betracht, aber es wird fast ausschließlich unter dem Gesichtswinkel der unhygienischen Arbeiterviertel in den großen englischen Städten behandelt. Das schlagendste Beispiel sind die Seiten der [Lage der arbeitenden Klasse in England], wo Engels entsetzt und entrüstet die Häufung von Unrat und Industrieabfällen in Straßen und Flüssen, die Verdrängung des Sauerstoffs und die Vergiftung der Atmosphäre durch das kohlensaure Gas, "die Ausdünstungen der verunreinigten Flüsse" usw. beschreibt.19 Implizit stellen diese und andere ähnliche Passagen die Verschmutzung der Umwelt durch die kapitalistische Industrietätigkeit in Frage, aber direkt wird die Frage nie aufgeworfen.

Wie definieren Marx und Engels das sozialistische Programm in bezug auf die natürliche Umwelt? Welche Transformationen muß das Produktionssystem durchlaufen, um mit dem Schutz der Natur vereinbar zu werden? Marx und Engels scheinen oft die sozialistische Produktion einfach als gesellschaftliche Aneignung der vom Kapitalismus entwickelten Produktivkräfte und Produktionsmittel aufzufassen: Ist erst die "Fessel" abgestreift, welche die Produktionsverhältnisse und insbesondere die Eigentumsverhältnisse darstellen, könnten sich diese Kräfte ungehindert entwickeln. Es bestünde somit eine Art substantieller Kontinuität zwischen kapitalistischem und sozialistischem Produktionsapparat; der sozialistische Einschlag wäre vor allem die planmäßige, rationelle Steuerung dieser vom Kapital geschaffenen materiellen Zivilisation.

Zum Beispiel schreibt Marx in dem berühmten Schluß des Kapitels über die ursprüngliche Akkumulation des Kapitals: "Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit der kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. [...] Aber die kapitalistische Produktion erzeugt mit der Notwendigkeit eines Naturprozesses ihre eigne Negation."20 Abgesehen von dem fatalistisch-positivistischen Determinismus scheint diese Stelle die gesamte "mit und unter" dem Kapital geschaffene Produktionsweise in der sozialistischen Perspektive unangetastet zu lassen; in Frage gestellt wird nur die "Hülle" des "zur Fessel" der materiellen Triebkräfte der Produktion gewordenen Privateigentums.

Von derselben "kontinuistischen" Logik geleitet sind bestimmte Stellen im Anti-Dühring, wo der Sozialismus als Gleichwort für die schrankenlose Entwicklung der Produktivkräfte in Rede steht: "Die Expansionskraft der Produktionsmittel sprengt die Bande, die ihr die kapitalistische Produktionsweise angelegt. Ihre Befreiung aus diesen Banden ist die einzige Vorbedingung einer ununterbrochenen, stets rascher fortschreitenden Entwicklung der Produktivkräfte und damit einer praktisch schrankenlosen Steigerung der Produktion selbst."21

Es versteht sich von selbst, daß das Problem der Umwelt in dieser Auffassung des Übergangs zum Sozialismus unberücksichtigt bleibt.

Doch man findet demgegenüber auch andere Schriften, in denen die ökologische Dimension des sozialistischen Programms berücksichtig ist und einige interessante Pfade gewiesen werden. Wir haben gesehen, daß sich die Manuskripte aus dem Jahre 1844 auf den Kommunismus als "die wahrhafte Auflösung des Widerstreites zwischen dem Menschen und der Natur" beziehen. Und an der oben zitierten Stelle aus dem ersten Band des Kapitals gibt Marx zu verstehen, daß die vorkapitalistischen Gesellschaften den Stoffwechsel zwischen Menschengruppen und Natur "naturwüchsig" gesichert haben; im Sozialismus (das Wort erscheint nicht direkt, aber man kann es aus dem Kontext folgern) sei dieser dann systematisch und rationell "als regelndes Gesetz der gesellschaftlichen Produktion" herzustellen.22 Es ist schade, daß weder Marx noch Engels diese Intuition weiter entwickelt haben, beruht sie doch auf dem Gedanken, daß die vorkapitalistischen Gemeinschaften in naturwüchsiger Harmonie mit ihrem natürlichen Umfeld lebten und daß der Sozialismus die Aufgabe hat, diese Harmonie auf neuen Grundlagen wieder herzustellen.

An bestimmten Stellen scheint Marx die Erhaltung der natürlichen Umwelt als fundamentale Aufgabe des Sozialismus zu betrachten. Zum Beispiel setzt der dritte Band des Kapitals der kapitalistischen Logik der agrarischen Großproduktion, die sich auf die Exploitation und Vergeudung der Bodenkräfte gründet, eine andere, sozialistische Logik entgegen, und zwar diejenige "selbstbewußter rationeller Behandlung des Bodens als des gemeinschaftlichen ewigen Eigentums, der unveräußerlichen Existenz- und Reproduktionsbedingung der Kette sich ablösender Menschengeschlechter". Ein ähnliches Argument flndet sich wenige Seiten davor: "Selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen, sind nicht Eigentümer der Erde. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer, und haben sie als boni patres familias [gute Familienväter] den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen."23 Mit anderen Worten: Marx scheint das von Hans Jonas hochgeschätzte "Prinzip Verantwortung" zu akzeptieren, die Pfiicht jeder Generation, die Umwelt als Existenzbedingung der künftigen Menschengenerationen achtsam zu behandeln.

In einigen Texten wird der Sozialismus mit der Aufhebung der Trennung von Stadt und Land und daher der Beseitigung der industriellen Verschmutzung in den Städten verbunden: "Nur durch Verschmelzung von Stadt und Land kann die heutige Luft-, Wasser- und Bodenvergiftung beseitigt, nur durch sie die jetzt in den Städten hinsiechenden Massen dahin gebracht werden, daß ihr Dünger zur Erzeugung von Pflanzen verwandt wird, statt zur Erzeugung von Krankheiten."24 Die Formulierung ist ungeschickt - die Frage verkürzt auf ein Stoffwechselproblem des menschlichen Düngers! -, doch es wird eine wesentliche Frage aufgeworfen: Wie soll der industriellen Vergiftung der Umwelt ein Ende gesetzt werden? Der utopische Roman des großen libertären marxistischen Schriftstellers William Morris Kunde von Nirgendwo (1891) ist ein faszinierender Versuch, das Bild einer neuen sozialistischen Welt zu zeichnen, in der die großen Industriestädte umweltverträglichen städtisch-ländlichen Heimstätten gewichen sind.

Schließlich definiert Marx, wiederum im dritten Band des Kapitals, den Sozialismus nicht mehr über die "Beherrschung" oder menschliche Kontrolle der Natur, sondern mittels der Kontrolle des materiellen Austauschs mit der Natur: Die Freiheit im Bereich der materiellen Produktion "kann nur darin bestehn, daß der vergesellschaftete Mensch, die assoziierten Produzenten, diesen ihren Stoffwechsel mit der Natur rationell regeln, unter ihre gemeinschaftliche Kontrolle bringen, statt von ihm als von einer blinden Macht beherrscht zu werden."25 Diesen Gedanken übernimmt Walter Benjamin, der als einer der ersten Marxisten im 20. Jahrhundert derartige Fragen aufgeworfen hat, nahezu wortwörtlich. Schon 1928 geißelte er in seinem Buch Einbahnstraße die Idee der Herrschaft über die Natur als "imperialistische Lehre" und schlug eine neue Auffassung der Technik als "Beherrschung des Verhältnisses zwischen Natur und Menschheit" vor.26

Weitere Beispiele einer wirklichen Sensibilität für die Frage nach der natürlichen Umwelt der menschlichen Tätigkeit ließen sich unschwer finden. Dennoch bleibt es dabei, daß es Marx und Engels an einer ökologischen Gesamtperspektive mangelt. Andererseits aber ist eine den gegenwärtigen Herausforderungen entsprechende kritische Ökologie undenkbar ohne Berücksichtigung der Marxschen Kritik der Politischen Ökonomie, seines Anfechtens der von der schrankenlosen Akkumulation des Kapitals ausgehenden destruktiven Logik. Eine Ökologie, die den Marxismus und seine Kritik des Warenfetischismus übergeht oder verachtet, ist dazu verurteilt, nur Hilfsmittel gegen die "Auswüchse" des kapitalistischen Produktivismus zu sein.

Vorläufig schließen ließe sich diese Diskussion mit einer - meines Erachtens treffenden - Anregung, die Daniel Bensaïd unlängst in seiner bemerkenswerten Arbeit über Marx vorgebracht hat. Dessen eingedenk, daß es ebenso falsch wäre, Marx von den "progressistischen " oder "prometheischen" Illusionen seiner Zeit freizusprechen, wie ihn zu einem Barden der maßlosen Industrialisierung zu machen, empfiehlt er uns ein weit fruchtbareres Herangehen: sich in den Marxschen Widersprüchen "niederzulassen" und sie ernst zu nehmen. Der erste dieser Widersprüche ist ganz gewiß derjenige zwischen dem produktivistischen Credo mancher Texte und der Intuition, daß der Fortschritt Quell unumkehrbarer Zerstörung der natürlichen Umwelt sein kann.27

Die ökologische Frage ist meines Erachtens die große Herausforderung für einen neuen Frühling des marxistischen Denkens an der Schwelle des 21. Jahrhunderts. Sie verlangt von den Marxisten einen radikalen Bruch mit der Ideologie des linearen Fortschritts und dem technologisch-ökonomischen Paradigma der modernen industriellen Zivilisation. Zwar geht es - selbstverständlich - nicht darum, die Notwendigkeit des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und der Steigerung der Arbeitsproduktivität in Frage zu stellen: Das sind unumgängliche Voraussetzungen für zwei wesentliche Ziele des Sozialismus, die Befriedigung der gesellschaftlichen Bedürfnisse und die Verkürzung des Arbeitstags. Die Herausforderung besteht darin, den Fortschritt so umzulenken, daß er mit der Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts des Planeten verträglich wird.

Die Achillesferse der Marx-Engelsschen Argumentation war eine in manchen "kanonischen" Texten auftretende unkritische Auffassung der kapitalistischen Produktivkräfte - d. h. des modernen industriekapitalistischen Technik- und Produktionsapparats -, als ob diese "neutral" seien und als ob es genüge, daß die Revolutionäre sie vergesellschaften, ihre private Aneignung durch gemeinschaftliche Aneignung ersetzen, sie zugunsten der Arbeitenden laufen lassen und sie schrankenlos entwickeln.

Ich denke, daß für den vom Kapital geschaffenen Produktionsapparat dasselbe Argument gelten muß, wie Marx es im Bürgerkrieg in Frankreich für den Staatsapparat geprägt hat: "Aber die Arbeiterklasse kann nicht die fertige Staatsmaschinerie einfach in Besitz nehmen und diese für ihre eignen Zwecke in Bewegung setzen."28 Mutatis mutandis können die Arbeitenden nicht einfach die kapitalistische Produktions"maschinerie" in Besitz nehmen und sie für ihre eigenen Zwecke in Bewegung setzen; sie müssen sie radikal nach sozialistischen und ökologischen Kriterien transformieren - das Äquivalent dessen, was Marx in einem Brief an Kugelmann zur Pariser Kommune als Zerschlagen des bürgerlichen Staatsapparats bezeichnet. Das beinhaltet nicht nur die Ablösung destruktiver Energieformen durch erneuerbare, nicht verschmutzende Energiequellen wie die Solarenergie, sondern auch eine tiefgreifende Umgestaltung des vom Kapitalismus überkommenen Produktionssystems sowie des Verkehrssystems und des urbanen Siedlungssystems.

Kurzum, der Ökosozialismus beinhaltet eine Radikalisierung des Bruchs mit der kapitalistischen materiellen Zivilisation. In dieser Sichtweise zielt das sozialistische Projekt nicht nur auf eine neue Gesellschaft und eine neue Produktionsweise, sondern auch auf ein neues Zivilisationsmuster.

Aus dem Französischen übersetzt von JOACHIM WILKE

Michael Löwy - Jg. 1938, brasilianisch-französischer Intellektueller, Forschungsdirektor für Soziologie am Centre National de Recherche Scientifique in Paris; Veröffentlichungen vor allem in New Left Review und Socialist Register; langjähriges Engagement in der Vierten Internationale. Zuletzt in UTOPIE kreativ: Eine neue Internationale?, Heft 169 (November 2004).

1 In Frankreich wird unterschieden zwischen Ökologie als Wissenschaft und Ökologismus als politisch-sozialer Strömung (Anm. des Übersetzers).

2 Friedrich Engels: Anti-Dühring, MEW, Bd. 20, Berlin 1968, S. 264.

3 Karl Marx: Ökonomischphilosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844, MEW, Ergänzungsband, 1. Teil, Berlin 1968, S. 516, 536, 537-538.

4 Friedrich Engels: Dialektik der Natur, MEW, Bd. 20, a. a. O., S. 452-453.

5 Karl Marx: Kritik des Gothaer Programms, MEW, Bd. 19, Berlin 1962, S. 15. Siehe auch Das Kapital. Erster Band, MEW, Bd. 23, S. 57-58. Berlin 1969: "Arbeit ist also nicht die einzige Quelle der von ihr produzierten Gebrauchswerte, des stofflichen Reichtums. Die Arbeit ist sein Vater, wie William Petty sagt, und die Erde seine Mutter."

6 Zum Gegensatz von "Haben" und "Sein" siehe: Ökonomisch-philosophische Manuskripte, a. a. O., S. 549: "Je weniger du bist, je weniger du dein Leben äußerst, um so mehr hast du, um so größer ist dein entäußertes Leben, um so mehr speicherst du auf von deinem entfremdeten Wesen." Zur freien Zeit als Grundbedingung des Sozialismus siehe: Das Kapital. Dritter Band, MEW, Bd. 25, Berlin 1968, S. 828.

7 Karl Marx: Zur Kritik der Politischen Ökonomie. Vorwort, MEW, Bd. 13, Berlin 1969, S. 9.

8 Karl Marx: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, MEW, Bd. 42, Berlin 1983, S. 323.

9 Zu einer eingehenden Diskussion dieser Frage siehe den Text von Ted Benton in der frz. Ausgabe: Karl Marx: Fondements de la Critique de lÂ’Economie Politique, Ed. Anthropos, Paris 1967.

10 Karl Marx, Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie, MEW, Bd. 3, Berlin 1958, S. 69.

11 Ich entnehme diesen Ausdruck und die anschließende Analyse dem wichtigen Werk: John Foster Bellamy: MarxÂ’s Ecology. Materialism and Nature, Monthly Review Press, New York 2001, pp. 155-167.

12 Karl Marx: Das Kapital. Erster Band, a. a. O., S. 529, Fußnote 325.

13 Karl Marx: Das Kapital. Dritter Band, a. a. O., S. 821.

14 Karl Marx: Das Kapital. Erster Band, a. a. O., S. 528-530.

15 Ebenda, S. 253, 280-281.

16 Karl Marx: Das Kapital. Dritter Band, a. a. O., S. 630-631, Fußnote 27.

17 Karl Marx: Das Kapital. Zweiter Band, MEW, Bd. 24, Berlin 1969, S. 247.

18 Friedrich Engels: Dialektik der Natur, a. a. O., S. 455.

19 Friedrich Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England, MEW, Bd. 2, Berlin 1962, insbes. S. 325-327.

20 Karl Marx: Das Kapital. Erster Band, a. a. O., S. 791.

21 Friedrich Engels: Anti-Dühring, a. a. O., S. 263.

22 Karl Marx: Das Kapital. Erster Band, a. a. O., S. 528.

23 Karl Marx: Das Kapital. Dritter Band, a. a. O., S. 820, 784.

24 Friedrich. Engels: Anti-Dühring, a. a. O., S. 276. Siehe auch folgende Stelle in Friedrich Engels: Zur Wohnungsfrage, MEW, Bd. 18, Berlin 1962, S. 279-280: "Die Aufhebung des Gegensatzes zwischen Stadt und Land ist nicht mehr und nicht minder eine Utopie als die Aufhebung des Gegensatzes zwischen Kapitalisten und Lohnarbeitern. [...] Niemand hat sie lauter gefordert als Liebig in seinen Schriften über die Chemie des Ackerbaus, worin stets seine erste Forderung ist, daß der Mensch an den Acker das zurückgebe, was er von ihm erhält, und worin er beweist, daß nur die Existenz der Städte, namentlich der großen Städte, dies verhindert." Im weiteren dreht sich die Argumentation abermals um den "Dünger", der von den großen Städten erzeugt wird.

25 Karl Marx: Das Kapital. Dritter Band, a. a. O., S. 828.

26 Walter Benjamin: Einbahnstraße, Berlin 1928. - Die französische Ausgabe, auf die sich Löwy bezieht, ist 1978 bei Ed. Lettres Nouvelles - Maurice Nadeau unter dem Titel "Sens Unique" erschienen.

27 Siehe Daniel Bensaïd: Marx lÂ’intempestif, Ed. Fayard, Paris 1995, S. 347.

28 Karl Marx: Der Bürgerkrieg in Frankreich, MEW, Bd. 17, Berlin 1968, S. 336.

in: UTOPIE kreativ, H. 174 (April 2005), S. 342-348

Inhalt der Print-Ausgabe (ab Mai 2005 alle Artikel auch in Internet unter http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=5659)

VorSatz; Essay HERMANN KLENNER: Vorwärts, doch nicht vergessen: Die Babelsberger Konferenz von 1958; Nachhaltigkeit & Ökologie MICHAEL LÖWY: Destruktiver Fortschritt. Marx, Engels und die Ökologie; ROLF KUHN: Neue Chancen für eine gestörte Landschaft Die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land in der Lausitz; JOACHIM H. SPANGENBERG: Nachhaltigkeit - Konzept, Grundlagen, Herausforderungen, Anwendungen; Gesellschaft - Analysen & Alternativen DETLEF KANNAPIN: Die internationale Ideologie Anmerkungen zu Hardt/Negri "Multitude"; MARKUS GILLES: Von begabten und unbegabten Studierenden; Dokumentierte Geschichte HUGO EBERLEIN: Erinnerungen an Rosa Luxemburg bei Kriegsausbruch 1914; Standorte LOTHAR RATAI: In welcher Zeit leben wir?; In memoriam ULRICH BUSCH: Von der "Roten Fahne" zur "Financial Times" Zum Tode von Günter Reimann (1904-2005); Festplatte WOLFGANG SABATH: Die Wochen im Rückstau; Bücher & Zeitschriften HANS KLEIN: In eine neue Zukunft. Dokumente einer Hoffnung (JENS LANGER); Eric Hobsbawm: Gefährliche Zeiten. Ein Leben im 20 Jahrhundert (PETER ULLRICH); Renate Reschke (Hrsg.): Nietzsche. Radikalaufklärer oder radikaler Gegenaufklärer? Nietzscheforschung, Sonderband 2 (ULRICH BUSCH); Rainer Funk: Ich und Wir - Psychoanalyse des postmodernen Menschen (JÜRGEN MEIER); William Taubman: Khrushchev. The Man and His Era (Chruschtschow. Der Mann und seine Ära) (HORST SCHÜTZLER); Summaries