Archiv

»Repression war immer vorhanden«

Interview mit dem Schriftsteller Doğan Akhanlı über seine Verfolgung durch die Türkei
Doğan Akhanlı wurde 1957 in der Türkei geboren und lebt seit 1992 in Köln. Sein Roman »Kıyamet Günü Yargıçları» (dt. »Die Richter des jüngsten Gerichts«) war 1999 das erste Buch in türkischer Sprache, das den Armeniengenozid thematisierte. Soeben erschien im Verlag Kiepenheuer & Witsch sein Buch »Verhaftung in Granada«, in dem er über seine Gefängniserfahrungen vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung in der Türkei, Spanien und Deutschland erzählt. Mit ihm sprach Albrecht Kieser.
» mehr

Presse(un)freiheit weltweit

Themenschwerpunkteditorial iz3w #365 (März/April 2018)
Im Februar 1989 rief eine BBC-Reporterin Salman Rushdie an. Sie fragte den überraschten Schriftsteller: »Wie fühlt man sich, wenn man weiß, dass man gerade von Ayatollah Khomeini zum Tode verurteilt wurde?« In seiner Autobiografie »Joseph Anton« schreibt Rushdie dazu: »Ohne recht zu wissen, was er redete, hat er folgendes geantwortet: ‚Man fühlt sich nicht gut.’«
» mehr

Im Kriechgang gegen Aufrechte

Hefteditorial iz3w 365 (März/April 2018)
In Iran vollzog sich zum Jahreswechsel Erstaunliches: Hunderttausende demonstrierten gegen das Regime. Anders als 2009, als es der grünen Bewegung um Unterstützung für die »Reformer« unter den Mullahs ging, ließen die Demonstrierenden trotz der Repression keinen Zweifel daran, dass für sie ein gutes Leben nur jenseits des Regimes vorstellbar ist.
» mehr

50 Jahre, 500 Aktive, 5.000 AutorInnen

Hefteditorial iz3w 364 (Jan./Feb. 2018)
1968 war ein besonderes Jahr. Mit den damaligen weltweiten Aufbrüchen und Revolten lassen sich nicht nur Themenschwerpunkte füllen (ab Seite 14). Für das informationszentrum 3. welt und seinen Trägerverein Aktion Dritte Welt ist jenes Jahr noch aus einem weiteren Grund kein gewöhnliches: Im Frühjahr 1968 versammelten sich erstmals junge Studierende in Freiburg, um fortan die Ausbeutung der Dritten Welt zu beenden. Drunter wollten sie es – ganz im Geiste der Zeit – nicht machen. Die Anfänge der von ihnen ins Leben gerufenen Aktion Dritte Welt waren zwar eher sozialdemokratisch-reformorientiert denn revolutionär-antikapitalistisch geprägt. Aber auch sie waren beseelt von der 68er-Idee, die Welt umzuwälzen – und vor allem: das auch tatsächlich zu können!
» mehr

»Do You Know Who I Am?«

Rom*nja-Musiker*innen wenden sich gegen Exotisierung
Seit vor rund zwanzig Jahren der sogenannte Balkanhype losbrach, gewann die Musik von Rom*nja deutlich an Präsenz. Unter dem Ballast der Stereotype, die vom Musikbusiness und dem Publikum gefeiert werden, ist jedoch kaum Platz für die Wahrnehmung realer Rom*nja und Sint*ezze und ihre politischen Anliegen.
» mehr

»Kommt herunter vom Balkon«

Beobachtungen aus der 68er-Bewegung in der BRD und in Südostasien
Es war nicht allein der Vietnamkrieg, der die Protestbewegungen von 1968 entfachte. Doch spielte er eine besonders wichtige Rolle für die Politisierung junger Menschen, in Westdeutschland ebenso wie den Philippinen. Unser Autor berichtet als teilnehmender Beobachter von den Aktivitäten, Ansätzen und Problemen der damaligen AktivistInnen.
» mehr

1968 international

Themenschwerpunkteditorial iz3w #364 (Januar/Februar 2018)
Die 2018 zu erwartenden medialen Rückblicke auf 1968 werden vor allem die Ereignisse in Westeuropa und Nordamerika thematisieren. Tatsächlich war der Aufbruch von 1968 für die Demokratisierung westlicher Gesellschaften enorm wichtig. Doch wird dabei allzu oft übersehen, dass studentische Proteste und die davon ausgehenden Entwicklungen viele Länder auf allen Kontinenten prägten.
» mehr

Eine Metapher, keine Wendemarke

Die Rolle der Dritten Welt für und während "1968"
Unter Linken wie unter GlobalhistorikerInnen gibt es die Tendenz, die 1968er-Bewegung als globales revolutionäres Subjekt zu interpretieren. Zwar habe sie sich weltweit in sehr verschiedenen Ländern und Kontexten gezeigt. Doch gerade die gemeinsame antikoloniale und antiimperialistische Stoßrichtung habe die Protestierenden in den Ländern des Nordens mit jenen in der Dritten Welt geeint. Der linke Historiker Arif Dirlik warnt demgegenüber davor, die Gemeinsamkeiten zu überschätzen. Wir präsentieren hier erstmals in deutscher Übersetzung die Kurzfassung eines Essays von ihm, der in der internationalen Literatur über 1968 viel rezipiert wurde. Der redaktionell stark gekürzte Aufsatz erschien zuerst in: Carole Fink, Philipp Gassert, Detlef Junker: 1968: The World Transformed. Cambridge University Press 1998, S. 295 – 318. Eine erheblich längere ins Deutsche übersetzte Fassung mitsamt den hier entfallenen Literaturangaben steht auf www.iz3w.org
» mehr