Archiv

Transnational ist besser

Stand und Perspektiven des Syndikalismus
Im Mai hat sich eine neue Internationale (anarcho-)syndikalistischer Organisationen gebildet. Die Gründung fällt in eine Zeit relativen Aufschwungs alternativer Gewerkschaften. Für einen umfassenden Aufbruch braucht die antiautoritäre Linke jedoch neue Visionen, die eine Breitenwirkung entfalten können.
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Herrschaftsgottnochmal!

Zur Ideengeschichte des Anarchismus
Der Anarchismus stand immer im Schatten von zwei konkurrierenden Strömungen der globalen Linken: Kommunismus und Sozialdemokratie. Bis heute herrscht selbst in der Linken viel Unwissen über anarchistische Strömungen. Grund genug für einen Streifzug durch deren Ideengeschichte und für die Frage: Was ist eigentlich Anarchismus?
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Anarchismus weltweit

Themenschwerpunkteditorial iz3w #367 (Juli/August 2018)
Die Utopie von der herrschaftsfreien Gesellschaft, von der Anarchie hat kaum jemand so überzeugend formuliert wie der italienische Anarchist Errico Malatesta: »Unser Ideal ist nicht eines, dessen Erfolg vom isoliert betrachteten Individuum abhängt. Es geht darum, die Lebensweise der Gesellschaft insgesamt zu verwandeln, darum, unter den Menschen Beziehungen zu schaffen, die auf Liebe und Solidarität beruhen; darum, die vollkommene materielle, sittliche und intellektuelle Entwicklung nicht etwa für einzelne Individuen oder Angehörige einer Klasse oder bestimmten politischen Partei, sondern der gesamten Menschheit zu erreichen – und das ist ein Ziel, das nicht mit Gewalt erzwungen werden kann, vielmehr muss es sich aus dem aufgeklärten Bewusstsein eines jeden von uns ergeben und kann nur durch freiwillige Zustimmung aller erreicht werden.«
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Volksregierung gegens Volk

Hefteditorial iz3w 367 (Juli/August 2018)
Ein rätselhafter Fluch liegt auf der lateinamerikanischen Linken. Zuletzt konnten wir den Niedergang des venezolanischen Regimes erleben. Dessen linkspopulistischer Anführer Hugo Chávez proklamierte noch zur Jahrtausendwende große Umverteilungspläne: »Venezuela verfügt über so viel Reichtum, der ein Jahrhundert lang an die Weltmächte verschenkt wurde, und uns blieb nur das Elend.« Die Regierung setzte auf Erdöleinnahmen und bediente die eigenen Leute mit Wohltaten. Unter Nicolás Maduro hat sich das Elend nur verschärft. Strom und Wasser werden oft abgeschaltet, im Supermarkt steht man vor leeren Regalen. Daraus entwickelte sich eine politische Krise mit Straßenunruhen und Todesschüssen. Die chavistische Regierung des Erdölstaates entmachtete das oppositionelle Parlament per »verfassungsgebender Versammlung«. Ist das der sogenannte Rohstoff-Fluch?
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Postkolonialismus: Eine koloniale Schatzkammer

Es soll ein „Weltkulturmuseum“ werden und ist der postkoloniale Ort in Deutschland: das Humboldt Forum in Berlin. Sein Domizil soll es hinter der Barockfassade des wiederaufgebauten Stadtschlosses finden. Die (Teil-)Eröffnung ist für Ende 2019 geplant. Doch die Konzeption stößt vielfach auf Ablehnung: Das nach dem Naturforscher Alexander Humboldt benannte Forum verharre im kolonialen Blick auf die ausgestellten Objekte, bei denen es sich in vielen Fällen um Raubgut handelt.
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Türkei: Kein Tourismus in die Türkei!

Plädoyer für Wirtschaftssanktionen von unten

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu gab sich optimistisch. »Ich sehe einen gewaltigen Anstieg«, sagte er Anfang März bei seinem Besuch der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin über die deutschen TürkeiurlauberInnen. Rekordzahlen wie die 5,6 Millionen von 2015 könnten bis Ende dieses Jahres wieder erreicht werden, stellte er bei der weltweit bedeutendsten Reisemesse in Aussicht.

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Arbeitsrechte - ein permanenter Kampf

Editorial zum Themenschwerpunkt in iz3w 366

Im Kapitalismus prägt die Lohnarbeit das Leben. Damit ist sie ein wesentliches Terrain für die Verbesserung der menschlichen Existenz. Solange die Lohnarbeit die Welt regiert, müssen Arbeitsrechte jeder und jedem zugänglich sein, so wie andere Menschenrechte auch. Jeder Mensch sollte von seiner Arbeit wenigstens leben können. Es braucht also Lohnuntergrenzen und soziale Absicherung – auch wenn diese de facto nur das Recht auf geregelte Ausbeutung und Entfremdung darstellen.

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Editorial iz3w 366 (Mai/Juni 2018)

Auf einen Kaffee in Homs
»In Damaskus hat man den Eindruck, dass hier alles ganz entspannt ist.« Thomas Röckemann, der NRW-Landessprecher der AfD, ist ganz hin und weg von Bashar al-Assads Syrien. Im Interview mit dem rechten Magazin »Compact« berichtet er: »Wir haben überall freundliche Menschen getroffen, die sich über unseren Besuch sehr freuten.«
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»Repression war immer vorhanden«

Interview mit dem Schriftsteller Doğan Akhanlı über seine Verfolgung durch die Türkei
Doğan Akhanlı wurde 1957 in der Türkei geboren und lebt seit 1992 in Köln. Sein Roman »Kıyamet Günü Yargıçları» (dt. »Die Richter des jüngsten Gerichts«) war 1999 das erste Buch in türkischer Sprache, das den Armeniengenozid thematisierte. Soeben erschien im Verlag Kiepenheuer & Witsch sein Buch »Verhaftung in Granada«, in dem er über seine Gefängniserfahrungen vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung in der Türkei, Spanien und Deutschland erzählt. Mit ihm sprach Albrecht Kieser.
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Presse(un)freiheit weltweit

Themenschwerpunkteditorial iz3w #365 (März/April 2018)
Im Februar 1989 rief eine BBC-Reporterin Salman Rushdie an. Sie fragte den überraschten Schriftsteller: »Wie fühlt man sich, wenn man weiß, dass man gerade von Ayatollah Khomeini zum Tode verurteilt wurde?« In seiner Autobiografie »Joseph Anton« schreibt Rushdie dazu: »Ohne recht zu wissen, was er redete, hat er folgendes geantwortet: ‚Man fühlt sich nicht gut.’«
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Im Kriechgang gegen Aufrechte

Hefteditorial iz3w 365 (März/April 2018)
In Iran vollzog sich zum Jahreswechsel Erstaunliches: Hunderttausende demonstrierten gegen das Regime. Anders als 2009, als es der grünen Bewegung um Unterstützung für die »Reformer« unter den Mullahs ging, ließen die Demonstrierenden trotz der Repression keinen Zweifel daran, dass für sie ein gutes Leben nur jenseits des Regimes vorstellbar ist.
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50 Jahre, 500 Aktive, 5.000 AutorInnen

Hefteditorial iz3w 364 (Jan./Feb. 2018)
1968 war ein besonderes Jahr. Mit den damaligen weltweiten Aufbrüchen und Revolten lassen sich nicht nur Themenschwerpunkte füllen (ab Seite 14). Für das informationszentrum 3. welt und seinen Trägerverein Aktion Dritte Welt ist jenes Jahr noch aus einem weiteren Grund kein gewöhnliches: Im Frühjahr 1968 versammelten sich erstmals junge Studierende in Freiburg, um fortan die Ausbeutung der Dritten Welt zu beenden. Drunter wollten sie es – ganz im Geiste der Zeit – nicht machen. Die Anfänge der von ihnen ins Leben gerufenen Aktion Dritte Welt waren zwar eher sozialdemokratisch-reformorientiert denn revolutionär-antikapitalistisch geprägt. Aber auch sie waren beseelt von der 68er-Idee, die Welt umzuwälzen – und vor allem: das auch tatsächlich zu können!
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»Do You Know Who I Am?«

Rom*nja-Musiker*innen wenden sich gegen Exotisierung
Seit vor rund zwanzig Jahren der sogenannte Balkanhype losbrach, gewann die Musik von Rom*nja deutlich an Präsenz. Unter dem Ballast der Stereotype, die vom Musikbusiness und dem Publikum gefeiert werden, ist jedoch kaum Platz für die Wahrnehmung realer Rom*nja und Sint*ezze und ihre politischen Anliegen.
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»Kommt herunter vom Balkon«

Beobachtungen aus der 68er-Bewegung in der BRD und in Südostasien
Es war nicht allein der Vietnamkrieg, der die Protestbewegungen von 1968 entfachte. Doch spielte er eine besonders wichtige Rolle für die Politisierung junger Menschen, in Westdeutschland ebenso wie den Philippinen. Unser Autor berichtet als teilnehmender Beobachter von den Aktivitäten, Ansätzen und Problemen der damaligen AktivistInnen.
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1968 international

Themenschwerpunkteditorial iz3w #364 (Januar/Februar 2018)
Die 2018 zu erwartenden medialen Rückblicke auf 1968 werden vor allem die Ereignisse in Westeuropa und Nordamerika thematisieren. Tatsächlich war der Aufbruch von 1968 für die Demokratisierung westlicher Gesellschaften enorm wichtig. Doch wird dabei allzu oft übersehen, dass studentische Proteste und die davon ausgehenden Entwicklungen viele Länder auf allen Kontinenten prägten.
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Eine Metapher, keine Wendemarke

Die Rolle der Dritten Welt für und während "1968"
Unter Linken wie unter GlobalhistorikerInnen gibt es die Tendenz, die 1968er-Bewegung als globales revolutionäres Subjekt zu interpretieren. Zwar habe sie sich weltweit in sehr verschiedenen Ländern und Kontexten gezeigt. Doch gerade die gemeinsame antikoloniale und antiimperialistische Stoßrichtung habe die Protestierenden in den Ländern des Nordens mit jenen in der Dritten Welt geeint. Der linke Historiker Arif Dirlik warnt demgegenüber davor, die Gemeinsamkeiten zu überschätzen. Wir präsentieren hier erstmals in deutscher Übersetzung die Kurzfassung eines Essays von ihm, der in der internationalen Literatur über 1968 viel rezipiert wurde. Der redaktionell stark gekürzte Aufsatz erschien zuerst in: Carole Fink, Philipp Gassert, Detlef Junker: 1968: The World Transformed. Cambridge University Press 1998, S. 295 – 318. Eine erheblich längere ins Deutsche übersetzte Fassung mitsamt den hier entfallenen Literaturangaben steht auf www.iz3w.org
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