Klimaschutz "en vogue"?

Eine CDU-Politikerin und die Medien – man mag es nicht mehr gemeinsam nennen. Nach Annegret Kramp-Karrenbauers schiefen Vergleichen war es die stellvertretende CDU-Vorsitzende und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die mit ihrer unverhohlenen Nestlé-Werbung für einen medienpolitischen Eklat sorgte. Der verdeckte jedoch völlig ihre in einem Podcast geäußerten Ansichten zum Klimaschutz: Noch vor Kurzem sei das Thema Klima ohne Chance gewesen; im Fokus hätten der Zuzug von Migranten und die Flüchtlingsfragen, auch Islamismus und Terroranschläge gestanden.

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Zwischen Ausbeutung und Ausweisung

Migrantische Arbeitskämpfe in Ost und West

Am Donnerstag, den 15. Oktober 1975 traten elf Sprecher_innen der algerischen Arbeitsmigrant_innen vor das Verwaltungsgebäude des Gaskombinats Schwarze Pumpe. Sie forderten neben einer Lohnerhöhung für alle Arbeiter_innen, die Überarbeitung der Wohnheimordnung sowie sich selbst vertreten zu können. Alle Forderungen wurden abgelehnt oder an andere Instanzen verwiesen. Daraufhin legten alle rund 500 algerischen Arbeiter_innen ihre Arbeit nieder. Als auch am Montag niemand zur Arbeit erschien, machten die Verantwortlichen weitgehende Zugeständnisse.

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Geheime Absprachen

Verschwörungstheorien und Antisemitismus

https://www.gen-ethisches-netzwerk.de/node/3928

In der Kritik an Konzernen und Bankenwesen finden sich teils hinter Codes versteckte Verschwörungstheorien (Vt) wieder. Politikwissenschaftlerin Laura Hammel forscht zu dem Thema und zeigt im Interview das antisemitische Bild auf, welches vielen Verschwörungstheorien zugrunde liegt.

Das Interview führte Judith Düesberg Mitarbeiterin des GeN und Redakteurin des GID.

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„Besonders, nicht krank“

Aussortieren und planbar machen. Ein Kommentar zum Trisomie-Bluttest

Neulich in der Stadthalle einer Kleinstadt in Rheinland-Pfalz. Auf der Bühne spielt eine Coverband einen Kult-Song von „The Police“. Neben mir stampft ein junger Mann mit Down-Syndrom zum Punk-Rhythmus und reckt die geballte Faust in Richtung Bühne. Den Text kennt er auswendig. Er geht in der wogenden Menschenmenge auf. Individuell und integriert zugleich bildet er einen lebendigen, lebensbejahenden Aspekt der Vielfalt menschlichen Daseins ab.

 

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Editorial

In: express 6/2019

Geneigte Leserinnen und Leser,

»Ich mach Homeoffice, Chef, ich steh nicht auf«, sang der Liedermacher Friedemann Weise 2012 auf seinem CD-Erstling »Friede allein zu Haus«. Dass Homeoffice tatsächlich ganz anders aussieht, darauf weist Peter Kern in der vorliegenden Ausgabe (S. 1) angesichts des EuGH-Urteils zur Zeiterfassung hin.

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Wohnungspolitik in der Krise des Neoliberalismus in Berlin und Wien

Postneoliberaler Paradigmenwechsel oder punktuelle staatliche Beruhigungspolitik?

Kapitalistische Akkumulationsregime werden von einem für sie typischen Regulationsmodus begleitet, der sich auch in der Ausgestaltung der Wohnungspolitik widerspiegelt. Geraten Akkumulationsregime in die Krise, wirkt sich dies auf den Regulationsmodus und damit auf die Wohnungspolitik aus. So hat sich etwa seit der Krise des Fordismus in den 1970er Jahren das neoliberale Paradigma auch in der Wohnungspolitik durchgesetzt. Dieses Regime ist nun seinerseits in der Krise. In zahlreichen Debatten wird seit der Finanzkrise 2008

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Neoliberale Kontinuität im politischen Wechselwind

Die Macht der besitzenden Klasse Chiles über die extraktivistische Ausrichtung des Landes

In Zeiten ökologischer Krisen zeigen sich die schwerwiegenden Konsequenzen extraktivistischer Ökonomien besonders deutlich. Die betreffenden Länder sind durch ein Wirtschaftsmodell gekennzeichnet, das sich vorwiegend auf die Ausbeutung natürlicher Ressourcen und deren Export konzentriert, bei lediglich geringer industrieller Weiterverarbeitung im Inland. Es ist ein Wesensmerkmal extraktivistischer Produktion, dass sie tiefgreifende Veränderungen in den natürlichen Kreisläufen und dem Mensch-Naturverhältnis mit sich bringt. Sie ist in

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Zur Aktualität der Organisationstheorie von Luxemburg und Gramsci

Zwischen emanzipatorischer Theoriebildung und ahistorischer Bezugnahme

Wir gehen in diesem Artikel davon aus, dass sich Luxemburg und Gramsci in zentralen Fragen der Organisation, der Führung, Massenaktivität, des Zentralismus und der Demokratie überschneiden und ergänzend lesen lassen und einer heutigen Linken durchaus fruchtbare Einsichten liefern können. Diese Ansätze werden zunächst stark gemacht. Im Folgenden stellen wir jedoch die Frage, inwiefern es heute möglich ist, unvermittelt auf die Texte vom Anfang des 20.

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Sicher ist nur, dass wir Sorge brauchen

Je unsicherer die Gesamtsituation, desto unheimlicher erscheint die Sicherheit. Zumeist zeigt sie sich als ein Alibi, etwas noch schlimmer zu machen, was anderweitig bereits vermasselt wurde. So dürfte sich die Sache darstellen, wenn von den gesellschaftlichen Rändern auf die Apparate, Politiken und Diskurse geschaut wird, die unter diesem Namen fungieren.

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Umkämpfte Körper im öffentlichen Raum

Feminismus und Sicherheit

Hotspots, Verbote, Kriminalisierung – der staatliche Zugriff auf den öffentlichen Raum, sichtbar im massiven Eingriff in die Regeln des Alltagslebens und verwoben mit der Ausgrenzung von marginalisierten Gruppen, bestimmt gegenwärtig die politischen und medialen Diskurse zu Sicherheit.

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